WOHNEN, JOBBEN, BAFÖG : Studierende finden schwerer ein Zuhause in Berlin

1300 Wohnungssuchende haben ihre Namen auf die Warteliste der Berliner Studentenwohnheime geschrieben – 400 mehr als im Vorjahr: „Die kommen in der Regel irgendwo unter“, sagt Petra Mai-Hartung, die Geschäftsführerin des Berliner Studentenwerks. Dennoch sei die Lage „besorgniserregend“. In Berlin können nur noch 6,7 Prozent der Studierenden in einem Wohnheim wohnen, im Bundesschnitt ist dort Platz für 10,6 Prozent. Der Berliner Wohnungsmarkt ist angespannt. Die Studierenden bekommen von den Wohnungsbaugesellschaften noch Angebote in Marzahn-Nord oder in Hellersdorf, sagt Mai-Hartung. Das bedeutet aber weite Wege zur Uni. Manche Studierende nächtigen in Backpacker-Hostels, bis sie etwas Besseres finden. Andere versuchen einfach, zu zweit oder zu dritt in einem Ein-Personen-Apartment im Studentenwohnheim unterzuschlüpfen. Das duldet das Studentenwerk aber nicht.

Die Mensen sind zu den Stoßzeiten am Mittag zu voll, auch die Uni-Kitas sind überbucht, die psychologische Studienberatung brummt. Dramatisch sei das aber nicht, sagt Mai-Hartung. Auch auf dem Job-Markt gebe es keine außergewöhnlichen Engpässe, die „Heinzelmännchen“ vermitteln weiter 20 000 Jobs im Jahr, 60 Prozent gehen an ausländische Studierende. Der durchschnittliche Stundenlohn ist sogar leicht gestiegen: von 8,50 Euro auf 9 Euro. Schwierig wird es jedoch für die Bafög-Ämter, die „Wäschekörbe“ mit Anträgen zu bewältigen hätten, sagt Mai-Hartung. Vielleicht würden die Sprechzeiten darum vorübergehend reduziert. Momentan vergingen vom Eingang eines Antrags bis zur ersten Auszahlung neun Wochen. akü

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