XFEL : Neuer Röntgenlaser unter Hamburg soll chemische Reaktionen filmen

1,22 Milliarden Euro hat er gekostet. Der Beschleuniger XFEL soll einzigartige Schnappschüsse in der Nanowelt ermöglichen.

Puzzlearbeit. Die einzelnen Module des Beschleunigers werden zusammengefügt.
Puzzlearbeit. Die einzelnen Module des Beschleunigers werden zusammengefügt.Foto: XFEL/Müller-Elsner

Nach 20 Jahren Planung und sieben Jahren Bauzeit wurde am Donnerstag der Röntgenlaser XFEL (X-Ray Free-Electron Laser) in Betrieb genommen. Die Anlage am Rande Hamburgs erzeugt extrem energiereiches Laserlicht im Spektrum von Röntgenstrahlen. Das Licht wird in Pulsen erzeugt, die weniger als 100 Billiardstel Sekunden lang sind. Damit wird es möglich, einzelne Schritte chemischer Reaktionen zu filmen. Weiterhin wollen die Wissenschaftler Details von Viren abbilden oder dreidimensionale Aufnahmen von Nanostrukturen, etwa Molekülen, machen. Die Forschungen sollen im nächsten Jahr beginnen.

XFEL, das eng mit dem Forschungszentrum Desy verbunden ist, hat insgesamt 1,22 Milliarden Euro gekostet. 58 Prozent davon übernimmt Deutschland, 27 Prozent Russland. Neun weitere Partnerländer übernehmen den Rest. Die 3,4 Kilometer lange Tunnelanlage wird nach Angaben der Einrichtung der größte und leistungsfähigste Linearbeschleuniger weltweit sein. (nes)

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