Zika-Epidemie : Zika in Deutschland erstmals sexuell übertragen

Sie hatte ungeschützten Sex mit einem infizierten Reiserückkehrer aus Puerto Rico. Zwei Wochen später bekam die Frau selbst Zika-Symptome.

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Schutz für den Fötus. Insbesondere männliche Reiserückkehrer aus Zika-Epidemiegebieten, deren Partnerin schwanger ist, sollten beim Sex immer ein Kondom benutzen.
Schutz für den Fötus. Insbesondere männliche Reiserückkehrer aus Zika-Epidemiegebieten, deren Partnerin schwanger ist, sollten...Foto: SChönberger, dpa-tmn

Erstmals ist eine sexuelle Übertragung von Zika in Deutschland bekannt geworden. Die Frau hatte ungeschützten Geschlechtsverkehr mit ihrem Partner, der bis Anfang April in Puerto Rico unterwegs war. Die Insel gehört zu den 58 Staaten und Territorien in Lateinamerika und Asien (vor allem im Südpazifik), die gerade mit der Zika-Epidemie zu kämpfen haben. Als der Mann typische Zika-Symptome bekam, konnte das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg das Erbgut des Virus in seinem Urin nachweisen, außerdem hatte er Antikörper in seinem Blut. Zwei Wochen später litt auch die Frau an Symptomen wie Ausschlag, Fieber und Gelenkschmerzen. Sie hatte sich seit Anfang des Jahres nicht mehr in Lateinamerika aufgehalten, heißt es im "Epidemiologischen Bulletin" des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Eine Übertragung durch Mücken sei aufgrund der Jahreszeit und der geografischen Lage in Deutschland ausgeschlossen. Es gibt keine Auskunft darüber, ob die Frau schwanger ist.

Die Übertragung von Zika beim Sex wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bisher aus den USA, Kanada, Argentinien, Chile, Peru, Neuseeland, Frankreich, Italien und Portugal gemeldet. Männliche Reiserückkehrer aus den Ausbruchsgebieten sollten daher mindestens einen Monat lang Kondome benutzen. Ist ihre Partnerin schwanger, so gilt die Empfehlung bis zum Ende der Schwangerschaft. Denn das Virus kann in die Plazenta vordringen und die Versorgung des Fötus stören. Außerdem hat Zika eine besondere Vorliebe für die Nervenzellen von ungeborenen Kindern. Die Gehirnentwicklung wird unterbrochen, es kommt zu Fehlbildungen und neurologischen Störungen. Teilweise haben die Kinder einen zu kleinen Kopf.

Schwangeren sollten daher Reisen in die Epidemiegebiete bis auf weiteres verschieben. Alle anderen sollten Mückenschutzmittel benutzen und Kleidung tragen, die den Körper weitgehend bedeckt. Arme Gegenden und Slums, in denen sich Mücken besonders gut vermehren können, sollten Reisende meiden, schreibt die WHO in ihren Ratschlägen für Athleten und Zuschauer der Sommerolympiade in Rio de Janeiro. Hotelzimmer sollten klimatisiert sein, das verringere das Risiko, von den Aedes-Mücken gestochen zu werden.

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