Wissen : Zinsen für Studienkredit gesenkt

Kredite für Studiengebühren sollen baden-württembergische Studenten ab Mai höchstens 5,5 Prozent Zinsen kosten. Die Landesregierung gab bekannt, den Satz von derzeit 7,5 Prozent entsprechend abzusenken. Die von Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) verkündete Zinssenkung ist bei genauer Betrachtung allerdings gar keine, sondern vielmehr ein Zuschuss des Landes an die für die Studienkredite zuständige landeseigene L-Bank. Deren Zinssatz bleibt nach den Angaben des Ministeriums unverändert hoch. Nur übernimmt das Land bis 2009 jene Kosten, die den Satz von 5,5 Prozent übersteigen. Ab 2010 sollen diese Mittel aus dem Studienfonds fließen, der auch mögliche Kreditausfälle absichert. Gespeist wird der Fonds aus den Haushalten der Hochschulen, denen das Geld somit für Forschung und Lehre fehlt.

Die hohen Zinsen der L-Bank waren auch auf Kritik gestoßen, weil die Bank dank des Fonds keinerlei Ausfallrisiko trägt. Das Land hatte darum die der Bank zugestandenen Verwaltungskosten erst kürzlich von 3,5 auf 2,9 Prozent gesenkt. Der übrige Anteil des Zinssatzes ergibt sich aus dem Zins, den die L-Bank ihrerseits für das Geld auf dem europäischen Geldmarkt zahlt. Beobachter gehen davon aus, dass das Land die Studiengebühren mit den niedrigeren Zinsen für Studenten weiter gerichtsfest halten will. Hohe Zinsen haben zur Folge, dass auf Kredit angewiesene Studenten am Ende wesentlich mehr für ein Studium zahlen als Barzahler.fvb

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