Zukunft der Gesundheit : Heraus aus dem Elfenbeinturm

Das Wissenschaftsjahr "Forschung für unsere Gesundheit" sucht mehr denn je den Dialog mit den Bürgern.

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Heraus aus dem Elfenbeinturm – hin zu den Menschen, so könnte man salopp die Wissenschaftsjahre der Bundesregierung umreißen, die seit 2000 jährlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Initiative Wissenschaft im Dialog mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur veranstaltet werden. Die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die Gesellschaft soll damit hervorgehoben werden.

2011 hat das Wissenschaftsjahr das Motto „Forschung für unsere Gesundheit“. Gesund sein will jeder, daher zielt das Thema auf alle Bürger, ob jung oder alt. Gesundheit und Krankheit sind Themen, die nicht nur ältere Menschen interessieren, sondern auch Kinder und Jugendliche. Zwar werden Jüngere Krankheiten weniger im Blick haben. Aber es geht auch um Information über ein gesundes Leben und was Forschung dafür tun kann.

Damit in einer alternden Gesellschaft die Menschen gesund und zufrieden leben können, wird Forschung für die Gesundheit immer wichtiger. Angesichts explodierender Kosten im Gesundheitssystem wird deutlich, dass dieses Thema weit über den rein medizinischen Bereich hinaus reicht.

Stuttgart 21 und die Debatte um die Atompolitik haben gezeigt, dass Information und Diskussion um komplexe Zusammenhänge äußerst wichtig sind. Das haben die Wissenschaftsjahre in ihrer Konzeption von Anfang an erkannt, aber auch sie lernen dazu. Gab es schon im vergangenen Jahr Bürgerforen zum Jahresthema „Zukunft der Energie“, so wird in diesem Jahr den Diskussionsveranstaltungen mit dem Publikum in vielen Städten große Bedeutung beigemessen. Die interessierten Bürger sollen informiert und beteiligt werden und sich einbringen.

Kinder und Jugendliche stehen dabei besonders im Mittelpunkt. Ernährung und Bewegung sind zwei Themenbereiche, die Jugendliche besonders ansprechen können. Was heißt es überhaupt, gesund zu sein – und was kann Forschung dazu leisten? Prävention spielt dabei eine große Rolle, wenngleich man sich bemüht, in den Veranstaltungsformaten nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen.

Forschung kann aber auch spannend sein, Einblicke in den eigenen Körper bieten – die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Medizintechnik sind vielfältig. Vielleicht bietet sich hier auch eine Perspektive für die Berufswahl an, denn in einer alternden Gesellschaft schafft Gesundheitsforschung auch neue Arbeitsplätze.

Breites Interesse finden gewiss die Veranstaltungen zu den Volkskrankheiten Krebs, Diabetes, Herz- und Kreislauferleien oder Demenz. Wo kann Forschung hier helfen – und was kann eine individualisierte Medizin leisten und was nicht? Wo werden vielleicht falsche Erwartungen geweckt? Bürger sollen nach Möglichkeit an der Diskussion um diese Themen beteiligt werden. Welche Erfolge sind in den vergangenen Jahren in der Gesundheitsforschung erzielt worden, welche neuen Therapiemöglichkeiten resultieren daraus, und was geschieht mit den persönlichen Daten der Patienten?

Das Wissenschaftsjahr will den mündigen Bürger, und der muss sich beteiligen, das Angebot annehmen, Ausstellungen und Institutionen besuchen, diskutieren und an Wettbewerben teilnehmen. Die Möglichkeiten, die das Wissenschaftsjahr bietet, sind vielfältig. Man muss sie nur nutzen. Weitere Informationen im Internet: www.forschung-fuer-unsere-gesundheit.de

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