• Zukunftspreis für präzise Lasertechnik Uni Jena und die Firmen Bosch und Trumpf geehrt

Wissen : Zukunftspreis für präzise Lasertechnik Uni Jena und die Firmen Bosch und Trumpf geehrt

Für die Entwicklung eines hoch präzisen Laser-Werkzeuges haben Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit Experten der Firmen Bosch und Trumpf den Deutschen Zukunftspreis erhalten. Mit dem Gerät lassen sich Materialien wie Stahl oder Diamant, aber auch medizinische Implantate oder Gläser von Smartphones fein bearbeiten. Bundespräsident Joachim Gauck ehrte die Sieger am Mittwochabend in Berlin. Die Auszeichnung ist mit 250 000 Euro dotiert. Prämiert werden jedes Jahr marktreife Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Die gemeinsame Arbeit von Bosch, Trumpf und der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat ultrakurze Laserpulse von einem Mittel der Forschung zum erfolgreichen Werkzeug der Serienproduktion gemacht. Die Ultrakurzpulslaser eignen sich für die hochpräzise Bearbeitung fast aller Materialien, etwa Keramik, Saphir, Karbonfaser, Kunststoffe oder Glas und sind inzwischen auch in der Lage, schnell, präzise und in hoher Stückzahl wirtschaftlich zu arbeiten. Grundlagen dafür wurden auch in den Vorhaben „Primus“ und „Promptus“ des Bundesforschungsministeriums geschaffen.

1999 schlossen sich Trumpf und Bosch in einer Entwicklungskooperation zusammen. Die Universität Jena lieferte die theoretischen Modelle und die grundlegenden Experimente. Bosch entwickelte den industriellen Prozess, während Trumpf die Anforderungen an eine industrietaugliche Strahlquelle umsetzte. Insgesamt 51 Patentfamilien meldeten die Partner während des Projekts an und setzten dabei auf einen anderen Lasertyp als alle anderen, den Scheibenlaser. Heute haben sie die mittlere Leistung der Ultrakurzpulslaser weit mehr als verzehnfacht – entscheidend für die wirtschaftlich notwendigen Durchsatzraten.

Auch die beiden anderen Kandidaten für den Zukunftspreis hatten mit dem Thema „Licht“ zu tun. Ebenfalls mit neuer Lasertechnik hat Coherent LaserSystems in Göttingen die Herstellung von hochauflösenden Displays und Fernsehern revolutioniert. Hier soll das auf Glas aufgebrachte Silizium sogar schmelzen. Die dünnen Schichten aus kristallinem Polysilizium sind Voraussetzung für gestochen scharfe Displaybilder mit höchster Pixeldichte. Die Technik steckt in neuen Smartphones. Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Unternehmens Philips in Aachen entwickelten energiesparende und haltbare LED-Lampen, die nun sogar aussehen wie die gute alte Glühlampe und ähnlich warmes Licht verbreiten. Tsp

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