Wissen : Zum Kuckuck mit den Männern

Testosteron macht männlich, jedenfalls bei Vögeln. Wenn Vogelmännchen ein Revier verteidigen oder Weibchen anlocken, schütten ihre Keimdrüsen erhöhte Mengen des Hormons aus.

Beim afrikanischen Grillkuckuck sind die klassischen Geschlechterrollen vertauscht. Hier etablieren die Weibchen Brutgebiete, von denen sie Konkurrentinnen rabiat vertreiben. Dafür paaren sie sich mit bis zu drei Männchen. Diese sind auch für das Ausbrüten der Eier und die Ernährung der Jungen zuständig.

Wolfgang Goymann vom Max-Planck- Institut für Ornithologie in Seewiesen hat nun mit seiner Kollegin Cornelia Voigt untersucht, ob der Rollentausch mit veränderter Testosteronkonzentration einhergeht.

Das war zwar nicht der Fall: Es zeigten sich hohe Werte bei Grillkuckucksmännchen und niedrige bei Weibchen. Wie die Forscher online im Journal „Developmental Neurobiology“ berichten, fanden sie allerdings mehr Andockstellen für Testosteron im Gehirn. Bindet dort das Hormon, werden Gene aktiviert, die aggressives Verhalten bewirken. Der geringe Testosteronspiegel kann also bei den Weibchen mehr Wirkung entfalten. Deshalb führen sie sich mit relativ wenig Testosteron wie Männchen auf. pja

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