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Zusammenhang von Kitaangebot und Geburtenrate : Gelegenheit macht Kinder

Eine Demografie-Studie vom Rostocker Max-Planck-Institut zeigt: Wo es genug Kitas und Krippen gibt, steigt die Geburtenrate. Die Forscher belegen das mit einem Vergleich mit der deutschen Minderheit in Belgien.

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Tschüss, Mama und Papa. In Deutschland gibt es keine „Kultur der wenigen Kinder“, sagen Rostocker Demografieforscher.
Tschüss, Mama und Papa. In Deutschland gibt es keine „Kultur der wenigen Kinder“, sagen Rostocker Demografieforscher.Foto: dpa/picture alliance

Die deutsche Mutter! Von Martin Luthers Familienideal über das Vorbild der guten Königin Luise bis hin zu den Mutterkreuzen der Nationalsozialisten zieht sich nach Ansicht der Romanistin Barbara Vinken ein nationaler Sonderweg, der jungen Deutschen das Kinderkriegen verleidet. Noch heute wirke der „lange Schatten eines Mythos“ in der Ablehnung dieser aufopferungsvollen Frauenrolle nach. So sei es kein Wunder, dass die Geburtenrate hierzulande niedriger ist als jenseits des Rheins. Auch Tomáš Sobotka, der sich am Vienna Institute of Demography mit Geburtenraten in europäischen Ländern beschäftigt, kam zu dem Schluss, dass der „kinderfreie“ Lebensstil, den die „Double Income No Kids“-Paare mit alltäglichem Luxus, spannender Berufstätigkeit und Fernreisen vorleben, speziell in den deutschsprachigen Ländern hohes Prestige genießt.

Wer eine nationale Eigenheit daraus macht und die niedrige Geburtenrate zur deutschen „Kultur der wenigen Kinder“ verfestigt, irrt jedoch, meinen Sebastian Klüsener, Karel Nels und Michaela Kreyenfeld vom Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock. Sie belegen das mit einer trickreich angelegten Studie, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift „Population and Development Review“ erschienen sind.

Die Bevölkerungswissenschaftler haben dafür den Kindersegen in einer kleinen deutschsprachigen Gemeinschaft genauer unter die Lupe genommen – bei den rund 75 000 Belgiern, die direkt an der Grenze zur Bundesrepublik leben, deutsch sprechen und ihre kulturellen Wurzeln in Deutschland haben. Deutsch ist nicht nur Amtssprache in Eupen-Malmedy, das bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Deutschland gehörte, die Angehörigen der Minorität genießen in Belgien auch starke Minderheitenrechte, sie konsumieren häufig deutsche Medien und stehen nach wie vor in Kontakt zu Verwandten auf der anderen Seite der Grenze. Die Rostocker Forscher nutzten die Chance, ihre Fruchtbarkeitmuster mit denen der (West-)Deutschen und der flämisch oder französisch sprechenden Belgier der Jahrgänge 1935 bis 1960 zu vergleichen. Wo biete sich sonst schon die Chance, mitten in Europa die Folgen eines „quasi-natürlichen Experiments“ zu betrachten, so fragen sie.

Deutschsprachige Belgierinnen haben deutlich mehr Kinder

Die Arbeitsgruppe untersuchte anhand des deutschen Mikrozensus von 2008 und des belgischen Zensus 2001 die sogenannte Kohorten-Fertilitätsrate, mit der ermittelt wird, wie viele Kinder die Frauen bis zum Abschluss ihrer fruchtbaren Lebensspanne insgesamt bekommen. Es zeigte sich, dass die deutschsprachigen Belgierinnen sich, was die Geburtenrate betrifft, wie Fläminnen und Walloninnen und nicht wie Deutsche verhalten. Für Frauen der Jahrgänge 1955 bis 1959 liegt sie in Deutschland bei 1,65, in Belgien bei 1,84. Die Frauen aus Eupen-Malmedy bekamen im Schnitt 1,88 Kinder. Als „bestandserhaltend“ gilt eine Rate von 2,1, wie sie in Frankreich erreicht wird. Das Auseinanderdriften der Kurven begann mit den Frauen, die unmittelbar nach 1945 geboren sind.

Ausschlaggebend sind nicht kulturelle Unterschiede, sondern Infrastrukturen

„Wären kulturelle Normen ausschlaggebend für die Geburtenrate, müsste sie in der deutschsprachigen Region ähnlich niedrig wie in Deutschland sein“, sagt Sebastian Klüsener. Dass stattdessen die Staatsgrenze über das Ausmaß der Fruchtbarkeit entscheidet, legt nach Ansicht der Rostocker eine familienpolitische Erklärung nahe. Da sind die Unterschiede in der Tat groß: Während in Belgien schon im Jahr 1956 drei Viertel der Vierjährigen eine Kita besuchten, waren es noch 1970 in Deutschland nur 35 Prozent. Und während im Jahr 2008 in Belgien 43 Prozent der Kinder unter drei in eine Kinderbetreuungseinrichtung gingen, waren es in Deutschland nur zehn Prozent.

Die Frauen im deutsch-belgischen Grenzgebiet häufiger berufstätig

Nicht nur die Fertilitätsmuster und die Inanspruchnahme der Kleinkindbetreuung, sondern auch die Beschäftigungsquote von Müttern mit kleinen Kindern gleicht im deutschsprachigen Teil Belgiens der des übrigen Landes: Kurz nach der Jahrtausendwende waren dort zwei Drittel der Mütter von Kleinkindern erwerbstätig, in Deutschland war es nur ein Drittel. Wie der European Social Survey von 2006 zeigt, unterscheiden sich beide Länder nicht allein hinsichtlich der Infrastruktur, sondern auch in den Einstellungen zur Berufstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern: Zumindest vor sieben Jahren fanden es in Deutschland noch 30 Prozent der Befragten schlecht, wenn Frauen mit einem Kind unter drei Jahren ganztags arbeiten, im französischsprachigen Teil Belgiens kritisierten das nur knapp 20 Prozent, im flämischen sogar nur knapp zwölf Prozent der Befragten. Die deutschsprachige Minderheit urteilt ebenso.

In einem Punkt stehen die deutschsprachigen Belgierinnen der 1950er-Jahrgänge aber doch zwischen den Nationen: Sie entschieden sich etwas häufiger als ihre übrigen Landsleute, aber etwas seltener als Westdeutsche dafür, überhaupt keine Kinder zu bekommen. Bei dieser grundsätzlichen Entscheidung könnte also in Ansätzen doch ein kulturelles, medienvermitteltes Muster wirksam sein, vermuten die Autoren. In Eupen-Malmedy ist das allerdings kein zunehmender Trend, und es gibt einen Ausgleich durch etwas größeren Kinderreichtum bei den Frauen, die Mütter werden.

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