Wissenschaftsprogramme : Zöllner freut sich auf Millionensegen

Berlin könnte stark von Bundesgeld für Universitäten profitieren. Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner ist bereits im Geldrausch.

Anja Kühne

Für den Fall, dass das am Mittwoch von den Wissenschaftsministern von Bund und Ländern verabschiedete Milliardenpaket im Juni von den Ministerpräsidenten beschlossen wird, rechnet Zöllner mit mehreren hundert Millionen Euro zusätzlich für Berlins Wissenschaft in den Jahren 2011 bis 2017.

Weil Berlin jedes Jahr zwischen 3000 und 4000 mehr Studienanfängerplätze vorhält als im Hochschulpakt I (2007 bis 2010) verabredet (19 500), bekommt es vom Bund weit mehr Geld als die vorgesehene Pauschale von 22,6 Millionen Euro: nämlich über 60 Millionen Euro.

Noch größer ist Zöllners Freude über den Hochschulpakt II: Für Berlin wird dort die Studienanfängerzahl aus dem Jahr 2005 als Basiszahl für die Berechnung neuer Studienplätze zugrunde gelegt (20 704). Getan wird aber so, als habe Berlin damals fünf Prozent weniger Studienanfänger gehabt (19 650). Damit bezahlt der Bund dann auch Studienplätze, die in Wirklichkeit schon da waren – als Kompensation für die vielen auswärtigen Studierenden, die Berlin ausbildet. So rechnet Zöllner mit insgesamt 350 Millionen vom Bund für Berlins Studienplätze in den Jahren 2007 bis 2015, die das Land allerdings jeweils gegenfinanzieren muss. „Je mehr Studienplätze geschaffen werden, desto größer wird der Millionensegen“, teilt der Senator gleichwohl enthusiastisch mit.

Auch aus der Exzellenzinitiative II (2013 bis 2017) sieht Zöllner schon Geld für Berlin sprudeln. Wären Berlins Unis dabei so erfolgreich wie in der ersten Auflage des Wettbewerbs, als sie elf Prozent der insgesamt von Bund und Ländern bereitgestellten 1,9 Milliarden Euro einwarben, würden sie nun 210 Millionen Euro vom Bund nach Berlin holen. Vom Land selbst müssten 70 Millionen Euro beigesteuert werden.

Noch einmal 100 Millionen Euro zusätzlich bekäme Berlins Forschung aus dem Pakt für Forschung: Die Zuschüsse für die außeruniversitären Einrichtungen sollen um fünf Prozent steigen.

Und was, wenn Studienpätze abgebaut werden müssen, weil der Senat mit den anstehenden neuen Hochschulverträgen eine Sparrunde einleitet? Der Landesvorstand der Berliner Linken warnt, Berlin würde dann viel Geld verlieren. Bekommen die Hochschulen nicht genug Geld, um ihre steigenden Kosten auszugleichen, müssten sie Studienplätze in großem Umfang vernichten. Berlin könnte die erhofften Anfängerzahlen im Hochschulpakt dann nicht halten und brächte sich um viel Geld vom Bund. Der Landesvorstand der Linken fordert deshalb, das Land müsse die gestiegenen Kosten der Hochschulen decken. Anja Kühne

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