Der Tagesspiegel : Wittenberge: Giftmüll-Skandal

Wittenberge/Potsdam (dpa).

Wittenberge/Potsdam (dpa). 9000 Tonnen arsenverseuchten Bodens, der illegal auf einem Werksgelände in Wittenberge (Prignitz) gelagert worden war, werden bis zum Jahr 2002 auf einer Deponie in Niedersachsen entsorgt. Nach Angaben des Potsdamer Agrar- und Umweltministeriums wird eine Spezialfirma bei Peine das Entgiften übernehmen. Am Wochenende war bekannt geworden, dass eine Umweltfirma in Wittenberge den arsenbelasteten Boden im Jahr 1999 ungereinigt vergraben hatte.

Das Ministerium bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus", wonach die Staatsanwaltschaft in diesem Fall ermittele. Nach Angaben des Staatsanwalts Joachim Desens in Neuruppin vom Montag wurden auf dem Werksgelände bereits Bodenproben entnommen. Sie seien an das Landesumweltamt in Potsdam und an das Landeskriminalamt nach Eberswalde geschickt worden. Dort werden Gutachten über die Giftbelastung erstellt. Sobald die Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen, werde über das weitere Vorgehen entschieden, sagte der Staatsanwalt. Die Wittenberger Umweltfirma hatte laut "Focus" den Entsorgungsauftrag von einer ehemaligen Farbenfabrik im bayerischen Landkreis Kitzingen übernommen, indem sie falschen Angaben über ihre Leistungen machte. Vermutlich aus Kostengründen habe die Firma den Giftboden dann nicht gereinigt, sondern vergraben und mit einer Betondecke versiegelt. Das 22 000 Einwohner zählende Wittenberge liegt im Naturpark "Brandenburgische Elbtalaue".

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