Wittenberge : Zweite Gasexplosion in Haus: Eine Tote

Erneut ist in Brandenburg ein Wohnhaus bei einer Gasexplosion zerstört worden. Eine Frau wurde getötet und ein Mann schwer verletzt. Am Sonntagabend war ein Haus in der Teltower Gartenstraße explodiert.

Tanja Buntrock
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Nur noch eine Ruine. Eine Explosion zerstörte dieses Haus in Teltow. -Foto: dpa

Teltow/Wittenberge - Nicht mal einen Tag nach der Explosion eines Hauses in Teltow ist am Montag in Wittenberge (Prignitz) erneut ein Wohngebäude in die Luft geflogen. In beiden Fällen hatte sich offenbar ausströmendes Gas entzündet. Doch während es in Teltow keine Opfer gab, wurde in Wittenberge eine Frau getötet und ein Mann schwer verletzt.
Nach Agenturberichten ereignete sich das Wittenberger Unglück am Nachmittag in der Kyritzer Straße. Die genaue Ursache ist noch unklar. Das Reihenhaus wurde völlig zerstört, ein Feuer brach aus. Mehrere Nachbarhäuser wurden schwer beschädigt und sind einsturzgefährdet. Zwei Familien mussten ihre Häuser verlassen. Ein 47-Jähriger Bewohner des Hauses, in dem es zur Explosion gekommen war, wurde aus den Trümmern geborgen und kam per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. Bei der Toten handelt es sich um die 55-Jährige Bewohnerin eines durch die Explosion beschädigten Nachbarhauses.  Die Feuerwehr war mit 20 Fahrzeugen im Einsatz, Seelsorger betreuten die Bewohner der Nachbarhäuser.

In Teltow niemand verschüttet

Bei der Explosion des Einfamilienhauses in der Teltower Gartenstraße am Sonntagabend war offenbar niemand verschüttet worden. Am frühen Montagmorgen stellten die Hilfskräfte die Suche nach möglichen Opfern ein. Allerdings ist laut Polizei noch unklar, warum zuvor die Suchhunde in den Trümmern angeschlagen hatten. Die Familie Sch., die in dem Haus wohnte, sei zum Explosionszeitpunkt bei Verwandten in Berlin gewesen. „Sie kamen am Abend zurück, als die Rettungsarbeiten in vollem Gange waren“, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Potsdam, Anja Resmer. Nur Vater und Mutter Sch. – 59 und 60 Jahre – sollen in ihrem weitgehend zerstörten Haus gewohnt haben. Der erwachsene Sohn lebte laut Nachbarn in unmittelbarer Nähe.

Detonation möglicherweise vorsätzlich ausgelöst

Sicher ist für die Ermittler, dass die Ursache für die Explosion ausströmendes Gas war. Offenbar aber wurde die Detonation vorsätzlich ausgelöst, denn die Ermittlungen hat das Kommissariat „Schwere Kriminalität“ in Potsdam übernommen. Der Verdacht lautet auf „Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“. Die Polizei machte gestern keine Angaben, ob die Hauseigentümer unter Verdacht stehen. „Wir ermitteln in alle Richtungen und verfolgen verschiedene Ansätze“, sagte Sprecherin Resmer. Die Befragungen der Beteiligten dauerten noch an.

Wie berichtet, hatten Anwohner der Gartenstraße am Sonntag gegen 18.30 Uhr einen heftigen Knall gehört. Durch die Detonation wurde das Haus der Familie Sch. zu großen Teilen zerstört. Die Vorderwand und Teile der Seitenwand wurden herausgedrückt, zudem sackte das Dach auf einer Haushälfte ein. Durch die Wucht der Explosion wurden auch mehrere umliegende Gebäude beschädigt. Glasscheiben zerbarsten.

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) sagte gestern, dass die Familie Sch. von der Stadtverwaltung bis auf Weiteres in einer möbilierten Wohnung untergebracht wurde. „Wir hoffen, dass jetzt erst einmal Ruhe einkehrt und die Versicherung für den Schaden geradesteht“, sagte er. Sieben Bewohner aus den umliegenden beschädigten Gebäuden seien bei Freunden untergekommen.
Zu dem Großeinsatz waren rund 100 Retter angerückt: Die Feuerwehrleute wurden von Rettern des Technischen Hilfswerks (THW) unterstützt. Sie suchten mit einem sogenannten Bio-Radar nach Verschütteten. Mittels einer 30 mal 30 Zentimeter großen Antenne sendet es Mikrowellen aus und empfängt die reflektierten Signale. Auch Suchhunde des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) waren im Einsatz. Am Morgen nach der Explosion machten sich die Ermittler der Polizei an die Arbeit, um Spuren zu sichern. „Betreten kann man das zerstörte Gebäude noch nicht. Ein Statiker muss es erst prüfen“, sagte Anja Resmer.

Unter den Anwohnern kursierten Gerüchte, wonach das Haus zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben war. Die Polizei konnte dies gestern nicht bestätigen. Erst vor kurzem sollen die Eigentümer das Dach des Hauses neu gedeckt haben. (mit dpa/ddp)

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