Wittstock : Bürgerinitiative will zivile Nutzung des "Bombodroms"

Die Bürgerinitiative Freie Heide hat erneut einen Verzicht auf das sogenannte "Bombodrom" gefordert. Die Luftwaffe will den ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz für 1700 Einsätze pro Jahr nutzen.

Bombodrom
No bombs: Die Bürgerinitiative Freie Heide fordert eine zivile Nutzung des Truppenübungsplatzes. -Foto: ddp

ZühlenDie Bürgerinitiative Freie Heide hat Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erneut zu einem Verzicht auf das so genannte Bombodrom bei Wittstock aufgefordert. Der Minister müsse nach Jahren der politischen Fehlentscheidungen endlich die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide festlegen, betonte Sprecher Benedikt Schirge in Zühlen. Nordbrandenburg und Südmecklenburg kämpften für ihre touristischen und wirtschaftlichen Perspektiven. Das Verteidigungsministerium behindere die Entwicklung seit 15 Jahren.

Die Luftwaffe will den rund 12.000 Hektar großen früheren sowjetischen Truppenübungsplatz für rund 1700 Einsätze pro Jahr nutzen. Dabei sind Tiefflüge und Bombenabwurfübungen geplant. Die Tiefflugzone führt über die Ruppiner Seenkette und die Müritzer Seenplatte, die zusammen das größte zusammenhängende Wasserwandergebiet Westeuropas bilden.

Die Bundeswehr hatte 2003 eine sofortige Betriebserlaubnis für das Gelände erteilt. Die "Bombodrom"-Gegner konnten jedoch vor Gericht einstweilige Anordnungen erwirken, die die Truppenübungen bis zu einer Entscheidung zur Wiederinbetriebnahme des Platzes untersagen. Gegen die Nutzung des Luft-Boden-Schießplatzes wehren sich Gemeinden, Bürgerinitiativen und Unternehmer. Das Potsdamer Verwaltungsgericht will am 31. Juli drei Musterklagen verhandeln. Insgesamt sind dort 20 Klagen anhängig.

Die Bürgerinitiative Freie Heide sehe der Gerichtsverhandlung mit großer Spannung entgegen, unterstrich Schirge. Das gelte auch für die Landesregierungen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, die ebenfalls eine militärische Nutzung der Heide ablehnen. Schirge erinnerte daran, dass Verteidigungsminister Jung für den Fall einer weiteren Niederlage vor Gericht angekündigt habe, die Pläne zur Inbetriebnahme des Übungsplatzes zu überdenken. (mit ddp)

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