Der Tagesspiegel : WORAN ES HAKT Planungsfehler und Unfälle

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Die Opposition brachte es auf den Punkt: Ein Arbeitsplatz am Lausitzring habe mehr als fünf Millionen Euro gekostet, so die PDS-Abgeordnete Esther Schröder im Brandenburger Landtag. Sie hatte die Baukosten für die Rennstrecke durch die Zahl der knapp 50 direkt am Ring geschaffenen Arbeitsplätze geteilt – ihre Bilanz: „Das ist die totale Geldverschwendung“. Das Geld kam vom Steuerzahler: Mit den 123 Millionen Euro hatte er die Errichtung der insgesamt 256 Millionen Euro teuren Rennstrecke direkt bezuschusst. Und auch heute noch, zwei Jahre nachdem Manfred Stolpe zur Eröffnung des Eurospeedways die erste Runde drehte, muss er den Betrieb des Kurses mit der landeseigenen Bankgesellschaft weiter bezuschussen: 20 Millionen Euro fehlten in den vergangenen zwei Jahren in den Kassen. Der Grund: Die großen Hoffnungen hatten sich schnell zerschlagen. Der Formel1-Zirkus, Magnet der Massen, wird vorerst in der strukturschwachen Region nicht seine Zelte aufschlagen. Das Auftaktrennen, ein wenig werbewirksamer Lauf der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft, fiel wegen eines Unwetters buchstäblich ins Wasser. Die bisherigen Höhepunkte: Konzerte der Hardrock-Veteranen AC / DC sowie ein Lauf aus der Champcar-Serie brachten zu wenig Einnahmen. Und Meldung über bis zu 15 Kilometer lange Staus auf der Autobahn schreckten potenzielle Besucher ebenfalls ab. Ursache für die Anfahrtschwierigkeiten war die falsch geplante Zufahrt, einer von vielen Managementfehlern, die die Baukosten explodieren ließen.

Zu allem Überfluss überschatteten dann auch noch zwei tödliche Unfälle in den ersten Jahren die sportlichen Nachrichten aus der Lausitz. ball

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