Der Tagesspiegel : Wundersame Rettung via Telefon

Wie ein Arbeitsloser einer entfernten Unbekannten half

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Früher hat Thomas Klose UBahnen gereinigt. Am Freitag hat er ein Menschenleben gerettet, „hochprofessionell und clever“, wie die Polizei lobte. Gegen halbeins mittags klingelte bei dem Arbeitslosen das Telefon, am anderen Ende eine leise schwache Stimme. „Hilfe, helft mir“, hörte Klose, und „Ich will nicht sterben, ich muss ins Krankenhaus“. Zunächst dachte sich der 40-Jährige, hier erlaube sich jemand einen Scherz. Er steht er nicht mal im Telefonbuch. Nun hätte er sagen können: „Rufen sie die Feuerwehr“ und auflegen, doch das hat Klose nicht getan.

Schließlich klang die Stimme tatsächlich schwach und krank. Er sagte erstmal resolut: „Sie müssen nicht sterben“. Gleichzeitig wählte der Hellersdorfer über sein Mobiltelefon den Notruf der Polizei, die 110 – und stellte sein Wohnungstelefon auf laut. Nun konnten die Beamten in der Notrufzentrale das Gespräch mithören. Thomas Klose fragte die offensichtlich ältere Frau nach ihrem Namen, der klang wie Müller, als Adresse hörten Klose und die 110-Crew etwas wie „Kunzstraße“. Nach einem schnellen Blick in den Stadtplan schlossen die Beamten auf die Albert-Kuntz-Straße, die ist schließlich auch in Hellersdorf. Doch dort, in der genannten Hausnummer gab es keine Hilfsbedürftige. Auch im Altersheim im Bezirk fragten die Beamten nach – wieder nichts.

Und am Telefon stöhnte weiterhin die Frau und sagte noch, sie sei 1905 geboren. Thomas Klose fragte und fragte. Iirgendwann bekam er doch aus ihr heraus, wo sie wohnt: in Spandau, vor ihrem Haus sei ein Cafe, da stünden Bänke, da sitze sie bei warmem Wetter immer. Nach einer guten Stunde am Telefon – über Kloses Handy war die Polizei ständig live dabei, sagte die Frau: Breite Straße. Wieder raste die Feuerwehr los – und am Telefon hörten Klose und die Polizisten dann, wie die Feuerwehr klopfte – und dann die Tür aufbrach. Irgendjemand legte schließlich den Hörer auf – Klose und Notrufzentrale waren erleichtert.

Ein Schwächeanfall. Frau M. hatte, auf dem Boden liegend, irgendeine Nummer gewählt. Am Abend, im Krankenhaus ging es der 98-Jährigen wieder besser. „Die meisten hätten Herrn Kloses Stelle aufgelegt“, sagt die Polizei. Ha

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