Zeitung Heute : 120 tote Polizisten in Syrien – Strafe für Meuterei?

Damaskus - Nach der angeblichen Tötung von 120 Polizisten im Nordwesten Syriens wächst in der Stadt Dschisrasch Schugur die Angst vor einer Vergeltungsaktion der Armee. Die Regierung schickte nach Angaben von Aktivisten am Dienstag weitere Truppen mit mehreren Armeetransporten in die Stadt. Der Regierung zufolge waren in Dschisrasch Schugur am Montag 120 Angehörige der Sicherheitskräfte von „bewaffneten Banden“ getötet worden. Menschenrechtsaktivisten dementierten das und sprachen von Meuterei. Mehrere Exil-Oppositionelle sagten der Nachrichtenagentur dpa, die Sicherheitskräfte seien von Angehörigen der Armee erschossen worden, weil sie sich geweigert hätten, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.

Der Nachrichtensender Al Arabija meldete, die gefürchtete 4. Brigade der Armee sei auf dem Weg nach Dschisrasch Schugur. Die Brigade wird von Maher al Assad, einem Bruder des Präsidenten Baschar al Assad, kommandiert.

In Syrien geht die Regierung seit Wochen gewaltsam gegen Proteste gegen Staatschef al Assad vor. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten starben seit Beginn der Protestbewegung mehr als 1100 Zivilisten durch die Gewalt der Sicherheitskräfte.AFP/dpa

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