Zeitung Heute : 18. März 1977

Der Tagesspiegel

Die Ärzte an den Polikliniken geben an die ambulanten Patienten offenbar in großem Umfang unentgeltlich Medikamente aus der Klinikapotheke ab und verzichten auf das Ausschreiben von Rezepten. Dies belastet den Universitätshaushalt – und damit den Landesetat – in erheblichem Maße. Von fachkundiger Seite aus dem Klinikum war uns erklärt worden, die Ärzte bezögen die für Kassenpatienten notwendigen Medikamente zu „mindestens 90 Prozent“ einfach aus der hauseigenen Apotheke, also unentgeltlich (werden dagegen Rezepte ausgeschrieben, haben die Krankenkassen deren Kosten zu tragen). Der Schaden für die FU ginge „in die Millionen“. Diese Praxis bestehe seit Jahren. Angeblich verweigern die Ärzte die Rezeptschrift mit dem Hinweis, sie hätten dafür keine Zeit. Bis vor kurzem habe im übrigen gar kein stationsbezogenes Rechnungswesen existiert, so daß Medikamentenabgabe und Preis nicht hätten kontrolliert werden können.

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