Zeitung Heute : 2007 – Rekordjahr auf dem Arbeitsmarkt

Zahl der Beschäftigungslosen sank um 711 000 – so stark wie nie zuvor / BA auch für 2008 optimistisch

Yasmin El-Sharif

Berlin - Die Zahl der Menschen ohne Job ist 2007 so stark gesunken wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Angetrieben durch eine gute Konjunktur und durch einen starken Beschäftigungszuwachs ging die Arbeitslosenzahl im Jahresschnitt um 711 000 auf 3,776 Millionen zurück, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit.

Auch am Ende des vergangenen Jahres setzte sich der stabile Trend auf dem Arbeitsmarkt fort. So nahm die Zahl der Erwerbslosen von November auf Dezember mit 28 000 auf insgesamt 3,406 Millionen weniger zu als für die Jahreszeit üblich und erreichte damit den niedrigsten Stand in einem Dezember seit 15 Jahren. Saisonbereinigt, also unter Herausrechnung von jahreszeitlichen Einflüssen, ging die Zahl der Menschen ohne Job sogar kräftig um 78 000 zurück. In Berlin und Brandenburg stieg die Arbeitslosenzahl nicht saisonbereinigt leicht um rund 5200 auf gut 420 500.

„Die positive Arbeitsmarktentwicklung hält an“, fasste BA-Chef Frank-Jürgen Weise die Zahlen am Donnerstag zusammen. „Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst in allen Bundesländern und in fast allen Branchen“, sagte Weise. So stieg die Zahl der Erwerbstätigen im November nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes um 51 000 auf 40,37 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr waren das rund 624 000 mehr.

Trotz etwas schlechterer konjunktureller Aussichten für das gerade begonnene Jahr sieht die Bundesagentur weiterhin gute Chancen für ein Abschmelzen der Arbeitslosenzahl. 2008 könne erstmals seit 1992 zeitweise die Zahl von drei Millionen Arbeitslosen unterschritten werden, sagte BA-Chef Weise. „Rein rechnerisch wären in einem Monat auch unter drei Millionen Arbeitslose drin.“ Im Jahresschnitt rechne er mit 3,5 Millionen Arbeitslosen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich erfreut über die Zahlen. Die Entwicklung sei auch auf die politischen Reformen der vergangenen Jahre zurückzuführen, ließ Merkel am Donnerstag durch ihren Sprecher mitteilen. Für 2008 bleibe es die wichtigste Aufgabe, noch mehr Menschen in Arbeit zu bringen und sie am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben zu lassen.

Angesichts von Milliardenüberschüssen der BA brachte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla eine weitere Absenkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags ins Gespräch. „Wenn zum 1. Januar 2009 neue Spielräume für eine weitere Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags vorhanden sind, dann müssen diese genutzt werden“, sagte Pofalla. Zum Jahreswechsel war der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 4,2 Prozent auf 3,3 Prozent gesenkt worden.

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