Zeitung Heute : 3:0 IN MARSEILLE ÜBER WM-DEBÜTANT SÜDAFRIKA: Frankreich glückt der Auftakt

MARSEILLE .Ausgerechnet der zunächst auf die Bank verbannte Lokalmatador Christophe Dugarry hat die Weltmeisterschafts-Euphorie in Frankreich am Leben erhalten.In seinem "Heimspiel" ebnete der 26jährige Angreifer von Olympique Marseille den Gastgebern am Freitag abend mit seinem Führungstor in der 35.Minute den Weg zum 3:0 (1:0)-Sieg über den enttäuschenden WM-Neuling Südafrika, der seinen Pechvogel in Pierre Issa hatte.Dem Verteidiger unterliefen gleich zwei Selbsttore (78./90) zum Endstand.

Vor 60 000 Zuschauern im ausverkauften Stade Velodrome hielten die Franzosen dem großen Erwartungsdruck stand, den erhofften Glanz konnten sie jedoch noch nicht verbreiten.Mit ihrem ungefährdeten Erfolg wahrte die "Equipe tricolore" indes eine Tradition: Noch nie in der WM-Geschichte hat das Gastgeberland das erste Spiel verloren.

Überragender Denker und Lenker des französischen Spiels war Zinedine Zidane.Der 25 Jahre alte Regisseur von Juventus Turin bewies im Mittelfeld viel Übersicht und glänzte mit klugen Pässen.Im Angriff blieben allerdings manche Wünsche offen.Torgefahr ging allein von Dugarry aus, der in der 26.Minute für den am Knöchel verletzten Guivarc&h ins Spiel kam.Die Südafrikaner setzten bei ihrem Debüt auf der WM-Bühne ganz auf die Defensive und spielten häufig mit einer Fünfer-Abwehrkette.Ihre zaghaften Vorstöße stellten die französische Innenverteidigung um Blanc und Desailly vor keine ernsthaften Probleme.

Die vom Publikum mit südländischer Begeisterung empfangenen WM- Gastgeber benötigten geraume Zeit, um ihre Nervosität abzulegen und sich auf den böigen Mistral einzustellen, der hoch geschlagene Bälle verwehte.Danach ließen sie phasenweise ihr großes spielerisches Können aufblitzen, auch wenn es bis zur 29.Minute dauerte, ehe sich dem eingewechselten Dugarry die erste große Chance bot.Der Stürmer scheiterte nach einem Traumpaß von Zidane an dem heraustürzenden Torhüter Vonk.

Sechs Minuten später war aber auch Vonk machtlos, als Dugarry einen Eckball von Zidane per Kopf zum 1:0 verwertete.Für Dugarry war das dritte Tor im Trikot der "Equipe tricolore" eine besondere Genugtuung, hatte Trainer Jacquet auf seiner Position doch zunächst Henry den Vorzug gegeben.Bei einem Distanzschuß von Petit (40.) lieferte Vonk nur wenig eine erneute Kostprobe seines Könnens.Die bis dahin ausschließlich auf die Defensive konzentrierte "Bafana bafana" kam erst Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erstmals gefährlich vor das Tor von Barthez, als der unbewachte Issa haarscharf vorbeiköpfte.

Der Überlegenheit der Hausherren setzte sich im zweiten Durchgang fort, allerdings erwiesen sich die athletisch wirkenden Südafrikaner mit ihrer ganz auf Torsicherung bedachten Spielweise weiter als äußerst unbequemer Gegner.Ausgerechnet Dugarrys Klubkollegen Issa avancierte in den letzten Minuten zur tragischen Figur.Zwölf Minuten vor Schluß lenkte er einen Schuß von Juri Djorkaeff ins eigene Netz in der Nachspielzeit stolperte er mit einem Schlenzer Thierry Henrys ins eigene Tor.

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