Zeitung Heute : 40 Berliner Bibliotheken veranstalten 2.Multimedia-Woche

KURT SAGATZ

Multimedia ist eine schöne Sache.Doch in vielen Berliner Bezirken sind Kinder bereits froh, einen eigenen Schreibtisch zu besitzen - von einem Multimedia-Computer ganz zu schweigen, wie die Kreuzberger Bibliothekarin Christiane Bornett aus ihrem Alltag in der Hauptjugendbibliothek am Cottbusser Tor weiß.Um so wichtiger ist es für sie, daß die Kids wenigstens in den Kinder- und Jugendbibliotheken mit den neuen Medien in Berührung kommen.Gleichwohl fehlen Mittel für Ausstattung und Schulungen allerorten.Von den Hauptkinder- und Jugendbibliotheken in Berlin verfügt gerade einmal die Hälfte über einen Computer mit CD-ROM-Laufwerk.In den Zweigstellen sieht es noch schlimmer aus."Will Berlin seinem Anspruch als Medienstadt gerecht werden, so muß in diesen Bereich investiert werden", fordert daher auch die Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek, Claudia Lux.

An den Bibliotheken und ihren Mitarbeitern wird es jedenfalls nicht scheitern.Zum zweiten Mal findet vom 2.bis zum 6.November in 40 Einrichtungen der Stadt eine Multimedia-Woche mit dem Titel "Von Bits und Mäusen" statt.Die Veranstaltungswoche, an der sich namhafte Multimedia-Produzenten genauso wie diverse Computerschulungs-Institutionen engagieren, wurde von den Bibliothekaren selbst organisiert, die auch die Sponsoren geworben haben.Mit ihrer Hilfe stehen nun wenigstens in der Multimedia-Woche genügend Geräte bereit, damit sich Kinder und Eltern einen Überblick über die Welt der Silberscheiben verschaffen können.So wird allein die Firma JE Computer für die Woche 20 Rechner aufstellen.Auch der Autor des "Kinder-Software-Ratgebers", Thomas Feibel, hat die Werbetrommel gerührt und akquirierte 14 PCs, die sogar dauerhaft in den Büchereien bleiben.Auch für die Weichware ist gesorgt.Die nötigen Multimedia-Programme stellen die großen Verlage wie Ravensburger, Cornelsen, Klett, Tivola und Terzio bereit.

In der zweiten Multimedia-Woche geht es vor allem um die Frage, wie Software beurteilt werden kann und welche Titel sich nicht zuletzt als Weihnachtsgeschenk eignen.Neben der Vorstellung der einzelnen Verlagsangebote durch die Hersteller wird es im Rahmen der Multimedia-Woche auch verlagsunabhängige Produktvorstellungen geben.

Daneben werden in der Multimedia-Woche von den einzelnen Bezirkseinrichtungen sowie von der Zentralbibliothek am Halleschen Ufer diverse Workshops und Schulungen für Kinder und Jugendliche angeboten.Auf einer Podiumsdiskussion wird über die Berufsaussichten auf dem Feld der neuen Medien diskutiert.Im Anschluß werden Praktikumsplätze unter anderem beim Druckhaus Hentrich, bei JSW Medien, bei JE Computer sowie in der ZLB vorgestellt, auf die sich Jugendliche bewerben können.Leider schon ausgebucht sind die Tivola-Workshops, in denen gezeigt wird, wie eigentlich die Szenen auf Multimedia-CD-ROMs animiert werden, sowie die Mediennächte, in denen einige Bibliotheken Jugendliche mit Schlafsack und Isomatte zu Detektiv-Geschichten am virtuellen Lagerfeuer eingeladen haben.

Gleichwohl lohnt sich ein Blick auf die Veranstaltungspläne der einzelnen Büchereien, denn auch neben Workshops und Mediennächten wird viel geboten.So stellt der Berliner Tivola-Verlag seine neueste CD-ROM "Der kleine Prinz" vor und Multimedia-Producer Eku Wand wird anhand von "Berlin Connection" zeigen, daß Spiele durchaus interessant und lehrreich zugleich sein können.

Weitere Informationen: Die Programme für die Multimedia-Woche liegen in den Einrichtungen aus.Im Internet kann das komplette "Bits und Mäuse"-Programm über die Adresse www.bln.de/medien abgerufen werden.

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