Ein Tümpel, 750 Meter tief in der Erde. Er strahlt - offenbar seit Jahren. Informiert wurden die Bürger darüber nicht, nun droht das Atomlager Asse II einzustürzen. Seine Geschichte ist eine Parabel vom Umgang mit Deutschlands nuklearem Erbe.
Wolfenbüttel -
Die Luft ist trocken und 30 Grad heiß. Ein steter Wind treibt beißenden, salzigen Staub durch die Gänge. Die Fahrt in die Tiefe des alten Salzbergwerks führt geradewegs in ein Wüstenklima. Wo der Förderkorb die Besucher aus dem Schacht entlässt, beginnt ein Labyrinth aus Tunnelstraßen. Über Serpentinen führt der Weg immer tiefer hinunter in das Gestein, dahin, wo die Bergleute schon vor mehr als 100 Jahren mit der Förderung des damals kostbaren Kalidüngersalzes begannen.
Und dort, ganz am Ende eines schmalen Stollens, 750 Meter tief unter der Erde, findet sich jener ein Meter tiefe Tümpel, den es eigentlich gar nicht geben dürfte. "Vorsicht! Kontamination“ warnt ein Schild. Das Wasser ist nicht nur mit Salz gesättigt, sondern auch mit radioaktivem Caesium. Die Lauge strahlt mit bis zu 80.000 Becquerel pro Liter. Das heißt: Pro Sekunde und Liter zerfallen 80.000 Atome unter Abgabe von energiereichen Strahlen, acht Mal mehr als gefahrlos zulässig.
"Keiner weiß, wann die radioaktive Suppe unsere Region verseuchen wird"
Der strahlende Teich birgt, tief begraben unter Millionen Tonnen Gestein, bisher keine Gefahr für Menschen und Umwelt an der Oberfläche. Und doch ist er dort seit drei Wochen Gegenstand aufgeregter Parlamentsdebatten und zorniger Proteste. Denn die Cäsium-Lauge tief unten im Berg ist ein Ausfluss des "Forschungsbergwerks“ Asse II, Landkreis Wolfenbüttel bei Braunschweig, des ersten deutschen Endlagers für radioaktiven Abfall und damit der jüngste Beleg für das Risiko, das die Nutzung der Atomenergie für die Ewigkeit hinterlässt.
"Jahrzehntelang haben sie uns gesagt, das Lager sei trocken und es drohe keine Gefahr, und jetzt kommt raus, dass sie die Kontrolle verloren haben, die ganze Anlage droht einzustürzen, und niemand weiß, ob und wann die radioaktive Suppe doch unsere Region verseuchen wird“, sagt die Landwirtin Ursula Kleiber aus dem benachbarten Örtchen Eilum. Sie beschreibt damit auch die Stimmung, die am Samstag an die 700 Bewohner der umliegenden Dörfer und Städte zum Protest vor die Schachtanlage trieb.
Vom Versuchslabor zum Übergangs-Endlager
Dabei hatte es in Asse doch eigentlich nur um Forschung gehen sollen. Als die bundeseigene Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung, GSF, 1965 im Auftrag des Bonner Forschungsministeriums das stillgelegte Bergwerk für knapp eine Million Mark erwarb, wollten die Forscher lediglich "versuchsweise“ erkunden, ob das Salzgestein für die Endlagerung strahlender Abfälle taugt. Doch bald darauf begann die Hochzeit der deutschen Atomindustrie. Viele Atommeiler gingen in Betrieb und auch die Plutoniumgewinnung wurde erprobt.
Damit vervielfachte sich die Menge an radioaktivem Müll, der irgendwo untergebracht werden musste. So wurde binnen weniger Jahre aus dem Versuchsbergwerk ein Lager, in dem der Abfall in den 15 Meter hohen Abbaukammern zunächst gestapelt, später dann nur noch abgekippt wurde – insgesamt mehr als 125.000 Fässer, darin enthalten: 100 Tonnen Uran, 87 Tonnen Thorium und 12 Kilogramm Plutonium. So haben die Betreiber es ermittelt.
Kühn: "Wassereinbruch höchst unwarscheinlich"
Erst 1978 beendete die damalige Bundesregierung mit einer Reform des Atomgesetzes die Entsorgung im Forschungsbergwerk. Seitdem müssen Atomanlagen in einem Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit genehmigt werden. Eine solche Genehmigung wäre für Asse II wohl nie erteilt worden. Schon 1979 warnte Wasserbauingenieur Klaus-Helge Jürgens in einem Gutachten, dass alsbald Grundwasser eindringen und die Anlage "absaufen“ werde. Dafür sprach nicht zuletzt auch die Erfahrung mit dem benachbarten Schacht Asse I, der unter dem Druck des Deckgebirges einbrach und mit Wasser volllief.
Ein möglicher "Wassereinbruch“ in die Schachtanlage sei "höchst unwahrscheinlich“, befand dagegen der Bergbauexperte Klaus Kühn, der 30 Jahre lang bis 1995 als wissenschaftlicher Leiter des Projekts arbeitete. Anstatt frühzeitig die Rückholung des Atommülls zu planen, forschten Kühn und seine Kollegen lieber weiter. Asse II war das Pilotprojekt für das schon damals geplante große Atommüll-Endlager in Gorleben. Da waren wissenschaftliche Meriten zu erwerben.
12.000 Liter Wasser am Tag fließen in die Grube
Fortan legte sich ein Mantel des Schweigens über die Vorgänge im Atommüllbergwerk und die Asse geriet zur traurigen Parabel vom Umgang mit dem strahlenden Erbe des Atomzeitalters. "Verdrängen, verschieben, verschweigen“, nach diesem Prinzip hätten die Betreiber die Öffentlichkeit über Jahrzehnte ruhig gestellt, klagt einer der jetzt mit der Prüfung beauftragten Beamten aus dem Bundesumweltministerium.
Während der Streit um Gorleben hitzig geführt wurde, überließen die Umweltministerien in Bund und Land die Aufsicht über Asse II dem Landesamt für Bergbau – offenbar ein Fehler mit weitreichenden Folgen. Denn schon 1988 begann genau das, was der Warner Jürgens vorhersagt hatte: An der Südflanke des Grubengebäudes und etwa 100 Meter oberhalb der Atommüll-Kammern sickerte Wasser ein. Mit der Zeit stieg der Zufluss auf heute 12.000 Liter am Tag, der nun mit Folien gesammelt, in Container geleitet und regelmäßig abtransportiert wird. Gleichzeitig drückte das Gewicht des Deckgebirges die Südwand des Grubengebäudes ein, bis heute schon mehr als sechs Meter.
"Das Absaufen des Bergwerkes ist unvermeindlich"
Dagegen unternahmen die Forscher der GSF, die heute unter dem Namen Helmholtz-Zentrum firmiert, zunächst nichts. Erst 1995 wurde ihnen klar dass man doch etwas tun müsse. Aber anstatt, wie später im alten DDR-Atommüllsalzstock Morsleben geschehen, die Grube mit Beton stabil auszugießen, verlegten die GSF-Forscher sich auf eine Billigmethode. Mit Güterzügen ließen sie mehr als zwei Millionen Tonnen Abraumsalz aus einem anderen Bergwerk herbeischaffen und füllten damit die verbliebenen 119 leeren Kammern oberhalb der Etage mit den Abfalllagern, die ohnehin längst zugeschüttet waren. Allerdings ohne großen Erfolg. Große Hohlräume blieben ungefüllt, der Druck auf die Grubenwand blieb, auch das Wasser ließ sich so nicht stoppen.
Daraufhin vollzogen die GSF-Wissenschaftler eine radikale Wende. Nachdem sie über Jahre versichert hatten, die "langfristige Standsicherheit“ könne erhalten werden, erklärten sie 2002 plötzlich, das Absaufen des Bergwerks sei unvermeidlich. Allenfalls bis 2014 könne es noch offen bleiben. Um einem Einsturz zuvorzukommen, müsse man die Grube mit Millionen Litern einer Salzlösung aus Magnesiumchlorid füllen. Dieses "Schutzfluid“ könne die Auflösung der umliegenden Kalisalzflöze, und damit den Einsturz des Grubengebäudes verhindern – ein riskanter Plan. Denn während der auf zwei Jahre angelegten Flutung, so räumen die Planer ein, könnte die eingeleitete Lösung die tragenden Säulen aufweichen und so den Einsturz selbst herbeiführen.
Salzbrei droht das Grundwasser zu konterminieren
Käme es dazu, würden sich große Spalten im Deckgebirge öffnen und eine Verbindung zum Grundwasser nahe der Oberfläche schaffen. Als Gegenmaßnahme setzen die Stollenbetreiber auf eine bisher nicht erprobte Technik: Die Ausgänge sollen verschlossen und die Grube unter hohen Luftdruck gesetzt werden. Dieser soll den Berg halten, bis alle Hohlräume gefüllt sind. Ob das funktioniert, vermag allerdings niemand zu garantieren. Unklar ist auch, wie lange der so geschaffene radioaktive Salzbrei abgeschlossen bleibt.
Die Helmholtz-Forscher wollen nachweisen, dass selbst in 20.000 Jahren nur unschädliche Mengen an die Oberfläche dringen. Kritiker halten solche Prognosen wegen der komplexen Erdbewegungen für gar nicht berechenbar. "Der Plan ist, dass sich die Suppe an die Strahlenschutzverordnung hält“, spottet Udo Dettmann, Sprecher der Flutungsgegner. Den ersten Antrag der Betreiber wiesen die Behörden denn auch mangels ausreichender Nachweise zurück.
"A" für Widerstand
In all den Jahren standen die wenigen Warner in der Region auf verlorenem Posten. Die "Aktion Atommüllfreie Asse“ schrumpfte zeitweilig auf fünf Leute zusammen, erinnert sich die 51 Jahre alte Landwirtin Kleber. Sie zählt zu den Aktivisten der ersten Stunde. Verantwortlich dafür war nicht zuletzt die absurde rechtliche Lage. Bis heute unterliegt der Asse-Betrieb lediglich den Bestimmungen des Bergrechts, das weder den Bürgern noch der Atomaufsicht des Bundes eine Mitwirkung einräumt. Das Bundesamt für Strahlenschutz, eigentlich zuständig für Atomabfall, durfte bis vor kurzem nicht einmal Gutachten bewerten. Doch die Kritiker organisierten "Fachgespräche“ mit unabhängigen Wissenschaftlern über eine mögliche Rückholung des Atommülls und bedrängten Politiker, ein öffentliches Verfahren nach Atomrecht zu fordern.
Der Durchbruch kam im Frühjahr 2006. Der drohende Einsturz wurde Thema des Kommunalwahlkampfes und der Kreistag forderte einstimmig einen Vergleich aller möglichen Optionen zum Umgang mit der nuklearen Altlast. Seitdem entstand rund ein Dutzend neuer Initiativen und heute schmückt ein großes gelbes "A“ als Symbol des Widerstands zahlreiche Hauswände und Straßenschilder. "Die Bürger sind sauer, dass sie von ihrem Staat 40 Jahre lang hinters Licht geführt wurden“, sagt Landrat Jörg Röhmann.
Viele Hoffnungen ruhen nun auf der Tischlermeisterin Irmela Wrede. Sie wohnt nahe am Bergwerk und hat eine Klage auf Anwendung des Atomrechts angestrengt, um die öffentliche Erörterung der Flutungspläne zu erzwingen. Ein Erfolg vor Gericht ist vielleicht aber gar nicht mehr nötig. Denn auf Druck des Kreistags haben die Umweltminister aus Bund und Land sowie Forschungsministerin Annette Schavan ein offenes Verfahren begonnen. Es soll alle Möglichkeiten mit unabhängigen Experten prüfen und Bürgern wie Lokalpolitikern Einblick in die Unterlagen verschaffen.
Zwei Milliarden Euro für die Ausgrabung des Mülls
Daran hat nicht zuletzt auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ein Interesse. Denn die Asse liegt in seinem Wahlkreis und er muss das Genehmigungsverfahren für das geplante erste legale Atomlager im Erzbergwerk Konrad durchziehen. Darum gibt es nun eine "Optionenvergleichsgruppe“ mit externen Wissenschaftlern. Eine "Asse-Begleitgruppe“ aus Vertretern von Parteien und Initiativen erhält ebenfalls alle Informationen. Geklärt werden soll, ob die Grubenwände doch durch Baumaßnahmen zu stabilisieren sind.
Landrat Röhmann hofft, dadurch Zeit erkaufen zu können, "für eine mögliche Rückholung des Atommülls“. Das allerdings wäre ein Unterfangen, das 40 Jahre dauern und zwei Milliarden Euro kosten könnte, wie GSF-Experten einmal schätzten – eine Summe, die die Flutungsgegner nicht schreckt. "Wenn der Landkreis unbewohnbar würde, wären die Kosten viel höher“, sagt Röhmann. Entscheidend sei, dass "alles auf den Tisch“ komme.
Bei den Verantwortlichen im Bergwerk und ihren Aufsehern im Landesbergamt war diese Botschaft bis vor drei Wochen wohl noch nicht richtig angekommen. Obwohl der Caesium-Tümpel in 750 Metern Tiefe schon vor mehr als vier Jahren entdeckt und dem Bergamt gemeldet wurde, erfuhr die Öffentlichkeit bis dahin nichts davon. Noch Ende April schrieb der Asse-Betriebsleiter an die Kreisverwaltung, die gemessene Strahlung liege "im Bereich der Umweltradioaktivität“.
Staatsanwaltschaft Braunschweig schaltet sich ein
Heute rechtfertigt ein Helmholtz-Sprecher die Informationspolitik mit dem Hinweis, dass ja "niemand gefährdet“ gewesen sei. Die Geheimnistuerei war aber zumindest auch praktisch: Niemand erfuhr, dass die Forscher bis heute nicht wissen, ob die Caesium-Lauge schon aus einem Wassereinbruch in die Abfallkammern stammt oder aus alten Verunreinigungen bei der Einlagerung.
Und es blieb geheim, dass sie bis Anfang des Jahres 80.000 Liter der strahlenden Lauge absaugten und kurzerhand in einen 200 Meter tiefer liegenden "Laugensumpf“ pumpten. Für einen solchen "Umgang mit radioaktiven Stoffen“ sei eine strahlenschutzrechtliche Genehmigung nötig, sagt ein Fachbeamter des Umweltministeriums. Den aber hatten die Asse-Betreiber nicht. Und nur weil die Fachleute des Bundesumweltministeriums hartnäckig nachfragten, gaben die Verantwortlichen am 13. Juni das Geheimnis preis. Nun prüft die Staatsanwaltschaft Braunschweig, ob sie Klage gegen die Verantwortlichen erheben wird.
120.000 Kubikmeter Strahlenmüll lagern in Deutschland
Künftig könne man wohl sicher sein, "dass sie uns nicht mehr anlügen“, sagt Aktivisten-Sprecher Dettmer. Behält er recht, könnte ausgerechnet die Asse zu einem demokratischen Modellprojekt werden. Das wird dringend gebraucht. Schon jetzt lagern weitere 120.000 Kubikmeter Strahlenmüll in deutschen Sammelstellen und Zwischenlagern.
Hinzu kommen mehr als 5000 Tonnen alte Brennelemente aus Atomkraftwerken. Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, sagt: "Wenn wir unsere Glaubwürdigkeit nicht zurückgewinnen, werden wir das Problem niemals auf demokratischem Weg lösen.“ In der Asse zumindest darf nichts mehr schief gehen.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.07.2008)
Kommentare [ 14 ] Kommentar hinzufügen »
atomenergie ist ökoenergie, behaupten namhafte vertreter der CDU. atomenergie sei wirtschaftlich, höre ich immer wieder.
ersteres ist nicht weiter diskutabel: ökologisch ist anders.
und der achso billige atomstrom wird dadurch geschaffen, dass später die allgemeinheit einen beträchtlichen teil (alles?) der folgekosten der vermeintlich sicheren entsorgung tragen muss. dadurch ist atomstrom in hohem maße wirtschaftlich vor allem für dessen produzenten. wenn die energiekonzerne dafür tatsächlich in vollem umfang zur kasse gebeten würden, würde sich so ein atomkraftwerk wohl nicht mehr ganz so schön in der bilanz machen.
Im übrigen sollte mal der gesunde verantwortungsbewußte Menschenverstand angestrengt werden und nicht expertisches Wunschdenken. Dann würde in diesem Lande viel gewonnen werden. Das hätte aber den Nachteil (?), daß die Verantwortlichen dann zu ihrer Verantwortlichkeit an Fehlentscheidungen stehen müßten...
Die Atomkraft ist nicht die billige Energiequelle, rechnet man die staatlichen Forschungsgelder, Endlagerkosten (welches Endlager?), Abbaukosten der ausser Betrieb genommenen AKWs und alle sonstigen Kosten zusammen, ist die kWh aus einem AKW erschreckend teuer.
Ich habe noch nie gesehen, dass wirklich alle diese Kosten in eine Rechnung mit eingeflossen sind.
uranreserven sind genauso beschränkt wie ölreserven, der betrieb dieser werke nicht sicher (tschernobyl, three miles island....) die wideraufbereitung gescheitert, auch an technischer unmöglichekeit (nukem, alkem, selafield (weil dort alles verseucht ist, wird der name geändert....!)
umdenken ist der weg, geschwindigkeitslimit, zwang zu niedrig oder 0-energiebauweise, standby-verbote, massiver ausbau von kollektoren, wind und wasserkraftwerken. aufhebung der subventionierung von geschäftswägen........ . atomkraft braucht niemand, höchstens die betreiber der werke.
DAS LIEGT DARAN, DASS UNSERE EXPERTEN SCHLAU GENUG SIND, UM ZAHLREICHE ZWISCHENFÄLLE UND ENDLAGERPROBLEME ZU VERTUSCHEN - UND VIELLEICHT AUCH DARAN, DASS WIR ALLE "ZU BLÖDE" SIND, DAS GEFAHRENPOTENZIAL KERNKRAFT RICHTIG EINZUSCHÄTZEN?!
2. Wie kommt es, daß Länder, die viel mehr und viel größere Atomunfälle hatten, weiterhin, verstärkt oder wieder auf Atomkraft setzen?
WEIL DIESE LÄNDER OFFENSICHTLICH DEN WEG DES GERINGSTEN WIDERSTANDES GEHEN WOLLEN UND ZU WENIG KONTAKT HABEN MIT DEN FOLGENDEN LÄNDERN, DIE BEREITS AUSGESTIEGEN SIND ODER DEN AUSSTIEG (NEBEN DEUTSCHLAND) PLANEN: Italien, Spanien, Irland, Neuseeland, Dänemark, Estland, Griechenland, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Polen, Portugal.
Von wem werden wir welchen Strom mit welchem Geld kaufen, wenn bei uns das Licht ausgeht? AUS DEUTSCHLAND UND AUS REGENERATIVER ENERGIE, WENN WIR VERSTANDEN HABEN, DASS AKWs KEINE "KLIMARETTER" SIND
Könnte es sein, daß Länder wie Estland, Irland, Lettland, Luxemburg eventuell zu klein sind, um eine Atomenergieanlage zu bauen, vielleicht ebenso wie Liechtenstein, San Marino, Andorra und andere?
Könnte es sein, daß z.B. Dänemark (Wind) oder Norwegen (Wasser) aber auch andere ganz andere natürliche Bedingungen haben um alternative Energien zu erzeugen? Nowegen offenbar soviel, daß Strom kostenlos ist. Haben Sie sich mal von Experten ausrechnen lassen, wieviel Windräder wir brauchen (ständigen Wind vorausgesetzt), um die benötugte Energiemenge zu erzeugen?
Es ist, glaube ich, nicht ganz so einfach, wie Sie, Herr Gabriel und andere es sich vorstellen. Und damit der Strom aus der berühmten Steckdose kommt, muß er hergestellt UND BZAHLT werden.
Mit dem Argument des Vorkommens kommen Sie leider nicht weiter. Die Sonne bietet neben Wind, Wasser, Gas und (leider) Kohle genug Reserven, um uns alle zu versorgen; Strom lässst sich im Übrigen recht gut transportieren. Momentan exportieren wir Strom!
Es geht sicher nicht um Ländergrößen sondern um Technologievorsprung mit Zukunftstechnologie, dazu gehört sicher nicht eine Risikotechnologie aus den 50ern!
Hätte man also schon viel früher - und nicht erst jetzt, wie von den großen Stromanbietern propagiert - in diese Alternativen investiert, würde der geringe Anteil von ca. 1/4 an Kernkraft in Kürze eingestellt werden können.
Glauben Sie wirklich, es sind nur noch grüne Spinner, die sich gegen Atomkraft einsetzen? Namhafte Persönlichkeiten (ohne Fraktions- und Profitzwang) setzen sich für den mittelfristigen Ausstieg ein.
in 750 m Tiefe, gibt es eine Pfütze mit dem Cäsiumlauge, bei der nicht garantiert ist, ob sie - der Schwerkraft entgegenwirkend - innerhalb der nächsten 20.000 Jahre nicht doch an die Oberfläche kommt.
1. bereits in 200 Jahren ist aufgrund der Halbwertszeit von Cäsium die Strahlendosis auf ein natürliches Maß abgesunken.
2. üblicherweise leben Menschen nicht in 750 Metern tiefe neben Cäsiumfässern
3. Selbst wenn dieses Cäsium über das Grundwasser nach oben gelangte, wäre die dort vorgefundene Menge infolge der Verdünnung im Wasser kaum nachweisbar
4. Ist die radioaktive Strahlung, die durch Kohleverbrennung alljährlich freigesetzt wir ein Vielfaches höher, als die Strahlung in der Nähe von Atomkraftwerken.
Mit Wasser, Wind und Sonne lässt sich Deutschland sicherlich nicht ausreichend mit Energie versorgen. Aber was soll's? Der Glauben rennt hier gegen die Vernunft an.
@bardolino: Das Strom in Norwegen nichts kostet habe ich noch nie gehört!
Mal abgesehen davon, dass der Strompreis bei Atomkraft noch ganz anders aussehen würde, wenn man die Firmen die den Atommüll produzieren auch tatsächlich in die Pflicht nehmen würde.
@galgenstein: es wird immer wieder behauptet, dass Wasser, Wind und Sonne in Deutschland nicht für die Energieversorgung ausreichten. Woher weiss man das?
Ich sehe in meiner näheren Umgebung nicht eine einzige! Solaranlage. Wo sind die Gezeitenkraftwerke? Die Erdwärmestationen? uvm.
Der "Versuch alternativer Energiegewinnung" wird doch gar nicht wirklich großflächig und intensiv unternommen.
Vieles steckt noch in den Kinderschuhen und soll jetzt wieder zurückgestellt werden zugunsten einer hochgradig risikobehafteten Stromerzeugung.
Gewinne für die Atomlobby! Das "Rest"risiko fürs gemeine Volk!