Barren und Unzen sind knapp, weil Erspartes vor der Finanzkrise gerettet werden soll. Die schon immer Edelmetall bevorzugten, ahnen jetzt: Wir hatten recht. Geld ist für sie ohnehin nur Papier. Und Gold die frivole Lehre aus der Geschichte.
Und bringen Sie Bargeld mit!
– Dann legte sie auf.
Alle haben die Absicht, Gold zu kaufen, in Berlin-Mitte in der Torstraße, früh morgens beim Edelmetallhändler Pro Aurum, spezialisiert auf physische Edelmetalle. Nur gegen Bargeld, und bis 15 000 Euro anonym. Keine Option, kein Zertifikat, keine Minenaktie, keinen Rohstoffindexfonds, keine Versprechen also, sondern echtes Gold auf die Hand. Eine gläserne Schleuse, in der man warten muss, wenn alle Plätze besetzt sind. Und aller Blicke saugen sich währenddessen an einem geradezu Dagobert’schen Schautresor fest, der in einer Ecke aufgebaut ist, und aus dem die Goldmünzen und -barren drängen.
Und dann folgt ein dreiminütiges Gespräch, in dem ein Goldstück den Besitzer wechselt, und in dem wie selbstverständlich die Begriffe „Weltkrieg“ und „vergraben“ fallen: der Weltkrieg, den der Mitarbeiter von Pro Aurum auch jetzt nicht erwartet, und das Vergraben, dass das Material Gold aushalte. Der Zeigefinger des Mitarbeiters fährt einmal auf seiner Weltkarten-Schreibunterlage von Amerika nach Asien: die kommende Machtverschiebung. Gold, rät er ernst und hält den Blick, Gold oder Land. Das übersteht alles. Die Telefone klingeln, Menschen allen Alters warten in der Schleuse. Cash and carry. Hit and run. Hide and seek.
In der vergangenen Woche musste Pro Aurum sein Versandhaus wegen Erfolgs schließen, weil es ihnen auch mit Doppelschichten nicht gelang, mit dem Verpacken und Verschicken hinterherzukommen, weil wegen der Fülle der Anfragen ihre Internetseite zusammenbrach, aber vor allem, weil ihre Lieferanten mit dem Gießen und Prägen nicht mehr hinterherkamen. Die beliebten Kilobarren haben nun eine Lieferzeit von vier Wochen. Gold, jedenfalls in seiner verhackstückten Form für Privatanleger, ist quasi ausverkauft. Und das, während der Goldpreis sich langsam wieder seiner Höchstmarke vom März von über 1000 Dollar entgegenrobbt.
Krise ist, wenn die spannendsten Entscheidungen nachts und an den Wochenenden gefällt werden. Wenn fahle Politiker morgens von nächtlichen Erkenntnissen in die Mikrofone sprechen, aber dabei aussehen, als hätten sie in Wahrheit nur Albträume gehabt.
Man kann sich dann durch eine verschwiegene Welt der Goldexperten telefonieren, und überraschenderweise findet man hier ruhige Stimmen, die umso ruhiger werden, je hektischer da draußen die Welt reagiert. Anders als die Hysterischen der Stunde, die nun ihren Barren für den Hausgebrauch wollen, haben die Goldexperten sich schon Jahre mit der Sache beschäftigt. Es sind Edelmetallhändler oder Münzsammler, sie betreiben eine Internet-Seite für Goldfreunde oder organisieren eine Messe für Edelmetalle. Sie heben das Telefon ab mit einer Stimme, die keinerlei Panik transportiert. Weil es sie nämlich nicht im Geringsten überrascht, was jetzt passiert. Weil sie es seit Jahren schon gewusst haben. Weil sie recht behalten haben. Menschen, die Geld gerne als „Papierschnipsel“ bezeichnen, sagen: „Noch vor drei Wochen hat man uns belächelt, aber jetzt hat sich alles bewahrheitet.“ Was aber ist alles?
In einem Büro in Thüringen hängt die Urkunde eines Großvaters an der Wand, der 1941 bei der „Colonia“ eine Lebensversicherung abgeschlossen hatte. Nichts von dem eingezahlten Geld haben er oder seine Nachkommen je wiedergesehen. Hätte er damals einen Goldklumpen gekauft, wäre wenigstens der noch da, sagt sein Enkel. Das Zertifikat hängt dort als stetige Mahnung, sobald irgendjemand wieder einmal irgendetwas für sicher erklärt. Es ist eine wirklich schöne Urkunde. Papier halt. Der Enkel lacht ein entspanntes Lachen.
Es gehört einem Mann, der zu dem Zeitpunkt, als der Goldpreis 2001 auf gut 250 Euro verkommen war, begann, einige Dinge zu verstehen. Sie betrafen das Zusammenspiel von Geldmenge und Inflation, von Währungssystemen, Aktienblasen und Staatsverschuldung.
Wenn man es zu Ende denkt, erklärt er, dann könne nämlich auf Jahre betrachtet die ausufernde, nur unzureichend mit Werten hinterlegte Staatsverschuldung auf Dauer nur zu einer Geldvernichtung führen. Da müsse in regelmäßigen Abständen eine Entwertung vorgenommen werden, da müssten immer mal wieder ein paar Nullen hinten weggestrichen werden. Inflation sei damit logisch kein zu verhinderndes Unglück, sondern die Entschuldungsmethode des Staates. Zwangsläufig. Im System angelegt.
„Wenn Sie an Gold glauben, sind Sie automatisch ein Gegner des Staates“, sagt er. Das ist der frivole Grundgedanke. Das ist der Grund, weshalb die ruhigen Stimmen auch gerne nur namenlose Stimmen bleiben wollen. Denn Gold hat ja nur bezogen auf das eigene Vermögen etwas Konservatives, Bewahrendes. Die Wahrheit ist: Bezogen auf den Staat und die Wirtschaftsordnung ist die Investition in Gold im Kern anarchisch. Gold ist eine Wette gegen die geltende Währung, gegen die Wirtschaftsordnung, gegen die Praxis der Staatsverschuldung. In Gold zu investieren ist Systemkritik.
Und vielleicht ist das der Grund für den unüberwindlichen Graben, der zwischen den Goldfans und den Aktienanlegern klafft. Für das Unverständnis und auch die offene Wut. Wer Gold hat, heißt es, der „hortet“ ja bloß. Charaktere, die nicht loslassen können. Man nahm diesen Charakteren übel, dass sie sich nicht am System beteiligten, die Absprache nicht einhalten wollten. Dass sie sich weigern, mitzuspielen. Dass sie das Vertrauen, das ja bislang alles am Leben hielt, noch nie zu geben bereit waren.
Aktienbesitzer reagierten, als hätte sie jemand persönlich beleidigt. Sie selbst jedenfalls waren laut Branchensprache „am Markt engagiert“, die derart Engagierten nannten sich gerne die Leistungsträger dieser Gesellschaft, obwohl sie ja nur auf die Leistung der anderen eine Wette abschlossen. Sie sahen voraus, wohin sich der Schwarm als Nächstes bewegen würde, und waren unter den Ersten im Neuen Markt, in den amerikanischen Immobilienfonds, in den Rohstoffen, und nach dem Platzen der Blase als Erste wieder draußen. Die Kritiker sagten „Herdentrieb“, sie selbst nannten es „Schwarmintelligenz“.
Was den Börsenfans wie Trotz und Verstocktheit vorkommt, ist ja in Wahrheit das unabhängige Denken, sagt die ruhige Stimme in Thüringen. Das unabhängige Denken sei ohnehin sehr in Vergessenheit geraten. In der DDR wussten die Leute immer, dass im „Neuen Deutschland“ nur die Todesanzeigen stimmten. Dieselben Leute glauben heute alles, was in der „Bild“-Zeitung steht. Komisch, oder?
Als er selbst begriffen hatte, wie man an der Börse ein kleines Vermögen machen kann – indem man nämlich ein großes einsetzt – suchte er nach einer anderen Anlage. Jemand wies ihn darauf hin, dass die Menschheit bislang lediglich einen Würfel von vielleicht zwanzig mal zwanzig Meter Kantenlänge reinen Goldes aus der Erde ans Licht befördert habe. Es leuchtete ein, dass dieser nicht so einfach vermehrt werden könne wie Papiergeld. Zwar schwankt sein Wert, aber niemals ist er gleich Null.
Und weil sich niemand von seiner eigenen Biografie lossagen kann, fragte sich der Mann, der in seinem Leben schon die Ost-Mark erlebt hat, die D-Mark und den Euro, und bei jedem Wechsel bebte und bröckelte sein Vermögen, warum sollte er eigentlich keine vierte Währung mehr sehen?
Kein Papiergeld habe je länger als 200 Jahre gehalten, und die Deutschen seien ja von der Geschichte noch gebeutelter, die Entwertung von Vermögen ist geradezu eine nationale Angewohnheit geworden. Er ahnt, dass der kleine Goldrausch der vergangenen Woche auch mit der spezifischen Verwundbarkeit der Deutschen zu tun hat, schließlich haben die Filialen der Edelmetallhändler in Österreich und Zürich keine derartigen Lieferengpässe zu vermelden.
Gold ist damit keine Anlageklasse wie jede andere, in die man am besten antizyklisch investiert. Gold ist die Lehre aus der Geschichte.
Dumm, sagen die Gegner. Dumme Lehre. Gold liegt tot rum. Gold wird gar nicht immer knapper, kein anderes Metall wird so oft wieder eingeschmolzen und wiederverwertet. 2600 Tonnen Förderung im Jahr, und Gold wird kaum verbraucht. Und das Schlimmste: Gold bringt keine Zinsen.
„Aber das ist ja gerade gut, denn wofür erhält man Zinsen?“
„Für das Risiko des Verleihs.“
Richtig. Keine Zinsen, kein Risiko. So einfach ist das. Die fehlenden Zinsen sind das Indiz für das nicht vorhandene Risiko. Oder umgekehrt die Versicherungsprämie dafür, dass das Gold nachher noch da ist. Goldsammler schätzen sogar, dass es keine Zinsen gibt. Weil ihr Vermögen damit nämlich nirgends notiert ist.
Keine Kapitalertragssteuer, keine Zinsabschlagssteuer, ohnehin keine Mehrwertsteuer auf Münzen und Barren, und wenn man den Besitz nicht angibt, dann spart man sich auch die Erbschaftsteuer. Ein Wert, der den Gesetzen für Vermögen entzogen wurde. Gold ist ein glänzender Anarchist.
Sie mögen, dass man ein Goldstück in der Hosentasche mit ans andere Ende der Welt nehmen kann und dort bei jeder Bank das gerade gültige Papiergeld ausgezahlt bekommt. Es unterläuft die Währungen, es entzieht sich der Wertschöpfungskette. Und im Gegensatz zu Silber ist Gold – das Kilo geht gerade zu mehr als 20 000 Euro über die Tresen– derart wertvoll, dass man erst bei obszönem Reichtum ein Lagerproblem bekommt.
Mit Genugtuung hat der ruhige Mann aus Thüringen registriert, dass der Preis für die Feinunze Gold seit dem Tiefpunkt von knapp über 250 Dollar auf mehr als das Dreifache gestiegen ist. Er schwankte dabei stark. Im Mai 2006: über 680 Dollar. Im November 2006: wieder 580 Dollar. Im März 2008: die Schallmauer von 1000 Dollar. Vergangenen Freitag: über 930 Dollar. Nicht, dass man mit Gold nicht auch spekulieren könnte.
Doch im unwahrscheinlichen Fall eines Druckabfalls im Geldsystem, wenn alles Pumpen nicht mehr hilft, dann ist Gold noch da. Es ist eine Sicherheit, das ist seine Kernaufgabe. Daran müsse man sich erinnern. Sicherheit lässt man sich etwas kosten. Man bezahlt sie mit dem Preis der Wertschwankung, die, zugegeben, enorm ist. „Aber bei welcher anderen Versicherung,“ sagt er, „sind Sie am Ende noch im Besitz der Prämie?“
Es zu besitzen sei schon allein deshalb vernünftig, weil sein Preis in der Regel steigt, wenn andere Anlagen sinken. Dann warnt er noch vor Übertreibungen. Man solle nicht alles in Gold investieren. Denn nur bei großen politischen Verwerfungen, bei staatlichen Zusammenbrüchen, Geldentwertungen, Hyperinflation und Kriegen käme der Vorteil des Goldes in vollem Umfang zum Tragen.
Aber war nicht die zuverlässigste Schwarzmarktwährung nach dem Zweiten Weltkrieg die Zigarette? Verderbliche Ware, quasi das Gegenteil von Gold, in schwachen Momenten der Besitzer löste sie sich innerhalb weniger Minuten in Rauch auf.
Mag sein, sagt der Goldfan, aber wenn alles überstanden ist, wenn eine neue Währung etabliert ist, dann kann man Gold wieder hervorholen und in das aktuelle Papiergeld eintauschen. Gold ist weniger ein Zahlungsmittel als eine uralte Konservierungsmethode. Wie Pökeln.
Sie wissen auch, dass dieses Nachdenken über Kriege und Zusammenbrüche Verschwörungstheoretiker anzieht, ihr Untergangsraunen geistert durch die Internet-Blogs von www.hartgeld-forum.com und www.goldseiten.de. Dort findet man, dass der Goldpreis angesichts der Verwerfungen an der Börse eigentlich noch viel höher liegen müsste. Man schließt Manipulation nicht aus. Und weiß denn einer wirklich, ob die Regierungen das Gold, das sie zu besitzen vorgeben, überhaupt noch haben? Wer hat es je gesehen? Im Prinzip warten sie auf den Fall der Fälle. Im Konkreten sind sie sich aber nicht sicher, ob der womöglich schon eingetreten ist.
Am 7. und 8. November findet in München die nächste Edelmetallmesse statt, wohin Minen ihre Repräsentanten schicken, aber auch Metall- und Münzhändler. Wilhelm Hankel wird sprechen, der 1997 erfolglos gegen die Einführung des Euro geklagt hatte. Eine 100 Kilo schwere Maple-Leaf-Goldmünze, von der nur sechs Exemplare existieren, wird ausgestellt, inklusive Sicherheitspersonal. Es wird schon deshalb ein großer Andrang erwartet, weil es auch die so plötzlich knapp gewordenen Münzen zu kaufen gibt.
Nicht, dass sie jetzt triumphieren würden, sagt die Stimme aus dem Büro mit dem Menetekel an der Wand. Die Apokalypse sei ja generell kein schönes Szenario. Die Vorstellung, dass alles zusammenbricht. Dass alle ihr Vermögen im Keller haben – Deutschland, plündern lohnt sich wieder! Aber der Gedanke, dass man immerhin den anderen etwas voraus habe, der wärme schon ein bisschen. Dass man im Fall der Fälle zu den zehn Prozent gehöre, die immerhin einen kleinen Teil ihres Vermögens werden bewahren können.
Ist also dies eine Stunde der Freude?
Ach. Jetzt, wo alle die Händler stürmen und zu Preisen nahe des nominalen Allzeithochs einen kleinen Barren für den Hausgebrauch wollen, da habe sich doch der Hochmut, mit dem die Mehrheit bislang auf die Goldkäufer geguckt habe, schlagartig in Neid verwandelt. Er weiß wirklich nicht, was er von beidem lieber hat.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 13.10.2008)
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Der Artikel hat eine falsche Prämisse. Er überbetont den "inneren Wert" des Goldes. Dass der Preis in Krisenpreisen steigt, hat was mit Psychologie zu tun und nichts mit ökonomischen Parametern. Wenn also der Großvater jenes thüringischen Händlers '41 Kunst, Autos, Antiquitäten, gar Grundstücke gekauft, wären seine Sicherheiten nicht weniger gewesen und seine Gewinne größer.
Was den Goldpreis abgesehen von der Spekulation in den letzten Jahren tatsächlich getrieben hat, war der Bedarf der asiatischen Märkte an Schmuckgold und der Industriebedarf.
Der Rest war und ist mal wieder reine Spekulation.
Gold ins Schließfach zu legen ist sinnlos, besser man hängt es der Gattin um dein Hals,
aber die sollte dann gleich Platin mit Diamanten wählen,
das ist dezenter, eleganter und werthaltiger...
Den inneren Wert von Gold kann man gar nicht überbetonen
Alle anderen Beispiele sind haltlos, denn auf ihnen kann man kein Währungssystem aufbauen, sondern NUR auf Gold+Silber.
Es gibt nur zuviele Leute, die das nicht wollen, weil dann all die schönen Spekulationsgewinne kaum noch zu erzielen sind
schon die Renaissance-Fürsten mussten Münzen aus minderen Metallen und Papiergeld, weil die Summe der erzeugten Güter und Dienstleistungen SÄMTLICHE VORHANDENEN BESTÄNDE ÜBERSTIEGEN.
Exakt an dieser Stelle muss sich jeder Gold-Fan seit 500 Jahren die Zähne ausbeißen.
Sicher KANN es sinnvoll sein, in einem überschaubarer Menge Goldbestände in Staatsbanken zu halten, dies aber eher hinsichtlich notwendiger Interventionen am Markt.
Diese Interventionen verlaufen aber normalerweise antizyklisch und gehen eben NICHT mit dem Markt.
Auch hat eine Goldwährung in der Realität NIE existiert, bestensfalls gab es "Goldanker", die genau so funktionieren sollten, wie jetzt Merkels Garantien:
JEDER konnte sein Gold (bei Merkel Geld) holen,
nur wenn es ALLE tun oder taten, bricht das System zusammen.
Als Literatur empfehle ich Albrecht Schönes Interpretation Goethes Faust(II), hier, "Mephistopheles Vorschläge" (zugänglich in UB-FU und Stabi)
Der Sicherheitsgedanke mag interessant sein, aber realistisch gesehen ist Gold relativ unpraktisch. Es gibt kaum die Möglichkeit, mit Gold zu bezahlen. Bei einem Tausch von Bargeld zu Gold und wieder in Bargeld entstehen hohe Kosten, die über die die über Jahre entstandenen Renditen auffrist. Was bleibt ist ein Klumpen Metall, der angesichts der jetzigen Preise schnell nur noch halb so viel Wert ist.
So heißt es, dass Gold und Boden sicher wären. Auch bei Kriesen und Krieg. Dem ist aber eindeutig nicht so, da Gold verloren gehen oder geraubt werden kann. Gleiches kann auch bei Grundstücken passieren. Wer sich vor dem Zweiten Weltkrieg ein Grundstück in Schlesien oder Ostpreußen gekauft hat, ging auch leer aus.
Außerdem findet dort doch nicht mehr als eine weitere Spekulation statt. Wenn sich die Finanzmärkte beruhigt haben, fließt das Geld wieder zurück in den Finanzmarkt und weg vom Gold. Und schon gehen die Preise wieder nach unten.
Außerdem ist ein Tauschmittel auch immer abhängig vom nutzen. Gold hat keinen inneren Wert, sondern nur den Wert, den ihm ein Mensch beimisst. Gold mann man aber auch nicht essen.
1. Szenario: In einer Einöde hat eine Dönerbude um Mitternacht noch auf, im Umkreis von 20 km ist nichts Essbares mehr aufzutreiben. Da kommt ein Reisender des Weges, dem der deftige Preis von 5 € für einen Döner angesichts der Umstände und seines Bärenhungers nichts ausmacht. Ihm ist also aktuell dieser Döner 5 € wert, daheim würde er dafür nur die Hälfte ausgeben. Eine Stunde später verhökert der Dönermensch die letzten Döner für die Hälfte, da er zusperren möchte. Es kommen 3 Einheimische des Weges, von denen aber keiner einen kauft, trotz des günstigen Preises, weil alle 3 schon satt sind und ihnen ein Döner, den sie kaufen und bis zum nächsten Tag aufheben würden, auch keine 2,50 € wert wäre, da er dann schon alt und kalt ist. Frage: Wie hoch ist der innere Wert eines Döners?
2. Szenario: Ein Bauer ist nicht nur der Bananenrepublik Deutschland und der EU-Gängelung überdrüssig und entschliesst sich, auszuwandern und in Paraguay eine Steviafarm zu kaufen. Er erhält für seinen Hof 1.000.000 € und kauft sich davon 50 kg Gold, obwohl er den hiesigen Ankaufs-Goldpreis für zu hoch hält. Aber er weiss, dass der aktuelle Verkaufs-Goldpreis in Paraguay umgerechnet 25.000 € beträgt, er also bei einem Wiederverkauf des Goldes in der dortigen Währung, um davon dann die Steviafarm zu kaufen, einen Gewinn von 25 % macht. Frage: Wie hoch ist der innere Wert von Gold?
dieser Artikel "www.321gold.com/editorials/willie/willie100908.html" (leider englisch) erklärt auf die einzig zulässige Weise, i.e. Logik und nicht Meinung, Historie und irgendwelche Fachsimpeleien, wie Goldstandard, Inflation etc. zusammenhängen.
Wieso hat eine Goldwährung (in Wirklichkeit Edelmetall-)nie existiert ? So ein Unfug ?
Warum haben die USA denn den Goldstandard abgeschafft, wenn er gar nicht "existiert" hat? Werden wir hier spitzfindig ?
Es bringt nichts immer aus Standardwerken der US-Ökonomie-Leer zu zitieren > Verbrennen! War falsch ! selber denken !
Literatur dazu findet man unter Stichwort bei wiki.
Irgendwie erinnert mich paolo langsam an die Conquistadoren, die auch nicht merkten, wie sie mit ihren Goldfunden die Wirtschaft Spaniens ruinierten...
Es geht um eine Währung, die ausschliesslcih auf immanentem Vermögenswert und nicht auf Luft basiert. Da gibt es dann Spekulation zum Leidwesen mancher nur noch mit wiederum kriminellen Aktionen, die Regeln zu unterlaufen. Klar, kriminell geht immer alles, Du Kannst vielleicht Deine Oma überfallen und bist reich - das ist doch kein Argument.
Im jetzigen System werden aber die Leute reich, die sich systemkonform verhalten und das bedeutet, dass das System kriminell ist(ist quasi eine mathematische Gleichung)
Gold kann man nicht essen, aber z.B. konnte man sich von einer US-Silbermünze 1915 eine bestimmte Benzinmenge kaufen und für den Silberwert dieser Münze bekommst Du HEUTE immer noch die gleiche Menge Benzin. (Das gilt nicht nur für Benzin, sondern auch für Hosen)
Goldwährung geht nicht!
Warum?
Die Menge an Gold ist begrenzt, die Produktion der Volkswirtschaft nicht.
Gäbe es also eine Golddeckung, würde jeder Zuwachs an Gütern die Ware "billiger" machen, da ja immer die gleiche Menge Gold auf immer mehr Waren verteilt werden müssten.
Irgendwann wäre dann der "Wert" der Arbeit und der Einsatz Rohstoffen buchstäblich gegen Null, es könnte nur ein neues Äquivalent eingeführt werden, um die Relationen der Güter zueinander wieder herzustellen.
Dieses aber würde sich dann zwangsläufig nach etwas anderem richten müssen als dem Goldpreis, nämlich nach dem Aufwand und dem Bedarf für dieses Waren.
So entsteht zwangsläufig Papiergeld.
Das Gold wird nicht mehr gebraucht,
die Volkswirtschaft hat sich von ihm verabschiedet...
Uffn Marcht wurde tatsächlich mit Geld, das auch noch "geschlagenen" Werte hatte, das Geschäft lief fast ausschließlich auf Papier...
Wenn nun schlechtere Zeiten aufziehen wie jetzt, sinkt die Menge der Güter und Dienstleistungen, weshalb bei einer Goldwährung diese sogar inflationieren würde, die Werte der Güter und Dienstleistungen gegen Gold also sogar steigen würden!
Das würde natürlich zu einer Drosselung oder sogar Einstellung der Goldneuproduktion führen, was also dann wieder zum etwaigen Ausgleich führen würde. Langfristig würden Gold (und auch Silber) und die Produktion der Volkswirtschaften also ziemlich konform gehen, weshalb Gold- und Silberwährungen grundsätzlich funktionieren können und das früher auch schon haben!
Warum Gold- und Silberwährungen immer wieder aufgegeben wurden, hat ganz andere, meist sehr unsaubere Gründe (z. B. Kriegsfinanzierung, Bereicherung der Machthaber durch entsprechend veränderte Allokation von Werten, Ermöglichung der Inflationssteuer u. a.)! Mir ist nicht bekannt, dass die Verwässerung und Aufhebung von Gold- und Silberwährungen jemals anders als durch die jeweiligen Machthaber geschah, wohl niemals auf Bestreben und im Sinne des jeweiligen Volkes (und damit dessen Volkswirtschaft)!
Die Goldmark konnte wegen des des verlorenen ersten Weltkrieges und der damit verbundenen Reparationen nicht aufrecht erhalten werden.
In den Jahren des Mittelalters waren es ca.5000 Tonnen.
In der gesamten Geschichte wurden schätzungsweise 155.000 Tonnen geschürft. Davon sind 79.000 Tonnen in Schmuck verarbeitet.
Verbraucht wird es nur von der Mikroelektronik und dieser Verbrauch ist sehr gering.
Würde die heute vorhandene Goldmenge nun wirklich ausreichen als Wertdeckung für unsere Währungen ausreichen goldy?
Die Begrenzung würde, wie im Spanien der Vor-Conquista zu totaler Deflation führen (im Gegensatz zu den italienischen Wirtschaften).
Aber selbst diese Menge würde voraussetzen, dass sich sämtliches Gold in den Tresoren der Staatsbanken befänden. Tatsächlich aber schwirren davon 2/3 in Schmuck und Industrieverbrauch um die Welt.
Der Gedanke an Goldsicherung ist ist reinen Fantasie und hat mit der Realität einer funktionierenden Weltwirtschaft nichts mehr zu tun...
Es ist in VWL so wie in Mathe:
Du kannst die Formeln auswendig lernen und dann kannst Du rechnen; Du kannst aber auch selber denken und findest vielleicht eine viel bessere Formel.
In unserem System ist die VW hauptsächlich deshalb
nicht "begrenzt", weil ständig mehr Geld in den Kreislauf gepumpt wird. Das ganze "Wachstum" der letzten 50 Jahre basiert zu großen Teilen auf zusätzlich gedrucktem Geld. Somit ist ein Teil vom ahnungslosen Volk über die Inflation bezahlt worden, der Rest ist zahlbar, wenn Blase platzt. Ich habe Dir schon einmal gesagt,dass die klugen Sprüche nicht logisch sind, so auch hier: (den Artikel, den ich gelinkt habe, lesen
und verstehen wäre übrigens sinnvoll)
"Gäbe es eine Golddeckung, würde jeder Zuwachs an Gütern die Ware billiger machen" dies ist nur bedingt richtig.
Wenn nämlich so der zu erzielende Preis den "Einsatz von Arbeit und Rohstoffen" nicht mehr deckt, wird man die Produktion des Produktes einstellen und zwar lange, bevor "es gegen Null geht"
Ausserdem gibt es Produkte, die man z.B. exportieren kann, mit denen man Realwerte schafft, für die man dann wieder Gold und Silber kaufen kann und so kann sich auch die Geldmenge analog zum realen Volksvermögen entwickeln.
Dementspreched sind auch alle Folgerungen aus dem falschen Ansatz falsch.
Last but not least: Die Schweiz hatte bis 1992 faktisch einen Goldstandard und sie hätten ihn heute noch, wären sie nicht von den USA in den IWF gezwungen worden, was mit der zwangsweisen Aufgabe des Goldstandards verbunden war. Den USA und besonders Mr.Greenspan passte es gar nicht ins Konzept , dass es noch eine solide Währung gab. Aber gut, nach Dali's Meinung hatte die Schweiz 1992 keine moderne Volkswirtschaft
ich bin der letzte, der anglo-amerikanischen VWL-Systemen nachhängt.
Folglich liegt es mir fern, derartige Vorstellungen zu vertreten, gar zu bevorzugen.
auch wäre ich paolo schon dankbar, dass, wenn er schon Fachliteratur scheut, er doch wenigstens einen heimlichen Blick zu wiki unter Gold werfen würde. Dort kann er sich wenigstens oberflächlich über die Goldbestände dieser Welt und deren Verhältnis der Gesamtwirtschaft informieren.
Auch ist selbst dort geschildert,wie von mir, welche Konsequenzen eine Goldwährung in Krisenzeiten hat,
und
was für ein "Goldstandard" in der Schweiz?
Wenn die armen Schweizer auch nur ansatzweise versuchen würden, die in Fränkli!!! gelagerten Gelder in Gold zu beschaffen, müssten die, wie einst Goldfinger, unterwegs sein, um das Gold zusammen zu bekommen.
Letztlich,
wenn das Gold durch Handel woanders her käme, würde dieses ja der anderen Volkswirtschaft fehlen, obwohl diese gerade meinetwegen ein Werkzeugmaschine gekauft hat, mit der neuer Mehrwert produziert wird
Und weil sich niemand von seiner eigenen Biografie lossagen kann, fragte sich der Mann, der in seinem Leben schon die Ost-Mark erlebt hat, die D-Mark und den Euro, und bei jedem Wechsel bebte und bröckelte sein Vermögen, warum sollte er eigentlich keine vierte Währung mehr sehen?
Dann möge mir Deike Diening bitte erklären, was bei der DM-zu-Euro-Umstellung bröckelte. Auch die Umstellung von DDR- zur BRD-Mark schien mir nicht direkt einen Wertverlust darzustellen. Schließlich war es zu DDR-Zeiten eigentlich nicht möglich, mit legalen Mitteln ein Vermögen aufzubauen und selbst wenn, dann konnte man sich außer Grundstücken sowieso kaum etwas nicht überteuertes kaufen. Oder sehe ich das ganz falsch?
Stimmt diese Rechung auch noch,wenn man den realen Dollarwert zugrundelegt, also wenn man Dollarinventur machen würde?
Oder würde dann der Goldpreis eher bei 10 Mio. liegen.
Mit anderen Worten: man kann doch nicht eine solche Milchmädchen-Rechnung mit den jetzt mal gerade existierenden Werten, die schlichtweg auf Betrug basieren, aufmachen.
In der ganzen Diskussion geht es auch nicht darum, dass alles Geld der Welt in Gold gewechselt werden müßte; es geht darum, dass es in einem Weltwährungssystem zumindest einen Fixpunkt geben muss, der bombenfest ist, an dem sich alle anderen dann messen.
Ausserdem weiss ich immer noch nicht, ob die Schweiz nun nach @Dalis Meinung 1992 eine moderne Volkswirtschaft war und ob sie den Goldstandard etwa nur aufgegeben hat, weil sie nicht länger in @dalis Augen unmodern erscheinen wollte.
Die Einschätzung werde ich dann an die Schweiz übermitteln.
Geld ist und hat spätestens seit dem Mittelalter, keinen "Wert" es ist ein Äquivalent,
zu für eine Sache oder Dienstleistung an einem ganz bestimmten Ort. Nichts anderes drückt es aus, soll es ausdrücken, es ist ein abstrahierter Tauschwert,
Beispiel:
ein Sixpack importiertes Bier kostet in Norwegen 1 Gramm Gold, bei ALDI (ca.) unter 0,15 Gramm.
Mehr soll und kann es nicht ausdrücken. Dieses Äquivalent aber ist es, der den (auch noch örtlich gebundenen) Wert ausmacht. Es ist unwichtig, wie viel Gold man dafür erhält, wenn man kein Bier dafür bekommt. Als man das in der Renaissance begriffen hatte, begann Wirtschaft, wie wir sie heute versehen, zu existieren.
Spanien hatte das nicht begriffen, es ging daran (als Weltmacht) unter.
So repräsentieren denn Währungen Relationen zueinander in einem jeweils definierten Raum, nichts anderes.
Ach so,
wie die armen Schweizer das mit dem Gold gemacht haben sollen, ist mir nicht nachvollziehbar,
aber paolo wird es sicher darstellen...
Ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!