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Welthunger-Index

Über den Tellerrand

Weltweit hungern 1,2 Milliarden Menschen. Vor allem Indien und Afrika sind betroffen. Woran liegt das?
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Die Weltwirtschaftskrise setzt die armen Haushalte in den Ländern mit einer unsicheren Ernährungssituation noch weiter unter Druck. Das geht aus einer Studie der Weltagrarorganisation (FAO) und des Welternährungsprogramms (WFP) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht worden ist. Danach leiden 1,2 Milliarden Menschen Hungers. 642 Millionen von ihnen leben in Südasien, 265 Millionen in Afrika südlich der Sahara, 53 Millionen in Lateinamerika und der Karibik, weitere 42 Millionen in Nordafrika. Rund 15 Millionen Menschen hungern nach FAO-Angaben auch in den Industrieländern.



Warum gehört Indien zu den Krisenländern?

Zum vierten Mal haben die Welthungerhilfe und das International Food Policy Research Institute (Ifpri) einen Welthungerindex vorgelegt, der jedoch die Industrieländer nicht berücksichtigt. Ousmane Badiane, der die Afrikaabteilung des Ifpri in Washington leitet, berichtete in Berlin, dass die Hungersituation in 29 Ländern als sehr ernst oder sogar gravierend einzuschätzen ist. Auch Indien zählt mit einem Indexwert von 23,9 zu den Ländern mit einem sehr ernsten Hungerproblem. Das Hauptproblem sei, dass sehr viele Kinder unter fünf Jahren untergewichtig sind. Indien hat auch eine der höchsten Sterberaten von Kindern unter fünf Jahren weltweit. Badiane sagt, der wichtigste Grund dafür sei „der schlechte Ernährungs-, Bildungs- und Sozialstatus der Frauen“. Unterernährte Frauen, die in der Schwangerschaft weiter hungern, bringen bereits untergewichtige Kinder zur Welt, deren Chancen auf eine gesunde Entwicklung gering und deren Sterberisiko im Kindesalter hoch ist. Dass Platz 20 von unten auf dem Welthungerindex einer aufstrebenden Weltmacht wie Indien nicht gerade zur Ehre gereicht, ist als Nachricht inzwischen auch in der Regierung angekommen. In Indien leben 28 Prozent der Menschen unter der von der Weltbank definierten Armutsschwelle von unter 1,25 Dollar pro Tag. Doch nun habe die Regierung erstmals ein Armutsbekämpfungsprogramm auf den Weg gebracht, berichtet Manasi Chakraborty von einer indischen Selbsthilfeorganisation, die seit 30 Jahren von der Welthungerhilfe unterstützt wird. Im unterentwickelten Osten des Landes, in dem sie arbeitet, gibt es nun Frauensparvereine, die Hilfe von der Regierung bekommen. In diesen Vereinen sind arme Frauen organisiert, die kleine Sparguthaben einbringen, mit denen dann wiederum Existenzgründungen finanziell unterstützt werden, sogenannte Mikrokredite.



Welche Probleme gibt es in Afrika?

In den afrikanischen Staaten mit den schwerwiegendsten Hungerproblemen sind nach Badianes Angaben bewaffnete Konflikte und damit einhergehende Vertreibungen das Hauptproblem. Zudem würden Hungerländer schlecht regiert. Doch auch in Afrika gilt: Je schlechter der Bildungsstand der Frauen ist, und je weniger Rechte sie haben, desto größer ist die Zahl der Hungernden. Im Tschad können nur 13 Prozent der Frauen lesen und schreiben. In Botsuana dagegen, dessen Indexwert sich seit 1990 deutlich verbessert hat, ist das Recht auf Bildung auch für Frauen bereits verwirklicht. In Ländern mit einem schlechten Bildungsstand der Frauen liegt nahezu immer auch die Geburtenrate und damit das Bevölkerungswachstum deutlich höher als in Ländern, deren Frauen gut ausgebildet sind.

In Äthiopien, Platz sechs von unten, dagegen darf über die Listung im Welthungerindex nicht berichtet werden. Die äthiopische Regierung verfolgt seit Monaten Journalisten, die über Hunger im Land berichten. Wenn das Welternährungsprogramm (WFP) um Spenden bittet, lässt die Regierung des Premierministers Meles Zenawi im Land verbreiten, es gebe keine Hungerkrise. Selbst die dramatische Dürre, die in ganz Ostafrika seit fast drei Jahren die Erträge hat zurückgehen lassen und hunderttausende Rinder, Schafe und Ziegen das Leben gekostet hat, kommt in der Weltsicht der äthiopischen Regierung nicht vor. Allerdings versorgt das WFP nach wie vor rund zwei Millionen Menschen mit Nahrungsmittelhilfen.



Wird der Hunger zurückgehen?

Das im Jahr 2000 von der UN-Vollversammlung verabschiedete Ziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 im Vergleich zu 1990 zu halbieren, wird wohl glatt verfehlt werden. Die Aussichten, dass sich das in naher Zukunft ändert, sind gering. Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Weltwirtschaftskrise vermindert die Einkommen in Entwicklungsländern weiter, gleichzeitig wächst aber die Weltbevölkerung und damit die Nachfrage nach Lebensmitteln. Außerdem nimmt die Flächenkonkurrenz zwischen Anbauflächen für Lebensmittel und für Biokraftstoffe aber auch Wälder oder Moore zur Verminderung der Treibhausgasemissionen zu. Und sobald die Weltwirtschaft wieder wächst, steigt auch der Nahrungsmittelbedarf der globalen Mittelschichten wieder an, vor allem die Nachfrage nach Fleisch. Damit sinkt das Angebot an Nahrungsmitteln weiter, weil wieder mehr Getreide als Futtermittel angebaut wird.



Was heißt das für Deutschland?

Für die neue Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, ist all das Grund genug, der künftigen Regierungskoalition den dringenden Rat zu geben, das Entwicklungsministerium als solches zu erhalten. „Entwicklungspolitik darf nicht die Fortsetzung staatlicher Interessenpolitik mit anderen Mitteln sein“, sagt sie. Nicht nur Banken, meint sie, auch „Entwicklungshilfe ist systemrelevant“. Deshalb solle sich Deutschland an seine international gegebenen Versprechen, den Anteil der Entwicklungsinvestitionen bis 2015 auf 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen, halten, obwohl die Wirtschaftskrise auch den deutschen Etat durchlöchere. Dieckmann hält Investitionen, die es Kleinbauern ermöglichen, mehr und bessere Qualität zu produzieren sowie diese Waren besser zu vermarkten, für entscheidend, um dem Hunger zu begegnen, und die Armut in Entwicklungsländern zu bekämpfen.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.10.2009)
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Kommentare [ 22 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von peterbricks peterbricks ist gerade offline | 14.10.2009 21:33 Uhr
Ursachen -
Kastenwesen, Religionsgegensätze, Stammesgegensätze, Ideologien; die Ursachen müssen beseitigt werden, nur ein Ministerium und viel Geld allein bringen nicht viel für die Zukunft. Geburtenkontrolle gegen rechthaberische Religion und Machogehabe; Unterstützung vor Ort, Rohstoffe (auch Fisch) unter internationale Kontrolle (nicht in die Hände von Marionetten ehemaliger Kolonialmächte), finanzielle Unterstützung nicht an Regierungen; Trinkwasser und Gesundheitswesen sichern, Medikamente mit sinnvoller Preiskontrolle gegen Pharmakonzerne (vielleicht auch bei uns...), strikte Reduzierung der Waffenimporte - alles könnte nach ihrer Charta die UNO leisten.
Die Liste des Versagens ist lang.
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von titanic titanic ist gerade offline | 14.10.2009 21:48 Uhr
Zunehmender Hunger ist Folge der Klimahysterie!
"Außerdem nimmt die Flächenkonkurrenz zwischen Anbauflächen für Lebensmittel und für Biokraftstoffe aber auch Wälder oder Moore zur Verminderung der Treibhausgasemissionen zu."

Was heißt hier "Außerdem"?

Der angeblich so umweltbewusste (und daher vielfach subventionierte) Anbau von "Biokraftstoffen" ist die HAUPTURSACHE der sich derzeit rasant zuspitzenden weltweiten Hungerkrise!

Dabei haben die "Biokraftstoffe" allesamt eine äußerst negative Energiebilanz, weil unterm Strich deutlich mehr Energie zu deren Produktion benötigt wird, als das Endprodukt an Energie liefern kann.

Und weil das Geschäft mit diesen real total umweltfeindlichen "Biokraftstoffen" rund um den Globus mit enormen Gewinnspannen brummt, werden auf immer mehr landwirtschaftlichen Flächen Planzen zur Biosprit-Produktion angebaut, statt der dringend benötigten Getreide und Gemüse für die Ernährung.

Wer trotz alledem weiterhin den Klima-Hysterikern und Klima-Apokalyptikern folgt, der macht sich mitschuldig an der jetzigen Hungerkatastrophe!
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von timbuktu timbuktu ist gerade offline | 14.10.2009 22:31 Uhr
´Zustimmung!
Es ist ein globaler Krieg ausgebrochen, der von keinem erklärt, vor allem die weniger entwickelten und bevölkerungsstarken Länder trifft. Sie werden kaum eine Chance haben, die unsinnigen Ziele zu erreichen, die sich da einige "Klima-EX-Perten" ausgedacht haben.
Globale Verringerungen von CO2, wie vorgerechnet, werden zu geringerem Pflanzenwachstum und geringeren Fangquoten auf den Meeren führen. Die bisherigen Verteilungsprobleme werden durch die "Bio-Treibstoffe" verschärft und sich zu richtigen Hungersnöten ausweiten.
CO2 ist und bleibt die erste Stufe in der Nahrungsmittelkette. Wer daran dreht, gefährdet Milliarden Menschen in diesen Ländern, denen selbst mit großen Spenden nicht mehr geholfen werden kann, denn Geld kann man nicht essen.
http://www.biokurs.de/treibhaus/
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von ThomasP. ThomasP. ist gerade offline | 14.10.2009 22:46 Uhr
Jede Stunde...
sterben 1.000 Menschen an Unterversorgung. Gerade dort, wo es die meiste Energie auf dem Globus gibt, ist die Sterblichkeitsrate am höchsten.
Alleine in der BRD werden weit über 1.000.000 Tonnen Getreide für das ökologische Gewissen zu Bioethanol als Beimengung zum PKW- Kraftstoff verpanscht.
"Brot für die Welt"?
Norwegen alleine produziert schon weit über 100.000 Tonnen Lachs in Aquakultur, wo mindestens 300.000 Tonnen Fisch als Fischmehl verfüttert werden.
Die ärmsten Länder werden ausgepumpt und erhalten Rüstung und Krieg für das Geld.
"Schwerter zu Pflugscharen"?
Die Wirtschaft regiert über das Leben.
Eine Wirtschaft im Dienste des Lebens? Nein, umgekehrt.
Es setzt sich durch was Profitabler ist. Wettbewerb?
Das Leben wird weit verfehlt.
Ostküste Afrika, Gasvorkommen, Erdölvorkommen, Wind für Windkraftwerke, Sonnenenergie für Seewasserentsalzung, Bewässerungsanlagen für die Früchte, für das Leben?
Wer wird wem was geben?

Der Tod geht um die Welt. Die Börse.

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von Diabolo Diabolo ist gerade offline | 15.10.2009 10:28 Uhr
Den Tod abschaffen !


Zitat von ThomasP.

Der Tod geht um die Welt. Die Börse.


Aber klar. Als ob ohne Aktienhandel keiner mehr sterben würde.
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von lionfood lionfood ist gerade offline | 14.10.2009 23:58 Uhr
Übergweicht vs. Unterernährung
Mal die eigenen Gesetze anschauen.

Es wäre sinnvoll Kaffee vor Ort, also in den Tropen zu rösten, mahlen und verpacken. Das schafft Arbeitsplätze vor Ort. Es ist ökologisch sinnvoll da gemahlener Kaffee weniger Volumen auf einem Frachter einnimmt, als die Bohnen.
Dummerweise wäre soclher Kaffee hier im Handel viiieel zu teuer, denn da sind massiv Schutzzälle drauf.

Gleichs glt für Tabak. Definitiv eine der Geldquellen in dieser Welt. Der Tabak darf kommen, Zigaretten nicht.

Kakao? Schokolade? Na, schon mal probiert mehr als 2 Tafeln in die Eu zu befördern?

Die armen Ländern sind explizit dafür vorgesehen als Rohstofflieferanten zu dienen, und jeder Versuch vom primären Sektor in die Industrialisierung zu wechseln wird mit der Unverkaufbarkeit ihrer Produkte durch hohe Schutzzölle auf unseren Märkten verhindert.

Unsere Waffen dürfen sie aber kaufen. Dafür gibt es ja auch Kredite. Giftmäll gibt es umsonst. Solange sie sich selber erschiessen, kommen die nämlich nicht auf dumme Gedanken.

Wie heissts bei Brecht: "Armer und reicher Mann, standen da und sahn sich an, und der Arme sagte bleich, wär ich nicht arm, wärst du nicht reich. "
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 15.10.2009 0:03 Uhr
Scham
Die Nachwelt – gesetzt den Fall, der Menschheit gelingt nach biologischer und technischer auch eine ethische Evolution – wird uns und unsere Zeit nicht besser beurteilen das Tausendjährigen Reich. Denn: Uns hält heute keine GESTAPO davon ab etwa zu tun.
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von armin_ulrich armin_ulrich ist gerade offline | 15.10.2009 11:06 Uhr
Nein - die Gestapo haben wir nicht mehr ...
wer "uns" davon abhält, etwas zu tun erleutern @1.wahlberliner , @Thomas P. @titamic und @timbuktu.
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von stachel stachel ist gerade offline | 15.10.2009 8:48 Uhr
Ein weiteres Problem...
...besteht darin, dass es gestattet ist, mit Grundnahrungsmitteln an der Börse zu zocken. Diese Börsengangster tragen ebenffals dazu bei, dass Menschen hungern müssen. Die Hauptschuld muss man allerdings den Politikern zuschreiben, die solche Praktiken zulassen.
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von 1.wahlberliner 1.wahlberliner ist gerade offline | 15.10.2009 8:56 Uhr
DAS GRÖSSTE VERBRECHEN AN DIE MENSCHHEIT DER LETZTEN ZEIT
War der von den GRÜNEN vorangetriebene ÖKOSPRIT.
Die Verteuerung der Nahrungsmittel in den Entwicklungsländern geschah von einem Tag auf den anderen.

Ein Grund,unter anderen, warum ich GRÜN nie wählen könnte.
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von ceo ceo ist gerade offline | 15.10.2009 9:14 Uhr
Warum das so ist?
Weil die Welt keine Bank ist und Blähbäuche keine Rendite abwerfen! Nieder mit dem Neoliberalismus und Finanzskapitalismus - dann klappts auch mit dem Nachbarn...
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von mariop mariop ist gerade offline | 15.10.2009 10:10 Uhr
Wo anfangen??
Ein interessanter Ansatz Entwicklungshilfe einzusetzen ist das Grundeinkommen in Afrika:

http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/afrika-traut-sich/

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von uvloff uvloff ist gerade offline | 15.10.2009 10:20 Uhr
Immer mehr Menschen erzeugen immer mehr Probleme
Wenn Ernährungsprogramme nur darauf aus sind Menschen mit Nahrung zu versorgen, bringt das überhaupt nichts. Es gibt unglaubliches Bevölkerungswachstum in Regionen, die auch bei Einsatz moderner Technik die Bevölkerung kaum selber ernähren könnten. Beispiele für zu hohes Bevölkerungswachstum: Liberia 4,9% - Palästina (Gaza und Westjordanland) 3,52% - Mauretanien 2,88%, Afghanistan 2,67%, Irak 2,66%, Pakistan 2,09%, ...
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von armin_ulrich armin_ulrich ist gerade offline | 15.10.2009 11:02 Uhr
@uvloff - was immer vergessen wird:
.. ist, daß mehr Leute auch mehr arbeiten können - also Werte schaffen. Sie wissen, daß die Bevölkerungsdichte z.B. Belgiens in den meisten Ländern noch gar nicht erreicht ist! Den meisten Belgiern gehts gut. Viele Länder haben auch durchgehende Vegetationszeiten.
Comment
von Diabolo Diabolo ist gerade offline | 15.10.2009 14:06 Uhr
Gut gehen lassen


Zitat von uvloff

Den meisten Belgiern gehts gut.


Weil sie für ihren Lebensstandard die Ökosphäre überproportional belasten. Naturvernichtung andernorts für das Wohlbefinden zu hause.

Was wäre, wenn alle 7 Milliarden Menschen es sich nach dieser Methode auf belgischem Niveau gutgehen ließen ?

Meiner Meinung nach trägt eine wachsende Überbevölkerung dazu bei, das globale Problem der Ökosphärenbeschädigung und -vernichtung zu verschärfen. Unsere Politkern sehen jedoch eher ein Problem darin, daß nicht noch mehr Naturverbraucher geboren werden und versuchen durch allerlei Anreize eine Trendwende herbeizuführen anstatt sich jetzt schon Gedanken darum zu machen (oder machen zu lassen), wie mit dem absehbaren, demographischen Faktum umgegangen werden kann, daß aus Platzgründen und wegen begrenzter Ressourcen aus der Alterspyramide irgendwann ein Altersquader werden muß.
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von pauline-luise pauline-luise ist gerade offline | 15.10.2009 12:26 Uhr
Mißwirtschaft
Die einen kippen Überproduktionen ins Meer - und woanders sterben die Menschen an Hunger.
Comment
von lale lale ist gerade offline | 15.10.2009 13:37 Uhr
Für die Armen ist nie Geld da..
während die Industriestaaten Milliarden für verpfuschte Krisen ausgeben, müssen anderswo Menschen hungern. Die zur Krisenbekämpfung aufgewendeten Gelder könnten Millionen Menschen vor dem Hunger bewahren. Nur dafür ist nie Geld da. Im Gegenteil: Viele Industriestaaten haben breits angekündigt, die finazielle Hilfe für arme Länder nicht einhalten zu können oder wollen.

Dabei reicht die Produktion der Nahrungsmittel bereits heute
aus, um alle Menschen zu ernähren. Die Industriestaaten zerstören mit ihrer Poltik die Existenzen von Kleinbauern in den Dritte-Welt-Ländern. Die Folge: Menschen können sich nicht selbst ernähren. Hunger Armut und Tod.

Comment
von zacha zacha ist gerade online | 15.10.2009 15:15 Uhr
@lale
Ganz abgesehen davon, dass man nicht problmelos Geld für die Konjunkturpakete transferieren könnte in Welthungerhilfe, und eine der Hauptfolgen wäre das der Preis für Nahrungsmittel steigen würde (wegen der höheren mit Geld hinterlegten Nachfrage) und ergo dies massive soziale Effekte auf die anderen Regionen der Welt hätte, ja ggf. sogar dann Hunger auslösen würde in Regionen die bisher noch klar kommen, stellt sich doch vor allem eine Frage: ist das eine nachhaltige Lösung?

Bisher hat die Bekämpfung des Hungers doch recht wenig erreicht, es gibt wohl mehr Hungernde als jemals zuvor. Wäre dies auch geschehen wenn man die Hungerhilfe ncht in dieser Form durchgeführt hätte? Schwer zu sagen, aber auch schwer zu bestreiten. Vergrößert man das zugrunde liegende Problem nicht nur, indem man die Symptome immer wieder betäubt? Wachsen die Probleme nicht gerade durch die Hungerhilfe schneller? Und sorgen nicht gerade die Aufwendungen gut gemeinter Aktionen dafür, dass die lokalen Strukturen keine Chance haben sich zu entwickeln?
Comment
von dollareyes dollareyes ist gerade offline | 15.10.2009 16:35 Uhr
@zacha
ich denke kurzfritig besteht überhaupt keine alternative zur unmittelbaren bereitstellung von nahrungsmitteln. was wäre die alternative?! 2 milliarden menschen hungern lassen?
mittel- und langfristig sollte allerdings ein größerer teil der aufwendungen in infrastrukturprojekte im trikont gehen. nur durch hilfe zur selbsthilfe kann man unter umständen den teufelskreis durchbrechen...
wie allerdings schon bei einigen kommentatoren angeklungen bezweifle ich allerdings auch das dies von der, sagen wir mal ganz allgemein "westlichen industriegeschallschaft" gewünscht ist. "wir" beziehen doch lieber zu spottpreisen rohstoffe als "unsere" konkurenz selber hochzuzüchten.
ihre these das die bekämpfung des hungers nichts gebracht stimmt im übrigen so nicht. zwar haben in absoluten zahlen zwar noch nie soviele menschen hunger gelitten, aber ist das im zusammenhang mit dem rapiden bevölkerungswachstum in den regionen zu sehen. prozentual sind die zahlen rückläufig...mittel bis langfristig betrachtet.
Comment
von Diabolo Diabolo ist gerade offline | 16.10.2009 10:59 Uhr
Alternative


Zitat von dollareyes

zwar haben in absoluten zahlen zwar noch nie soviele menschen hunger gelitten, aber ist das im zusammenhang mit dem rapiden bevölkerungswachstum in den regionen zu sehen


So ist es. Eine Bevölkerungsgröße, die größer ist als die Nahrungsressourcen des bewohnten Gebiets, verursacht Hunger. Allein die Tatsache, daß die Menschheit in der Lage ist, die Gesetzmäßigkeiten der Natur zu erkennen und willentlich dagegen zu verstoßen, bedeutet nicht, daß wir diesen Gesetzmäßigkeiten nicht dennoch auf Gedeih und Verderb unterliegen.

Ich bin der Überzeugung, die ökologisch dramatische Lage, in der sich unser Planet befindet, verdanken wir der fragwürdigen Einstellung, wir könnten die Funktionsweise natürlicher Prozesse für uns als unwirksam ansehen, nur weil wir sie durchschaut haben und ihre Konsequenzen uns nicht gefallen.


Zitat von dollareyes

was wäre die alternative? 2 milliarden menschen hungern lassen


Das ist die Alternative. Sie ist weder schön noch gegenüber den betroffenen Individuen freundlich. Sie entspricht jedoch den Gesetzmäßigkeiten, denen wir global unterliegen und gegen die keine Spezies angehen ohne auszusterben und schlimmstenfalls mit zum Selektionsfaktor für etliche andere Spezies zu werden.

Das Bevölkerungswachstum werden wir nicht in den Griff bekommen, wenn wir Menschen, die in eine Situation ohne Existenzgrundlage hineingeboren werden, eine solche liefern. Damit vergrößern wir nur die Zahl der Hungerleidenden. Und dem Bevölkerungswachstum muß m.E. allerschnellstens Einhalt geboten werden.

Das menschliche Gehirn hat sich nicht zu dem entwickelt, was es ist, weil die Evolution nach humanen Gesichtspunkten funktioniert. Daran ändert auch der Umstand nicht, daß ich augenblicklich das Glück habe, nicht zu den unmittelbar betroffenen zu gehören.
Comment
von thinkbug thinkbug ist gerade offline | 15.10.2009 15:23 Uhr
thinkbug
Sicherlich muss in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Industrie- und der Entwicklungsländer mehr getan werden, damit
letztere auf eigenen Beinen stehen können.

Es kann aber auch niemand leugnen, dass gerade in Entwicklungsländern Potentaten an der Regierung sind, die nichts als ihre Macht im Kopf haben. Ferner setzt ein Paar dort bis zu zwölf Kinder in die Welt. Das ist unverantwortlich
und kann niemandem in Europa angelastet werden.

Nicht zuletzt sind Menschen auch nur Tiere. Und es gilt nach wie vor: Viel Futter, viele Tiere; wenig Futter, wenig Tiere.

Comment
von dollareyes dollareyes ist gerade offline | 15.10.2009 16:43 Uhr
@thinkbug
selbstverständlich sind in vielen der ärmsten länder der welt korrupte staatsführer an der macht. aber in vielen fällen hat die industrialisierte westliche welt daran ein interesse und die machthaber werden auch von ihr gestützt (ob nun logistisch oder durch waffenlieferungen oder anderweitig).
in echten demokratien mit freier presse würde sich die bevölkerung unter umständen nicht seiner bodenschätze berauben lassen und tolerieren das seine landbasis vergiftet und zerstört wird. bei einem unterdrücktem, verängstigtem volk ist das so viel einfacher zu bewerkstelligen.

der kinderreichtum basiert in vielen fällen auf dem einfachen fakt das es in diesen ländern keine sozialsysteme gibt die sich bei krankheit und im alter um einen kümmern. das müssen dort die kinder übernehmen...

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