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Koch will härtere Strafen auch für Kinder

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Berlin - Mit der Forderung, in Ausnahmefällen auch auf Kinder das Strafrecht anzuwenden, hat der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) den Koalitionsstreit über Jugendgewalt weiter angeheizt. Koch sagte in einem Interview der „Bild am Sonntag“, man müsse zur Kenntnis nehmen, „dass es eine sehr aggressive Kriminalität einer sehr kleinen Gruppe von Menschen unter 14 Jahren“ gebe. Diese Kinder würden von Erwachsenen manchmal gerade deshalb zu Straftaten benutzt, weil sie nach geltendem Recht strafunmündig seien. In diesen Fällen müsse Eltern das Sorgerecht schneller als bisher entzogen und ausnahmsweise müssten auch „Elemente“ des Jugendstrafrechts angewendet werden. Koch wies zugleich Kritik an seinem Vorgehen zurück. Er sei nicht bereit, die Augen vor schwerwiegenden Problemen zu verschließen „oder mir von türkischen Vertretern den Mund verbieten zu lassen“, sagte er.

Der Vorstoß fiel zu einem Zeitpunkt, als der Streit über Koch in schrille Beschimpfungen überging. Die CDU-Vorsitzende, Kanzlerin Angela Merkel, nannte den Vorwurf von SPD-Fraktionschef Peter Struck „absurd“, der Wahlkämpfer Koch sei über den Münchner U-Bahn- Überfall auf einen Rentner im Grunde froh gewesen. Merkel forderte SPD-Chef Kurt Beck dazu auf, in seiner Partei „Vernunft einkehren zu lassen“. Unionsfraktionschef Volker Kauder warnte Beck vor einer Belastung des Berliner Bündnisses durch parteitaktisches Verhalten. „Regierungsbeteiligung in Berlin und Opposition aus Mainz: das geht nicht“, schrieb Kauder im Neujahrsbrief an die Fraktion.

Beck nahm Struck in Schutz. Die SPD habe „keinen Grund zurückzurudern“. Entsprechend setzte sich der Schlagabtausch fort. Den neuen Vorstoß Kochs kommentierte der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz mit den Worten: „Dieser Mensch dreht nun völlig durch.“ Kritik kam auch aus der FDP. Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki nannte es „unglaublich“, dass Koch Kindern mit Haft drohe. bib/babs



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 14.01.2008)
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Kommentare [ 14 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von ernebula ernebula ist gerade offline | 13.1.2008 22:01 Uhr
Koch - CDU - Israil
Vor kurzem haben ich mit einer Freundin aus Israil telefoniert.

Sie sagt Einige Zeitungen verfolgen die Sprache der CDU bzw. die von Herrn Koch ziemlich genau.Eine Wahlkampfstrategie nach NPD-Manier weckt Erinnerungen.

Sie fragt, wieso niemand diesem Mann-Herrn Koch auf die Gefahr seiner NPD Sprache hinweist.

Mein Vorschlag für Herrn Koch: Kandidieren Sie doch gleich für die NPD! Zumindest würde das jeder dann eher verstehen.



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von timchen timchen ist gerade offline | 13.1.2008 22:16 Uhr
-_-
was kommt als nächstes? Arbeitslager für 10-Jährige? Bestrafung Ungeborener?

Ach ne, bald ist der Wahlk(r)ampf ja vorbei, dann kräht kein Hahn mehr danach...
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von juergenkalaehne juergenkalaehne ist gerade offline | 14.1.2008 0:43 Uhr
Koch : Viele Äußerungen zeugen von Hilflosigkeit...
...oder sind sie Belege für Aussagen wider besseres Wissen: Wer die deutsche Gesetze und die EU - Regeln kennt, der weiß, daß Abschiebungen von Straftätern nahezu unmöglich sind. Roland Koch - er ist Rechtsanwalt - , weiß sicher auch, daß das Erwachsenenstrafrecht für junge Erwachsene gerade in Hessen eher selten angewendet wird. Koch weiß bestimmt, daß der Beginn von Verhandlungen in Strafverfahren gerade in Hessen oft lange auf sich warten läßt. Koch weiß sicher auch, daß Verurteilte in Hessen eher selten einen Platz im Vollzug finden. Deshalb sind die Wahlkampf - Äußerungen des Herrn Koch zu verurteilen. Leider aber sind die Äußerungen des Roland Koch auf Dauer auch eine Belastung für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland.. Jürgen Kalähne, BGM a. D.
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von detlef detlef ist gerade offline | 14.1.2008 9:13 Uhr
@ernebula - Ich kann Ihre Freundin verstehen
Wie seine Vorgänger Dregger und Kanther fischt auch Koch rechten am Rand außerhalb der Union.
So trat er auch als Hauptredner auf einem Jahreskongress des Studienzentrums Weikersheim auf. Das Studienzentrum, das jahrelang vom ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsident Hans Filbinger, der in der SA und in der NSDAP war, geleitet wurde ist die Kaderschmiede der Konservativen und Schnittstelle zu Ultrarechten.
Erinnern wir uns an Roland Kochs und der hessischen CDU infame Ausrede "jüdische Vermächtnisse" oder an Roland Kochs Attacke, als Gewerkschafter Transparenz in Steuerfragen verlangten: "Unternehmen werden verfolgt wie früher die Juden". Immer wenn es um Geld geht, fallen Roland Koch Juden ein und in einem Atemzug presst er durch diesen Vergleich den industriell organisierten Massenmord in Auschwitz auf das Gewaltniveau hessischer Steuerfahndung.
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von blumentopfche blumentopfche ist gerade offline | 14.1.2008 10:50 Uhr
ein blick
in die nachbarländer zeigt, daß die grenzen für diestrafmündigkeit junger täter ganz unterschiedlich gesetzt sind:
england, frankreich, schweiz - mit 10 jahren strafmündig
niederlande - mit 12 jahren verantwortlich.

warum hält man hier an der starren grenze von 14 jahren fest?
ist das deutsche strafgesetzbuch das einzig richtige in europa, daß täter bis zum vollendeten 14. lebensjahr nicht belangt?
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von dali dali ist gerade online | 14.1.2008 11:27 Uhr
@ blumen... u. Andere,
wann die Strafmündigkeit angesetzt wird, ist völlig wurscht!
Auch heute können Familienrichter, bei Vorliegen von "Auffälligkeiten" Amtsvormundschaft bzw. Unterbringung in Einrichtungen verfügen.
Leider können sie das meist nicht, da es kaum bis gar keine Plätze gibt.
Oder stellt sich blümchen vor, wünscht gar, dass in der Schweiz ein 10 Jähriger in den Knast fährt.
Also
die Vorverlegung bringt nur noch mehr Verfahren, ohne dass die Kinder dann auch untergebracht werden können.
wir müssen uns also um die Errichtung von Einrichtungen kümmern (das können aber auch u.U.Pflegefamilien sein), dann kann man auch über wie auch immer geartete Unterbringungen reden.

Aber das vergesst Ihr bei Euren ach so konsequenten Forderungen und Vorgehensweisen immer, dafür braucht man weder neue Gesetze noch irgend welche Sprüche,
man braucht Kohle...
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von detlef detlef ist gerade offline | 14.1.2008 11:36 Uhr
So lange @ blumentopfche
nicht genug Geld vorhanden ist für die Prävention, der Diversion als auch im Jugendvollzug und es nicht gelingt, diese Faktoren zu stärken, befinden wir uns nach meiner Meinung auf keinen zukunftsweisenden Weg, um die Kinder- und Jugendkriminalität zurückzudrängen und wie Sie sicher wissen spart der Herr Koch dort sehr gerne.
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von akh akh ist gerade offline | 14.1.2008 12:00 Uhr
@ blumentopche
Was die Schweiz betrifft, stimmt ihre Angabe schlicht nicht. Strafmündig im Sinn von Koch (also Wegschliessen, einsperren...) ist ein Jugendlicher in der Schweiz erst ab vollendetem 15. Altersjahr. Wenn sie schon Vergleiche anstellen, dann sollten sie mindestens die Strafgesetzbestimmungen (im Fall der Schweiz das revidierte Jugendstrafgesetz 2003) durchlesen und nicht bloss die Überschriften in irgend einer oberflächlichen Zusammenstellung. Das schweizerische Jugendstrafrecht behandelt Straffälle, welche jemand zwischen seinem 10. und seinem 18. Lebensjahr begangen hat. Strafmündigkeit ist nicht dasselbe wie rechtliche Strafsachenbehandlung. Aber es ist typisch für jene, die meinen, man habe nun wieder mal ein Thema, wo man den "Weicheiern" aus auswischen könne. Das schweizerische Jugendstraffrecht ist ein sehr differenziertes und differenzierendes Recht. Mit dem, was Koch und Co. fordern, hat das überhaupt nichts zu tun.
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von akh akh ist gerade offline | 14.1.2008 11:05 Uhr
Kein Zufall
Kochs Ausfälle sind kein Zufall. Sie sind Ausdruck des internen CDU-Gesellschaftsverständnisses. Man weiss, weshalb man - zum Beispiel als Schwuler - diese Partei niemals wählen sollte.
Die "Konservativen" möchten die Frau am Herd und in alter Ordnung. Dass diese Ordnung verlogen war, etwa das Nazivertbrechertum bis zum Schluss mitgemacht hatte, vergessen die Unions-Saubermänner, wie sie es immer vergassen. Es waren und sind genau diese "Konservativen", die gar keine Konservativen sind, sondern egoistische Machthaber, welche sich von jenen schmieren lassen, die "Konservatives" brauchen, um ihre verführerischen Geschäfte mit Verklemmten betreiben zu können. Erinnert sei an die unheilige Ermöglichungsallianz zwischen "Konservativen" und Kirch und dessen teileise, bezogen auf "Jugend" oder "Familie", unsäglichen Fernsehsendern!
Man weiss, mit wem man es zu tun hat, wenn man an Koch denkt: Koch tut alles, um an die Macht zu kommen oder an der Macht zu bleiben.

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von blumentopfche blumentopfche ist gerade offline | 14.1.2008 13:42 Uhr
man
keiner will 10 jährige überraschungseierklauer in den knast bringen. aber es geht nicht, daß die justiz erst abwartet bis ein kindlicher krimineller das 14. lebensjahr vollendet hat, und erst dann tätig wird.
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von detlef detlef ist gerade offline | 14.1.2008 14:11 Uhr
@ Nun sagen Sie @blumentopfche
uns doch bitte mal warum ein Gefängnis, für einen kriminellen unter 14-Jährigen besser sein soll, als ein mit Pädagogen mit entsprechender Ausbildung gut geführtes Heim?
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von gernot gernot ist gerade offline | 14.1.2008 15:43 Uhr
@ernebula
Schon mal was von deutscher Schreibweise gehört?
Seit wann heißt es denn Israil? Wenn mich nicht alles täuscht, dann heißt es "Israel"!
Oder werden da vielleicht neue Länder erfunden, weil das mit dem Anruf aus "Israil" ja auch gar nicht stimmt?
Comment
von detlef detlef ist gerade offline | 14.1.2008 17:01 Uhr
@gernot
Damit sie nicht ungebildet weiterleben müssen.
http://tr.wikipedia.org/wiki/%C4%B0srail
Comment
von ernebula ernebula ist gerade offline | 30.1.2008 1:41 Uhr
@ gernot
O - Ton der Vorsitzenden des jüdischen Zentralrads :

"Die CDU sollte sich für die NPD Sprache des Herrn Kochs schämen!

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