Zeitung Heute : Ab Montag droht Berlin Verkehrschaos Lokführerstreik würde auch S-Bahn betreffen

Berlin - Der Hauptstadt droht der größte Streik im öffentlichen Nahverkehr seit Jahrzehnten. Da die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe BVG ihren am Mittwoch begonnenen Ausstand in der nächsten Woche fortsetzen wollen und am Freitag auch die Lokführergewerkschaft GDL Streik ab Montag angekündigt hat, droht ein Verkehrschaos. Der GDL-Streik würde auch die Berliner S-Bahnen betreffen, die bisher wegen der Streiks bei der BVG täglich mehrere hunderttausend Fahrgäste zusätzlich transportieren.

Die GDL plant einen unbefristeten Streik im Personen- und Güterverkehr von Montag 0 Uhr an. Die Bahn will einen eingeschränkten Ersatzfahrplan anbieten. Im Fernverkehr soll die Hälfte der Züge unterwegs sein. Im Regionalverkehr soll ebenfalls die Hälfte der Züge fahren. Für die Berliner S-Bahn soll ein Notfahrplan mit starken Einschränkungen gelten. Die Bahn kündigte an, die GDL-Pläne juristisch stoppen zu wollen. Zudem will sie am Wochenende einen neuen Vorschlag für ein Miteinander ihrer drei Gewerkschaften machen. Dies sei ein letzter Versuch, den angekündigten Streik noch zu vermeiden, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale am Freitagabend.

Seit Mittwoch stehen in Berlin die meisten Busse, Straßen- und U-Bahnen in den Depots. Auch am Freitag gab es nur einen Notverkehr mit rund 100 Bussen privater Firmen. Der BVG-Streik soll zunächst bis 14. März dauern. Die rot-rote Koalition in Berlin hält die Forderungen der Gewerkschaft Verdi für überzogen. Deren Vorstellung, für alle BVG-Mitarbeiter bis zu zwölf Prozent mehr Lohn oder ein Plus von mindestens 250 Euro pro Monat zu erhalten, sei „völlig unangemessen“, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Die Tarifverhandlungen für die 1,3 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen sind am Freitag in Potsdam gescheitert. Nun gibt es ein Schlichtungsverfahren – bis zu dessen Ende sind Warnstreiks verboten. Tsp

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