ABDUL RASHID GHAZI : Lehrer des Todes

Abdul Rashid Ghazi

ist redegewandt, gebildet und höflich – und doch will er aus Pakistan eine Religionsdiktatur islamischen Rechts machen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, ist Ghazi bereit, hunderte junge Koranschüler in den Tod zu führen. Seit Tagen haben er und seine Anhänger sich in der Roten Moschee verschanzt. Sie würden lieber sterben als sich zu ergeben, sagt er in Interviews, die er per Handy gibt.

Ghazi hat an der Prestigeuniversität Quaide-Azam in Islamabad Geschichte studiert, hat anschließend für die Unesco gearbeitet und einen durchaus westlichen Lebensstil gepflegt. Als sein Vater, der damals die Rote Moschee leitete, Ende der 90er erschossen wurde, übernahmen Ghazi und sein Bruder die Führung. Sie machten ihre Koranschulen zu Hochburgen für islamistisches Gedankengut. Als sich Pakistans Präsident Pervez Musharraf nach dem 11. September 2001 von den Taliban lossagte, wurden Ghazi und sein Bruder zu seinen erbittertsten religiösen Widersachern. So riefen sie ihre Schüler dazu auf, in Afghanistan gegen die westlichen Truppen zu kämpfen und bis heute sollen sie gute Kontakte zu den Taliban pflegen. Die Rote Moschee wurde zum Zentrum einer Talibanisierungskampagne. Ghazi selbst setzte in der Moschee ein Scharia-Gericht ein.

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