Zeitung Heute : Abrisshaus auf Abruf

Der Tagesspiegel

Marzahn. Der geplante Abriss des Doppelhochhauses an der Marchwitzastraße 1-3 könnte möglicherweise noch verhindert werden. Wie jetzt bekannt wurde, gibt es einen Investor, der die 296 Wohnungen erwerben und sanieren möchte. „Ein erfahrener Bauunternehmer aus Mitteldeutschland hat Interesse an dem Gebäude“, erklärt der Immobilenmakler Hartmut Schneider auf Anfrage. Der Investor habe bereits ein Sanierungs- und Finanzierungskonzept ausgearbeitet. Er wolle den 18- und 21-Geschosser vorwiegend mit Eigenkapital auf Vordermann bringen, berichtet der Makler.

Der Interessent, der dem Tagesspiegel namentlich bekannt ist, will zunächst das Ergebnis der heute Abend stattfindenden Bezirksverordnetenversammlung abwarten. Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein PDS-Antrag zur Marchwitzastraße. Darin wird das Bezirksamt aufgefordert, sich beim Senat dafür einzusetzen, vorliegende Kaufangebote für das Doppelhochhaus auf ihre Solidität zu prüfen. Außerdem soll die noch ausstehende Entscheidung über den Abrissantrag der Wohnungsbaugesellschaft Marzahn (WBG) so lange ausgesetzt werden, bis eine Stellungnahme des Senats vorliegt.

„Es ist für Marzahn insgesamt ökonomisch sinnvoller, das Hochhaus abzureißen“, sagt Wolf Schulgen, Leiter der Abteilung Wohnungswesen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Schließlich habe die WBG bereits mit rund 15 Prozent Leerstand zu kämpfen. Schulgen bezeichnet den geplanten Abriss nicht als „rausgeschmissenes Geld“. Wie berichtet, werden solche Maßnahmen auch mit Mitteln des Bundes gefördert. Der Kaufinteressent aus Mitteldeutschland bezeichnet dagegen diese Vorgehensweise als „hochgradige Gelder- und Wertevernichtung“.

bey

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