Zeitung Heute : Abschied vom Papierkalender

Regina Köthe

Im Adressverzeichnis ist kein Platz mehr unter dem Buchstaben "S" und die Einlegeblätter hat man gerade nicht zur Hand. Die Terminplanung für den nächsten Dienstag wird zum dritten Mal geändert und anstatt alles mit Tippex zu übermalen, greift man verzweifelt zur Haftnotiz. Und wo war noch gleich der Zettel mit den Notizen für die nächste Besprechung?

Wenn Sie solche Situationen verabscheuen, dann sind Sie vielleicht der richtige Typ für ein elektronisches Notizbuch. Damit lassen sich unzählige Adressen eintragen und Termine beliebig löschen und umstellen. Ersetzen Sie Ihren papierenen Kalender oder Business-Timer durch einen Kleincomputer im Westentaschenformat. Was Filofax unter den Timern ist, das sind "Palm" oder "Psion" für die elektronischen Organizer. Die Geräte werden Personal Digital Assistant (PDA), Handheld oder Communicator genannt, kosten 500 bis 2000 Mark und sind vielseitig nutzbar. PDA ist der Oberbegriff für elektronische Organizer, Handhelds ähneln stark dem Desktop-PC und Communicators vereinigen die Funktionen von Handy und Organizer. Mit ihrer Hilfe können Adressen verwaltet, Wechselkurse errechnet, Termine eingetragen und erinnert werden.

Die Benutzer brauchen jedoch ein gewisses Interesse für digitale Medien und elektronische Geräte. "Ich liebe elektronisches Spielzeug", sagt die Düsseldorfer Managerin Renate Brühl, die viel reisen muss bei ihrer Arbeit. Für sie sind Handy und Organizer unersetzliche Arbeitswerkzeuge geworden. "Um der Zettelflut und dem Papierchaos zu entgehen, sind elektronische Notizbücher wirklich eine Hilfe", bestätigt auch der Berliner Komponist und Festivalorganisator Henry Mex, der mit einem elektronischen Organizer arbeitet. "Allerdings muss man sich disziplinieren, Adressen und Visitenkarten sofort einzutragen", räumt er ein. Nur eine konsequente Anwendung bringt Ordnung ins Leben und in den Berufsalltag.

Der elektronische Organizer wird richtig effektiv, wenn er eine praktische und schnelle Anbindung an den Desktop-Computer im Büro hat. Die neueren Modelle bieten diesem Service fast alle an. Denn nur so lässt es sich vermeiden, Adressen, Telefonnummern, Notizen und Termine doppelt eintragen zu müssen.

Es lohnt sich, im Vorfeld zu überlegen, für welche Zwecke man den Organizer vor allem braucht und mit welchen Geräten er kompatibel sein sollte. Die einschlägigen Computerzeitschriften bieten regelmäßig einen Überblick über die neuesten Entwicklungen und Preise. Und die Modelle von Freunden und Bekannten sollte man sich ausgiebig anschauen und ausprobieren.

Jedenfalls können Sie als Besitzer eines elektronischen Organizers ungeheuer "aufgeräumt" wirken: Bei einem Termin oder einer Besprechung blättern Sie nicht in einem immens dicken Timer oder kramen in Ihrer Tasche, sondern haben ein kleines, schmales Gerät vor sich stehen und können nach Antippen der Tastatur oder des Bildschirms sofort einen Terminvorschlag machen oder eine Adresse nennen. Und wichtige Termine können Sie mit einem Alarmzeichen versehen, dann werden Sie nochmals darauf hingewiesen. Allerdings bieten die Taschencomputer keinen Platz für Visitenkarten, Tickets und andere Fundstücke. Die müssen Sie woanders verstauen.

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