Zeitung Heute : Abstimmung mit den Füßen

Den Umzug der Volleys in die Schmelinghalle hielten viele für gewagt, inzwischen zeigt sich, dass der Klub von der Arena in vielerlei Hinsicht profitiert.

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Zu Hause ist’s am schönsten. Die Berliner Spieler Kromm, Carroll, Krystof, Höhne und Fischer (von links) haben in der Schmelinghalle noch kein Bundesligaspiel verloren. Foto: dpa
Zu Hause ist’s am schönsten. Die Berliner Spieler Kromm, Carroll, Krystof, Höhne und Fischer (von links) haben in der...Foto: dpa

Viertel-, Halb- und Finalserie – die Volleyball-Play-offs beginnen mit dem ersten Spiel der BR Volleys am 17. März in der Max-Schmeling-Halle. Best of three und zweimal Best of five sind die Modi der drei Runden zur Ermittlung des Deutschen Meisters. Also minimal acht, maximal dreizehn Spiele lang ist der Weg der Berliner bis zur erfolgreichen Titelverteidigung. Die Schmelinghalle soll dabei eine wichtige Rolle spielen.

Es ist erst die zweite volle Saison, die die BR Volleys in dieser Spielstätte absolvieren. Doch der mutige Schritt in die 8000-Zuschauer-Arena wird eindrucksvoll durch die Abstimmung der Fans mit den Füßen belohnt. War man in der tristen Sömmeringhalle in Charlottenburg froh, wenn bei Spitzenspielen des damaligen SCC 1500 Fans kamen, so liegt der Zuschauerschnitt bei den bislang neun Hauptrundenspielen in eigener Halle bei 4203 (2011/12: 3336). Insgesamt waren es 37 823 Besucher. Das ist vier Mal so viel wie 2009. Nimmt man die vier Champions-League-Auftritte hinzu, kommen die Volleys sogar auf 56 316.

„Die Halle ist für uns ein Faktor geworden, sie pusht das Team, hilft, wenn’s mal nicht so läuft“, sagt Geschäftsstellenleiter Matthias Klee. Die Aussage lässt sich auch durch Fakten belegen: In der Bundesliga sind die Volleys in der Schmelinghalle noch ungeschlagen. Bleibt das so bis zum Ende der Saison, sind die Berliner durch den Heimnimbus erneut Meister. „Vermarktungstechnisch haben wir uns nochmal merklich gesteigert“, sagt Klee. „Im Zuschauerschnitt sind wir nicht nur in Deutschland weit voraus, sondern auch in Europa eine große Nummer.“

Dazu ist das Medieninteresse für den Verein enorm gewachsen ist. Mit dem neuen Live-TV der Volleyball-Liga (DVL) und zusätzlichen eigenen Online-Übertragungen ist jedes Heimspiel der Berliner zu sehen. Und auch der RBB sendete Live-Bilder von den Spielen im Internet. „Insgesamt war das ein Quantensprung“, stellt Klee fest. Dass die Schmelinghalle Eindruck macht, haben sämtliche Kontrahenten bestätigt. In den Play-offs wollen die Volleys nun den Zuschauerrekord von 8045 Fans aus der Hauptrunde 2010/11 gegen den VfB Friedrichshafen in Gefahr bringen.

„Wir bieten eine Mischung aus gutem Sport und Unterhaltung“, sagt Klee, der bei den Volleys für das Marketing zuständig ist. Diese Kombination sei das Erfolgsrezept. Und sie habe auch Wirkung auf das Interesse von Sponsoren. „Die Schmelinghalle ist für mögliche Geldgeber viel interessanter als es der reine Zweckbau in der Sömmeringstraße war“, sagt der Geschäftstellenleiter. „Hier können sie sich präsentieren, gibt es ein entsprechendes Ambiente für Hospitality- und Vip-Aktivitäten.“

Klee formuliert es fast euphorisch: „Wir haben in Deutschland gezeigt, dass auch Volleyball die Menschen begeistern kann. Man muss nicht abwinken und sagen: zu viele Probleme, keine Medien, wenig Zuschauer.“ Klaus Weise

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