Zeitung Heute : Acht Wege zur Entspannung

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Alle Entspannungsverfahren sollen lästige Anspannung abbauen. Oft gelingt dies schon durch Laufen, Wandern, Musik Hören oder Musizieren. In schwereren Fällen können systematisch eingeübte Entspannungstechniken helfen, die innere Ruhe wieder zu gewinnen. Die Techniken sind allerdings nicht alle wissenschaftlich untermauert, weshalb Krankenkassen die Kosten nur bei anerkannten Verfahren übernehmen. Zudem ersetzen sie keine ärztliche Behandlung. Hier einige Beispiele:

1. Westliche Verfahren:

Autogenes Training (AT):

Salopp gesagt, macht man sich beim AT gezielt etwas vor: Man redet sich lautlos in Gedanken ein, man sei ruhig, gelöst und entspannt – eine Form der Selbsteinflüsterung (Autosuggestion) mit Ruheformeln wie „Mein rechter Arm ist schwer“ oder „Meine Füße sind schön warm“. Erst nach geduldigem Üben reagiert der Körper tatsächlich wie gewünscht. Gut geeignet bei Beschwerden wie Stress, Schlafstörungen, innerer Unruhe, Migräne, Asthma.

Progressive Relaxation oder

Muskelentspannung (PR):

Ihr Grundgedanke: Wenn Stress und Angst Muskeln verspannen lassen, müsste deren Entspannung auch seelisch beruhigen. Dazu spannt der Patient wichtige Muskelgruppen spürbar an und lockert sie dann wieder. Ziel ist, dass sich die Muskeln sogar über den vormaligen, übermäßigen Spannungszustand hinaus entspannen. Die beim Anspannen zunehmende Durchblutung wird beim Entspannen als warm und angenehm empfunden. Geeignet z.B. bei Stress, Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Hyperaktivität und Ängsten.

Hypnose / Hypnotherapie:

Hier legt der Therapeut dem Patienten beruhigende Gedanken oder Ideen nahe, so dass der Hypnotisierte sich stark nach innen konzentrieren kann und die Außenwelt bis auf die Suggestionen des Therapeuten vergisst. Dieser sagt etwa: „Vielleicht spüren Sie Ihren Körper schon jetzt (Pause), sich entspannen (Pause), sich lockern (Pause) und gelöster werden.“ Wiederkehrende Bedenken und Blockaden werden aufgeweicht, der in Trance versetzte Patient entspannt. Wichtig sind ein vertrauenswürdiger Therapeut und ein heilsames Hypnoseziel.

Biofeedback:

Diese Technik versucht in die Regulation des Körpers einzugreifen. Geräte messen Atem und Herzfrequenz, Blutdruck, Gehirnströme und andere unbewusste Vorgänge. Diese werden an akustische oder optische Signale gekoppelt und auf einem Computerbildschirm gezeigt oder per Lautsprecher vermittelt (Feedback heißt „Rückmeldung“). So kann der Patient etwa die Spannung seiner Schädelmuskulatur sehen oder hören und hat nach einiger Übung die Chance, sie gezielt zu lockern. Wird eingesetzt u.a. bei Migräne, Spannungskopfschmerz, Panikattacken, Epilepsie und Zähneknirschen.

2. Fernöstliche Verfahren:

Yoga:

Die Philosophie des Yoga soll Geist und Körper des Menschen ganzheitlich ansprechen. Das bei uns verbreitete Hatha Yoga beruht auf einander ausgleichenden gymnastischen Übungen sowie auf Pausen mit Atemübungen. Yoga entspannt nicht nur durch Bewegung und Ablenkung beim geistigen Vorwegnehmen des Übungsverlaufs. Es kräftigt zudem und soll helfen, zufriedener zu werden. Angewandt bei psychosomatischen Erkrankungen, Asthma, Schmerzen und Depressionen.

Tai Chi Chuan:

Abgeleitet aus einer 2000 Jahre alten chinesischen Kampftechnik, wurde Tai Chi zur entspannenden, harmonisierenden Bewegungskunst. Die kontrollierten Bewegungen folgen dem Atemrhythmus und sollen die Lebensenergie zum Fließen bringen. Die Übungen verbessern zudem die Körperhaltung.

Qi Gong:

Über 3000 Jahre alt ist diese chinesische Heilgymnastik. Einfache, entspannende und teils meditative Übungen werden mit einer persönlich wohltuenden Atmung kombiniert. Wie bei Tai Chi sollen die im Körper entgegengesetzten Kräfte von Yin und Yang, dem weichen, weiblichen und dem harten, männlichen Element, ausgeglichen werden. Blockaden im Fluss der Lebensenergie sollen sich lösen. Angewandt u.a. bei Stress, Schlappheit, Kopfschmerzen und depressiven Verstimmungen.

Meditation:

Der lateinische Begriff „meditatio“ bedeutet besinnliche Betrachtung. Meist allein und schweigsam, versucht sich der Meditierende zu sammeln. Ziel ist quasi Funkstille im Kopf, wodurch anspannende Vorstellungen keinen Raum mehr finden. Gesprochene Mantras wie „Om“, aber auch Kerzen oder das Bogenschießen sollen die Konzentration nach innen fördern. Nicht frei von ideologischem Ballast ist die transzendentale Meditation.

Infos zu Entspannungsverfahren im Internet unter: www.medizinfo.de/psychotherapie/entspannung und www.entspannungsmethoden.de

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