Zeitung Heute : Achtung, Liebe!

Zwei Männer und eine Frau: das kann auch in Tel Aviv ein Problem sein.In "Urban Feel", dem israelischen Beitrag im Wettbewerb der Berlinale, kehrt der Rumtreiber Emanuel nach acht Jahren in seine Heimat zurück.Er war in Indien, um mittels Akupunktur vom Alkohol loszukommen.Schon einmal ist die Liebe zwischen Emanuel und Eva gescheitert, und am Ende des Films scheitert auch der zweite Versuch.Dazwischen: eine tastende Wiederannäherung, Tränen und Versöhnung, neuer Streit, schneller Sex und noch mehr Tränen.Emanuel nistet sich bei Eva ein, die inzwischen mit dem Langweiler Robby verheiratet ist.Die beiden Männer belauern einander, es kommt zu Auseinandersetzungen und einmal - Achtung, Eskalation! - schüttet Robby Emanuel sogar eine volle Bowleschüssel über den Anzug.Doch "Urban Feel" will nicht bloß das Psychogramm einer Dreiecksbeziehung, sondern einer ganzen Gesellschaft sein.Liebe ist hier nur ein Wort, echte Gefühle sind nirgends zu haben: In den anonymen Begegnungen, die Robby über Kontaktanzeigen sucht, genausowenig wie im Swingersexclub, den Eva beim Zigarettenholen (!) entdeckt.Emanuel spielt Regisseur Jonathan Sagall in seinem ersten Langfilm selber.Rätselhaft ist allerdings, warum er als langjähriger Alkoholiker noch so athletisch ausschaut.Möglicherweise hat das mit der indischen Akupunktur zu tun.

Heute 15 Uhr (Royal Palast) und 21 Uhr (Urania)

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