Zeitung Heute : Algen, Schlick und Kreide

Behandlungen nach Methoden der Meeresheilkunde, die so genannten Thalasso-Therapien, werden künftig europaweit nach einheitlichen Kriterien erfolgen. Das haben die Teilnehmer des 1. Europäischen Thalasso-Kongresses beschlossen, der vor kurzem in Warnemünde stattfand. Zu den wichtigsten Forderungen des Konzepts gehören die Lage der Behandlungszentren direkt am Meer und die Nutzung der dort gegebenen natürlichen Heilfaktoren wie Meereswasser, Algen, Schlick oder Kreide.

Das von den 120 Teilnehmern aus elf Ländern verabschiedete Programm werde Anfang Juni dem Jahreskongress des Europäischen Heilbäderverbandes in Bad Wörishofen vorgelegt, sagte der Präsident des Deutschen Verbandes, Manfred Steinbach. Mit den grundlegenden Qualitätskriterien sowohl für therapeutische Behandlungen von Kranken als auch für prophylaktische Wellness-Angebote hätten Hotels und Reha-Kliniken nun erstmals einen gemeinsamen Nenner. "Dies wird helfen, unerwünschten Wildwuchs zu begrenzen", sagte Steinbach. Das Konzept könne als erster gelungener Versuch für eine europäische Einigung im Bereich des Gesundheits- und Kurwesens gelten. Bei der zweitägigen Konferenz waren auch Vorschläge für die künftige Zertifizierung von Thalasso-Zentren erarbeitet worden. Eine exakte Definition werde es den Kunden in Zukunft ermöglichen, professionelle Anbieter von "schwarzen Schafen" zu unterscheiden, hieß es. Der bisherige Begriffswirrwarr um die seit Jahrhunderten bekannte Heilmethode sowie Missbrauch werde damit beendet.

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