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Das Hotelbusiness bietet beste Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten

Nike Weiss

„Um in der Weltgeschichte herumzukommen, gibt es keinen besseren Job als im Hotel“, sagt Holger König, Empfangschef im Berliner Nobelhotel Adlon. Um Prominenten über den Weg zu laufen, offensichtlich auch nicht: Im Adlon jedenfalls residierten bereits Bill Clinton, Kofi Annan, Ignatz Bubis, Pierce Brosnan, Robert de Niro, Steven Spielberg, Mikka Häkkinen – und Michael Jackson.

Über 500 Mitarbeiter hat das Adlon, allein 60 davon sind Köche. Wer fröhlich, freundlich und herzlich ist und auch noch gute Umgangsformen mitbringt, für den ließe sich im Hotel auf jeden Fall etwas finden, sagt König. Immerhin arbeiten hier neben Pagen, Zimmerfrauen, Hausdamen und -männern auch Wagenmeister, Butler, Kellner, Barkeeper, Telefonisten, Sekretärinnen, Buchhalter, Rezeptionisten, Nachtportiers, Techniker, Masseure, Physiotherapeuten, Kosmetikerinnen, Vertriebs- und Marketingfachleute, Controller und Veranstaltungsmanager.

Die Karrierewege sind kurz, die Aufstiegsmöglichkeiten gut: Wer als Kofferträger oder Kellner anfängt, kann sich durchaus in die mittlere Managementebene hocharbeiten - entsprechende Trainings und Fortbildungen vorausgesetzt. „Auch die Hoteldirektoren und -direktorinnen haben mit Bettenmachen angefangen“, sagt Claus-Dieter Jandel, Generalbevollmächtigter der Steigenberger Hotels. Er muss es wissen: Nach dem Abitur begann er an der Hotelfachschule und war mit 28 Jahren bereits Hoteldirektor. „So schnell bekommt man in keiner anderen Branche so große Verantwortung.“

In jedem Hotel sind die Dinge anders geregelt: Opern-Karten etwa bekommt man im Adlon am Concièrge Desk, bei anderen am Front Office, oder im Bereich Guest Relations. Dann gibt es noch den Guest Services Manager, der für die Bereiche Fahrer, Träger, Hoteldiener, Fitness, Wellness, Business-Center (für Konferenzen) und die Boutiquen zuständig ist. In jedem Fall hat das Geschäft mit dem unmittelbaren Kontakt zu zahlreichen, sehr unterschiedlichen Menschen zu tun. „Das ist das Schöne, aber gleichzeitig auch die Riesenbelastung an unserem Job“, sagt Empfangschef König. Wichtig sei, sich über Lob zu freuen und Beschwerden nie persönlich zu nehmen.

In Deutschland arbeiten bereits über eine Million Menschen in Hotels - und es werden händeringend Leute gesucht. Die Branche leidet unter dem Image der langen Arbeitszeiten. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband fordert daher eine Greencardregelung für ausländische Arbeitskräfte. Schließlich ist die Branche von jeher international ausgerichtet.“

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