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Große Vögel, kleine Vögel: "The Big One" von Michael MooreMit "Roger and Me" hat der amerikanische Allroundpublizist Michael Moore vor fast zehn Jahren eine neue Spielart des Dokumentarischen eingeführt, die die Lust der kleinen Leute, "die da oben" endlich einmal zur Rede zu stellen, in eine adäquate Form, die der filmischen Verfolgungsjagd, überführt.War "Roger and me" ein Duell, so ist "The Big One" der Versuch einer Breitenattacke, in der aber durchaus Guerillataktiken angewandt werden.Grundfrage: Wieso werden dort die meisten Leute entlassen, wo die größten Profite gemacht werden? Anvisierte Kombattanten: Die Täter solcher Verschlankungsoperationen.Hauptziel: Marktwirtschaftsgötzen wie Shareholder-Value und Maximalprofit.Taktik: Naivität, Offenherzigkeit und Satire.Andererseits aber ist "The Big One" auch eine One-Man-Show des - körperlich gar nicht kleinen Mannes - Michael Moore selbst, der sich auf der Promotiontour für sein eigenes Buch begleitet.Amerikaner sind eben Marketingexperten.Am Schluß gibt es dann noch zu sehen, wie einer der wirklich Großen eine Wette verliert: Nike-Chef Phil Night. S.H.

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