Zeitung Heute : Alles über Heine

Das Spektakel Heinejahr ist zu Ende.Längst sind die Feuilletons damit beschäftigt, das Brechtjahr zu feiern.Was ist geblieben von den zahlreichen Veranstaltungen und Veröffentlichungen anläßlich von Heines 200.Geburstag? Eine CD-ROM zum Beispiel und nicht irgendeine.Sie hat den Anspruch, "alles von und über Heinrich Heine" multimedial zu vereinigen. So bietet das Kapitel "Rezeption" neben dem Aufsatz "Heine in der Musik" die lohnenswerten Diashow "Heine bibliophil", die aus Faksimiles von Werkausgaben besteht.In der Ton-und Videodokumentation kann man Max Frischs Rede zur Verleihung des Heine-Preises 1989 auf den Bildschirm holen.Oder man läßt sich von Stephan Hermelin aus dem "Rabbi von Bacharach" vorlesen. Mit dem Kauf dieser CD-ROM ist das Gesamtwerk Heines auf 5857 Seiten elektronisch zugänglich, vom Buch der Lieder bis hin zu seinen Testamentsentwürfen.Wenig benutzerfreundlich ist allerdings, daß im Kapitel "Werk" statt eines Inhaltsverzeichnisses unvermittelt die Vorrede zum Buch der Lieder erscheint.Das Werkverzeichnis ist verknüpft mit dem renommierten Heine-Handbuch von Gerhard Höhn, so daß zu den Textpassagen auf Wunsch Sekundärliteratur samt Auswahlbibliographie auf dem Bildschirm erscheinen. Möchte man herausfinden, was Heine im Jahre 1841 tat, ist man im Kapitel "Zeit" richtig.Eine übersichtliche Zeittafel ist durch Bilder und Hyperlinks zu Personen und Ereignissen ergänzt.Wir erfahren, daß Heines Jahresrente, die er von seinem Onkel Salomon bezieht, im Januar 1841 gekürzt wird.Am 31.August vermählt er sich mit seiner Lebensgefährtin Mathilde in Paris. Fazit: Das Experiment Literatur-CD-ROM ist gelungen und könnten dem Germanistikstudenten der Zukunft nicht jeden, so doch manchen mühsamen Gang in die Bibliothek ersparen. Die CD-ROM ist für 98 DM im Handel erhältlich und benötigt einen Multimedia 486er PC und Windows 3.x oder Windows 95.

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