Zeitung Heute : Als Schüler zwischen Computern

KATHRIN SPOERR

"Online Educa" baut Brücken zwischen Bildung und Technik / 600 Teilnehmer aus 33 LändernVon KATHRIN SPOERRImmer mehr Menschen jedes Alters erkennen die Notwenigkeit, nach der Schule weiterzulernen.Auch Unternehmen stehen Mitarbeitern, die nach der Berufsausbildung oder nach dem Studium ihre Ausbildung ein für allemal als beendet betrachten, skeptisch gegenüber.Die Frage, wie Weiterbildung in der "beschleunigten Gesellschaft" effizient gestaltet werden kann, steht im Mittelpunkt der "Online Educa", einer internationalen Konferenz, die derzeit zum dritten Mal in Berlin stattfindet."Lebenslanges Lernen" findet nicht mehr nur in Volkshochschulen oder Wochenendseminaren statt, sondern in verstärktem Maße "online". 600 Teilnehmer aus 33 Ländern kamen auf Einladung des Veranstalters, der International Conferences, Exhibitions and Fairs (ICEF), nach Berlin.Neben Vertretern der freien Wirtschaft nehmen vor allem Pädagogen aus Schulen und Universitäten an der Tagung teil.Ihnen geht es nach Ansicht von ICEF-Mitarbeiterin Sylke Sedelies vor allem darum, sich über ihre Erfahrungen beim Lernen und Lehren am Bildschirm zu unterhalten."Wie bringe ich Menschen über große Distanzen so viel wie möglich bei", sei die zentrale Frage der Veranstaltung. Online zu lernen ist neu.Neu sind auch die Probleme, die dabei auftauchen.Wenn sich die Technik zwischen Schüler und Lehrer schaltet, müssen traditionelle pädagogische Konzepte scheitern.Daß die Entwicklung neuer Lehrkonzepte mit der Technik Schritt halte, sei eine Herausforderung der Zukunft und eines der Hauptthemen der Tagung, sagte Sedelies.Workshops, Runde Tische und Vorträge sollen diesem Ziel dienen. Es gehe darum, "Brücken zu bauen zwischen Technologie und Bildung", sagte bei der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag Joachim Fronia, der bei der Europäischen Kommission an einem Konzept für "Open Distance Learning" mitarbeitet.Berlins Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) erinnerte an die historische Bedeutung Berlins bei den Anfängen der Telekommunikation, verwies aber auch auf den Nachholbedarf bei der Modernisierung der jahrzehntelang geteilten Stadt, in deren Verwaltungsalltag der Computer noch immer nicht selbstverständlich ist. Inzwischen sind mit modernen Telekommunikationstechniken verschiedene Formen medialen Lernens über große Entfernung etabliert: Neben den Videokonferenzen und der Kontaktaufnahme über Satelliten ist das Internet das wichtigste Medium telematischen Lernens, des Lernens ohne direkten Kontakt zum Lehrer und Mitschüler also.Vertreter dieser Bereiche nutzen nach Darstellung des Veranstalters die Konferenz dazu, untereinander in Kontakt zu treten und Standards zu vergleichen.Überhaupt ist nach der Erfahrung von Sedelies neben allem fachlichen Austausch das "networking" das wesentliche Moment der Konferenz.Hier werden Kontakte geknüpft, auf die die Teilnehmer im Arbeitsalltag zurückgreifen können.Die Konferenz will auch Kontakte zwischen den Herstellern der Technik für telematisches Lernen und den Anwendern herstellen.20 Hersteller begleiten die Konferenz mit ihren Ständen, an denen sie über neueste Hardware informieren.

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