Zeitung Heute : Als Sherlock Holmes im Lokschuppen

Schüler kommen seit langem mit Museen in Berührung, vor allem der Besuch mit der Schulklasse erfreut sich großer Beliebtheit.Allein das Deutsche Technikmuseum Berlin wird jeden Tag von rund 1000 Schülern besucht.Neu ist nun, daß sich die Schüler im Anschluß an ihre Visite nicht nur in Aufsätzen mit der Technik-Thematik auseinandersetzen, sondern auch in multimedialer Form.Hierzu hatte das Technikmuseum Schüler und Schulen Ende letzten Jahres zum zweiten Mal mit dem Wettbewerb "Museum-Computer-Schule" aufgefordert, am Freitag wurden nun die Preisträger vorgestellt und die Preise vergeben.

Der erste Preis ging dabei nicht an eine Schule, sondern an vier Jugendliche des Jugendcklubs Alt-Buckow.Sie folgten der Aufgabenstellung, sich mit dem Museum und seinen Exponaten auseinanderzusetzen, nicht nur, sondern fügten den musealen Hintergrund auch noch gekonnt in eine multimediale Detektivgeschichte ein.Ein verrückter Architekt hat in der Geschichte die Pläne für den Museumsneubau zerrissen und im Museumspark verstreut.In der Rolle des Detektivs muß der Computerspieler nun die Planfragmente zusammensuchen.Hierbei erfährt der Spieler natürlich viel über die Ausstellungstücke selbst, kann sie sogar drehen und von allen Seiten betrachten.

Insgesamt haben die vier Jungen in den letzten viereinhalb Monaten dafür viel Zeit investiert, sowohl die Weihnachts- und Winterferien wie auch jedes Wochenende und diverse Wochentage gingen für die Umsetzung der technisch und inhaltlich professionell anmutenden Arbeit drauf.Eingesetzt wurden von den vier Schülern diverse Multimedia-Programme wie Macromedias Art Director oder Apples QuickTime VR.Wie man mit diesen Programmen umgeht, haben sie sich selber beigebracht.Aber auch die klassischen Medien wie Fotografie und Videofilm fanden Eingang in die Arbeit.Besonders eindrucksvoll ist die 360-Grad-Ansicht des Eisenbahnlokschupens, der durch die eingesetzte Technik zur Darstellung virtueller Realitäten auch im Computer äußerst plastisch wirkt.Für ihre Arbeit erhielten die Mitglieder des Jugendklubs drei hochwertige Multimedia-Rechner, entsprechende Software sowie eine Reise ins Siemens-Nixdorf-Museum nach Paderborn.Zusammen kamen die Preise - insgesamt neun Rechner und diverse Software - nur durch die Hilfe der Sponsoren, unter anderem Apple, SNI, BB-Data, Pandasoft und die Berliner Softwarehäuser SIBB, Beta-Systems, Desy, die MediaBookGroup und BB Jugend + Computer.

Den zweiten Preis gewann die 10.Klasse der Theodor-Haubach-Realschule aus Tempelhof, dritter Preisträger wurde der Chemie-Leistungskurs der Willy-Brandt-Gesamtschule aus Castrop-Rauxel.Während die Quantität der Einsendungen zum Museumswettbewerb nach Aussage von Hadwig Dorsch vom Deutschen Technikmuseum in diesem Jahr etwas zurückgegangen ist, lag die Qualität der Arbeiten diesmal deutlich über dem Niveau des letzten Wettbewerbes.So sei es diesmal auch möglich geworden, die sechs besten Arbeiten auf einer CD-ROM zusammenzufassen.Darüber hinaus sind die Preise natürlich im Museum selbst bis zum 28.September anzuschauen.Am 18.Juni um 15 Uhr 30 erhalten die ersten Preisträger die Möglichkeit, ihre Arbeiten bei einem Vortrag in der Urania vorzustellen.KURT SAGATZ

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