Zeitung Heute : Amor vincit omnia

CHRISTIAN SCHRÖDER

Praktische Suchthilfe: "In Sachen Liebe" von Griffin DunneVON CHRISTIAN SCHRÖDEREigentlich müßte die Liebe unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.Sie kann zu euphorisierenden Rauschzuständen führen, aber auch zu erschütternden Entzugserscheinungen.Vielleicht sollten die EU-Gesundheitsminister warnen: Liebe gefährdet Ihre Gesundheit.Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.Statt dessen können Sie aber auch einfach ins Kino gehen und sich "In Sachen Liebe" angucken.Hundert Minuten lang wird da vorgeführt, wohin die Liebe führen kann.Im amerikanischen Original heißt der Film "Addicted to love" (=liebesabhängig), was die Sache besser trifft als der flaue deutsche Titel.Denn in "In Sachen Liebe" geht es um Suchtkranke, um Liebes-Junkies.Auf den Enzug ihrer Droge reagieren sie mit kreativer Zerstörungswut.Das ist komisch.Aber am Ende, klar, siegt dann doch wieder die Liebe.Das ist schön."Romantische Komödie" heißt sowas in Hollywood. Was tut man nicht alles der Liebe wegen! Sam (Matthew Broderick), kreuzguter Softie aus einem Provinzkaff, reist seiner verflossenen Sandkastenliebe Linda (Kelly Preston) hinterher, die in New York mit dem feurigen Franzosen Anton (Tcheky Karyo) ein neues Glück gefunden hat.Er nistet sich in einem Abbruchhaus ein, das gegenüber dem Liebesnest seiner Ex liegt, und installiert eine Camera Obscura, mit der er die Wonnen des Paares farbecht und detailgenau observieren kann.Irgendwann hangelt sich eine martialisch aussehende Lederfrau in sein Heimkino.In dem Catwoman-Outfit steckt Maggie (Meg Ryan), die vormalige Verlobte des Franzosen.Gemeinsam schmieden sie Pläne, wie sie ihre einstigen Lebensabschnittsgefährten auseinanderbringen können.Sie installieren Abhörwanzen, organisieren Parfüm-Attentate und Lippenstift-Verwicklungen.Als ihre Bemühungen endlich Erfolg haben, ist es zu spät.Da haben sich Sam und Maggie nämlich schon ineinander verliebt.Was "In Sachen Liebe" von anderen Liebeskomödien ähnlicher Bauart abhebt, ist ein irrlichternder Humor, der auch vor sanften Obszönitäten nicht zurückschreckt.Orgasmusgeräusche, deren komische Qualität Meg Ryan schon in der berühmten Restaurantszene bei "Harry und Sally" unter Beweis gestellt hat, kommen auch hier nicht zu kurz.Ohren auf! In 13 Berliner Kinos, OV im Odeon

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