Zeitung Heute : an Alexander Ross Management- und Bildungsautor

Berufswahl für Abiturienten

an Alexander Ross Management-,Bildungsautor

Meine Tochter macht in diesem Jahr Abitur. Sie hat überhaupt keine Ahnung, was sie anschließend machen will. Das bereitet mir Kopfzerbrechen. Wer kann uns helfen?

Sie sind recht spät dran, doch es ist gut, dass Sie sich jetzt aktiv darum kümmern. Leider gibt es für die richtige Berufs- oder Studienwahl nach dem Abitur wenig „Last-Minute-Angebote“ – und selbst wenn, müssen es nicht die besten für ihr Kind sein. Verschaffen Sie sich deshalb einen möglichst breiten Überblick. Erste Anregungen kann das Abi-Magazin der Bundesagentur für Arbeit liefern, ebenso sollte auch die persönliche Beratung durch Berufsberater der Arbeitsagenturen genutzt werden. Sehr gute Informationsangebote zur Studien-und Berufswahl liefert auch das Internet – etwa unter www.studienwahl.de oder www.berufswahl.de. Speziell für das Studium in Berlin und Brandenburg empfiehlt sich ein Blick auf www.studieren-in-bb.de. Und wer die berufliche Ausbildung mit einem Studium verbinden will, sollte auf integrierte Angebote im Bank- und Versicherungsbereich achten. In vier Jahren absolviert man parallel eine kaufmännische Ausbildung und zugleich ein Studium.

Nicht erst mit dem Gebührenurteil stellt sich die Frage, ob eine Universität oder eine Fachhochschule, ein Diplom oder ein Bachelor-Abschluss die jeweils sinnvollere Wahl ist. Viele Hochschulen haben Beratungsstellen, Veranstaltungen für Schüler, Tage der offenen Tür oder bieten ein spezielles „Schnupperstudium“.

In jedem Fall sollte Ihre Tochter vermeiden, ein Studienfach nach der Abiturnote zu wählen. Es braucht schon etwas mehr als nur gute Noten, um sechs bis acht Semester auch erfolgreich durchzustehen. Steht wirkliches Interesse hinter der Fächerwahl, sinkt die Gefahr eines späteren Fachwechsels oder gar Studienabbruchs.

Die Informationen sind keine Qual der Wahl, sondern notwendig zur Vorbereitung für klare Entscheidungen. Diese Zeit muss man sich nehmen, denn die eigene Zukunft sollte nicht so unwichtig sein, dass man einer spontanen oder wenig durchdachten Entscheidung folgt. Wenn ihre Tochter hier wenig Neigung verspürt, können Sie es auch als einen Erziehungsauftrag verstehen, Ihr Kind in dieser Hinsicht nicht nur zu fördern, sondern auch zu fordern. Foto: Thilo Rückeis

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