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Zeitung Heute : Anklage gegen Zschäpe lautet auf Mord

09.11.2012 00:00 Uhrvon und
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Foto: AFP - Foto: AFP

Mutmaßlicher NSU-Mitgründerin werden Mittäterschaft auch bei Raub sowie Brandstiftung vorgehalten.

Berlin - Im Fall NSU hat die Bundesanwaltschaft gegen Beate Zschäpe die härteste Anklage erhoben, die möglich erschien. Der 37-jährigen Frau wird vorgeworfen, die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ mitgegründet und sich „mittäterschaftlich“ an der Ermordung von zehn Menschen, an mehreren versuchten Morden und an 15 Raubüberfällen beteiligt zu haben. Außerdem hält die Bundesanwaltschaft Zschäpe der besonders schweren Brandstiftung für schuldig.

Zschäpe hatte am 4. November 2011 in Zwickau die Wohnung angezündet, in der sie mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt lebte. Die Männer hatten sich zuvor nach einem Bankraub in Eisenach erschossen.

Vier Tage später stellte sich Zschäpe in Jena der Polizei. Angeklagt sind zudem die vier mutmaßlichen Komplizen des NSU, Ralf Wohlleben (37), Carsten S. (32), André E. (33) und Holger G. (38).

Die Details teilte Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe mit. „Ihre terroristischen Verbrechen betrachteten die NSU-Mitglieder als gemeinsame Taten, die sie in einer aufeinander abgestimmten Arbeitsteilung verübten.“ Erhoben wurde die Anklage vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München.

Laut Bundesanwaltschaft ist Zschäpe mitverantwortlich für die Ermordung von neun Migranten türkischer und griechischer Herkunft, die Mundlos und Böhnhardt von 2000 bis 2006 erschossen hatten. Ebenso wird Zschäpe eine Mittäterschaft an dem Mordanschlag der beiden Männer auf die Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn und ihren Kollegen vorgeworfen. Den Beamten schossen Mundlos und Böhnhardt im April 2007 in den Kopf. Kiesewetter starb, der Kollege überlebte schwer verletzt.

Als versuchte Morde, die auch Zschäpe zur Last gelegt werden, wertet die Bundesanwaltschaft die zwei Sprengstoffanschläge des NSU in Köln. Dabei wurden 2001 und 2004 insgesamt 23 Menschen verletzt. Zschäpe sei zudem „hinreichend verdächtig, als Mittäterin für 15 bewaffnete Raubüberfälle verantwortlich zu sein“, sagte Range. Mundlos und Böhnhardt hatten von 1999 bis zum 4. November 2011 insgesamt 14 Bankfilialen und einen Supermarkt überfallen und mehr als 600 000 Euro erbeutet.

Bundesinnenminister Hans-Peter- Friedrich (CSU) sieht in der Anklage gegen Zschäpe einen Beleg für den Willen zur Aufklärung der NSU-Verbrechen durch die Sicherheitsbehörden. „Die Anklage ist erhoben, und ich glaube, man kann daran sehen: die Aufklärung geht voran“, sagte Friedrich in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Die Anklage sei in einem „schwierigen Umfeld“ erhoben worden, weil zwei Täter schon tot seien, Zschäpe nichts sage und von ihr viel Beweismaterial verbrannt worden sei.

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