ANZIEHEN Berlin! : Gut geschützt auf dem Eis

Berliner Eisbär. Laurin Braun in der Montur seiner Mannschaft. ]Foto: Imago
Berliner Eisbär. Laurin Braun in der Montur seiner Mannschaft. ]Foto: ImagoFoto: imago/Revierfoto

Als Eishockeyspieler muss ich viele Schläge wegstecken. Gleichzeitig darf alles, aber auch nicht zu steif sein, sonst bekomme ich den Puck nicht ins Tor. Brust, Schultern und Ellenbogen werden mit gepolsterten Plastikschalen geschützt, die ich mit einem Klettverschluss anpassen kann. Die reißen schon mal, dann heißt es schnell auf die Bank und nähen lassen. Mein Helm ist aus Vinyl mit einem durchsichtigen Kunststoffvisier. Er muss richtig passen, sonst kann man von den Aufprällen eine Gehirnerschütterung bekommen. Ich brauche alle vier Monate neue Handschuhe, weil ich damit viele Stürze abfedere und sie sich auf dem Eis abnutzen. Den Stock dürfen wir uns aussuchen. Die Aufdrucke und Farben können wir selbst bestimmen, bisher habe ich mir aber noch nichts Verrücktes einfallen lassen. Am interessantesten ist für die Leute meistens unser Genitalschutz. Meiner sieht für Laien bestimmt lustig aus, weil Strapse dranhängen. Daran kann ich meine Stutzen befestigen, damit sie während des Spiels nicht dauernd herunterrutschen. Früher habe ich darin immer einen Glückspenny als Talisman versteckt. Ganz vor dem Schmerz schützen kann mich mein Tiefschutz übrigens nicht. Er verteilt zwar die Kraft des Puckaufpralls gleichmäßig auf meine Lenden, aber das zieht immer noch ganz ordentlich.

Aufgezeichnet von Lisa Kober. Hier erzählen Berliner, warum sie tragen, was sie tragen. Kleidung hat für jeden von ihnen eine andere Aufgabe: schützen, verführen, verbergen oder repräsentieren.

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