ANZIEHEN Berlin! : Undercover

Ich bin Polizist und arbeite für ein Unterstützungskommando. Wenn wir Betäubungsmitteleinsätze haben, geht es meistens um möglichst viele Aufgriffe, und die bekommt man oft nur in Zivil gut über die Bühne. Die Kleidung müssen wir selbst stellen. Zu auffällig darf sie nicht sein. Ich muss also den Mittelweg finden. Im Drogenmilieu sind Polizisten nie gern gesehen, vor allem nicht die zivilen, da muss ich schon aufpassen.

Meine Ausrüstung kann ich im Sommer nur schlecht verstecken, sie würde mich sofort verraten. Sonst trage ich gern Hosen oder Jacken mit vielen Taschen. Dort ist genug Platz für Handschellen und Handschuhe. Die Schutzweste wird dann unter einem lockeren Hemd getragen, das über meine Dienstwaffe fällt. Ich muss im Schlaf wissen, wo ich im Ernstfall hingreifen muss, alles muss leicht zu erreichen und so unauffällig wie möglich sein. Letztens haben mich Freunde zufällig bei einem Einsatz in Zivil gesehen und sich halb tot gelacht. „Du siehst ja aus wie ein Bauer!“, haben sie gesagt. Das nenne ich mal eine gute Tarnung.

Patrick S. ist als Zivilpolizist im Einsatz. Sein Gesicht kann er deshalb an dieser Stelle nicht zeigen. Protokoll von Lisa Kober. Hier erzählen Berliner, warum sie tragen, was sie tragen. Kleidung hat für jeden von ihnen eine andere Aufgabe: schützen, verführen, verbergen oder repräsentieren.

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