Zeitung Heute : ARTEN VON ABKOMMEN

Die neunte Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über den Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) beginnt heute

in Bonn und soll bis zum 30. Mai dauern. Zu dem Gipfel werden rund 5000 Teilnehmer erwartet. In der zweiten Woche werden die Umweltminister in die Verhandlungen einsteigen, davor überlassen sie das Feld den Fachleuten. Die CBD wurde wie die Klimarahmenkonvention beim Erdgipfel in Rio 1992 verabschiedet. Inzwischen haben 189 Staaten das Abkommen ratifiziert. Die USA allerdings nicht. 2003 trat außerdem das sogenannte Cartagena-Protokoll in Kraft, das aus der CBD entstanden ist. Es regelt den grenzüberschreitenden Verkehr mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO).

Über das Cartagena-Protokoll ist schon in der vergangenen Woche von rund 2000 Fachleuten verhandelt worden. Am späten Freitag einigten sich die Vertragsparteien grundsätzlich darauf, dass die Verursacher von Schäden beim Transport, der Nutzung oder der Pflanzung von GVO dafür haften müssen. Dagegen hatten vor allem Japan und Brasilien bis zuletzt gekämpft. In Bonn konnten sich die Vertragsparteien aber noch nicht darauf einigen, wie ein Schaden definiert wird.

Die eigentliche Artenschutzkonferenz wiederum hat drei Ziele: die Erhaltung der biologischen Vielfalt, eine nachhaltige Nutzung derselben und eine gerechte Aufteilung von Vorteilen, die aus der Nutzung von genetischen Ressourcen entstehen. Allerdings fehlen auch 16 Jahre nach dem Inkrafttreten noch verbindliche Vorgaben dafür, wie diese Ziele erreicht werden könnten. In Bonn soll nun ein Text verabschiedet werden, der es ermöglicht, in zwei Jahren in Japan ein fertiges Abkommen zu verabschieden. Aber selbst dieser Verhandlungsauftrag könnte noch scheitern. deh

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