Zeitung Heute : Au revoir, Cha

So gut Deutsch spricht Bum Kun Cha noch.Unmißverständlich beantwortete der Trainer die direkte Frage nach seinem persönlichen Schicksal: "Aufhören.Kein Erfolg, dann immer Schluß.0:5.Unser Volk glaubt das nicht." Deprimiert und mit einem erschlafften Gesicht, als würde er am liebsten Harakiri begehen, stand Cha da."Ich habe keine Lust mehr weiterzuarbeiten", sagte der 45jährige.Wenige Stunden später war er seinen Job los: Südkoreas Verband feuerte ihn, weil er "Fehler gemacht" habe.Dabei war einstige Bundesliga-Star (Frankfurt, Leverkusen, Darmstadt) vor kurzem noch als Volksheld gefeiert und sogar für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen worden.Das Scheitern in der WM-Vorrunde empfindet er als persönliche Schande."Ich habe keine Lust mehr und will meine Ruhe." Für die Weltmeisterschaft in vier Jahren im eigenen Land muß sich Südkorea einen neuen Cheftrainer suchen.Daran, im letzten Vorrundenspiel Belgien zu schlagen, dachte Cha am Sonnabend nicht.Nur daran, zum "au revoir, France" nicht zum eigenen Abschied als Nationaltrainer noch einmal eine derartige Demütigung erleiden zu müssen.Diese Sorge ist er durch seine Entlassung los. H.S.

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