Zeitung Heute : AUCH NIGERIA STEHT IM ACHTELFINALE: Tor des Tages vom Fußballer des Jahres

PARIS .Nigerias "Super-Eagles" haben ihren Beutezug bei der Weltmeisterschaft fortgesetzt und als dritte Mannschaft vorzeitig das Etappenziel Achtelfinale erreicht.Mit einem 1:0 (1:0) gegen Bulgarien setzte der Olympiasieger seinen Höhenflug in der Vorrundengruppe D fort.Das Tor des Tages in einer über weite Strecken einseitig geführten Partie vor 49 000 Zuschauern im Pariser Prinzenparkstadion erzielte Afrikas "Fußballer des Jahres" Viktor Ikpeba in der 27.Minute.Der WM-Vierte von 1994, für den Kostadinow bei einem Lattenknaller drei Minuten vor Schluß den Ausgleich verpaßte, muß dagegen um den Einzug in die Runde der letzten 16 bangen.

Mit der überzeugenden Vorstellung bereitete der zweimalige Afrikameister Bora Milutinovic das passende Geschenk zu dessen 225.Länderspiel als Trainer.Der vor dem Turnier in Nigeria durchaus umstrittene Serbe kam dank des Sieges zu einem spektakulären Rekord: Als erster Coach führte der Weltenbummler bei vier Weltmeisterschaften in Folge ein Team ins Achtelfinale.1986 Mexiko, 1990 Costa Rica, 1994 die USA und nun Niegeria lauten die Stationen seiner erfolgreichen Karriere.

Dank der besseren Spielanlage und ihrer überragenden Technik dominierten die Afrikaner von Beginn an.Im Mittelfeld zog der phasenweise zaubernde Okocha geschickt die Fäden, im Angriff wurden die Spitzen Amokachi und Ikpeba immer wieder geschickt in Szene gesetzt.Das Sturm-Duo fegte oft wie ein Orkan durch die bulgarische Hälfte und degradierte die gestandenen Abwehr-Haudegen reihenweise zu Statisten.

Der Führungstreffer durch Ikpeba nach einer Superkombination über Okocha und Amokachi war die logische Konsequenz einer deutlich überlegen geführten Partie.Die schon zuvor stark aufspielenden "Super-Adler" griffen danach in die Trickkiste und sorgten mit ihren technischen Kabinettstückchen für gute Stimmung auf den Rängen.Gegen die konditionell nicht auf der Höhe befindlichen Bulgaren waren die Nigerianer stets einen Schritt schneller am Ball und gerieten lediglich bei zwei Szenen kurz vor der Halbzeit in Bedrängnis, als Stoitschkow mit einem Direktschuß an Rufai scheiterte und Balakow einen Heber knapp neben das Tor setzte.

Ansonsten blieb der WM-Vierte den Ruf einer Klassemannschaft schuldig.Die Altstars Stoitschkow und Kostadinow wirkten im Angriff wie Fremdkörper, im Mittelfeld konnte Balakow erneut keine Akzente setzen, und in der Abwehr ging es drunter und drüber.Fehlende Laufbereitschaft und technische Mängel trugen ein übriges zum enttäuschenden Gesamtbild der vor vier Jahren noch hochgelobten Legionärstruppe bei.

Nach dem Wechsel nahmen die Nigerianer etwas Tempo aus der Partie.Die Bulgaren kamen dadurch zu mehr Spielanteilen und erreichten zumindest optisch Gleichwertigkeit.Im Angriff ging aber weiterhin kaum etwas, die wenigen Gelegenheiten wurden zudem leichtfertig vergeben.Nach Kostadinow-Zuspiel schob Stoitschkow den Ball aus Nahdistanz neben das Gehäuse, Balakow verfehlte mit einem Freitoß knapp das Tor.Auf der Gegenseite hätten der eingewechselte Kanu, Finidi George und Lawal in der Schlußphase das Resultat noch in die Höhe schrauben können.

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