Zeitung Heute : Audi: Pluspunkte für den Laderaum

Ingo von Dahlern

Zeit gelassen hat man sich in Igolstadt ja ausreichend. Denn erst im September kommt auch die Kombiversion jenes rundum erneuerten Audi A4 auf den Markt, der im vergangenen Herbst Premiere feierte - der neue Audi A4 Avant. Ein Auto, zugegeben, bei dem man mehrmals hinsehen muss, um überhaupt zu erkennen, was sich bei der neuen Generation des Avant optisch geändert hat. Denn auf den ersten Blick sieht der neue Avant kaum anders aus, als das bislang noch angebotene Modelle. Sieht man dann ein wenig genauer hin, dann erkennt man allerdings, dass sich die Optik in vielen kleinen Details verändert hat, wobei vor allem die betonte Kante oberhalb der Türgriffe an den Flanken des Avant auffällt. Und die Rückleuchten zeigen nun ein wenig Verwandtschaft mit den Formen, die auch der größere A6 hat. Legt man das Zentimetermaß an, zeigt sich, dass der Avant A4 rundum ein wenig gewachsen ist - um sechs Zentimeter in der Länge, um drei Zentimeter in der Breite und um zwei Zentimeter in der Höhe, so dass er nun 4,54 Meter lang, 1,77 Meter breit und 1,42 Meter hoch ist.

Das alles bedeutet auch im Innenraum des neuen A4 Avant rundum ein paar Zentimeter mehr Platz - das gilt für die Ellenbogenfreiheit und die Kniefreiheit im Fond und vor allem auch für den Laderaum, wo der A4 Avant ja nicht unbedingt zu den großen Lademeistern gehört. Gerade deshalb ist jeder Liter mehr Stauraum bei diesem Auto ein Gewinn. Und addiert man die Zuwächse rundum, dann kommt man auf insgesamt 52 Liter mehr. Denn statt bisher 390 Liter fasst der Laderaum künftig 442 Liter und bei nach vorn geklappter Rückbank sogar 1184 Liter. Doch damit nicht genug. Denn unter dem Laderaumboden - der lässt sich übrigens zusammenklappen, hinter den Rücksitzen aufstellen oder auch komplett herausnehmen - tut sich ein weiterer Stauraum auf, der noch einmal 65 Liter fasst. Und dieser zusätzliche Stauraum ist eine fest installierte Kunststoffwanne. So kann man hier problemlos auch feuchtes und schmutziges Ladegut verstauen, ohne überlegen zu müssen, wie man das Ladeabteil anschließend wieder sauber bekommt.

Bei einem Kombi zählt aber nicht nur, wie viel man in seinem Laderaum unterbringen kann. Wichtig sind auch Ladehöhen und Durchladebreiten. Und hier hat das Kombiheck des neuen Avant erkennbar gewonnen. Denn dank der besonders kompakt bauenden neuen Hinterachse des Audi A4 wurden die hinteren Radkästen kleiner. Und damit wuchs die Durchladebreite dort von 94 Zentimeter auf nun mehr als einen Meter. Gut 84 Zentimeter ist der Stauraum hoch und bei vorgeklappter Rückbank gut 1,78 Meter lang - da passt nun auch manches sperrige Stück hinein, für das bisher hier und dort ein paar Zentimeter fehlten. Schade, dass man sich mit Blick auf die Konkurrenz nicht zu einer separat zu öffnenden Heckscheibe durchringen konnte. Aber immerhin wird es, wenn auch nur gegen Aufpreis, künftig einen ausziehbaren Laderaumboden geben, wie ihn zum Beispiel BMW hat. Insgesamt gesehen also hat der Avant A4 in der neuesten Variante rundum ein paar wichtige Pluspunkte gemacht. Zu denen zählt auch, wie schon bei der Limousine, das deutlich in allen Bereichen gestiegene Qualitätsniveau. Das gilt für die Verarbeitung der eingesetzten Werkstoffe ebenso wie für deren Materialqualitäten und vor allem ihre Oberflächen.

Unter der Motorhaube des neuen A4 Avant präsentiert sich die komplette bereits von der Limousine bekannte Motorenpalette. Zu den Benzinern gehören neben dem bewährten 1.8T mit 110 kW (150 PS) als neue Aggregate der Zweiliter-Vierzylinder mit 96 kW (130 PS) und der 3,0-Liter-V6 mit 162 kW (220 PS). Diesel-Fahrer können zwischen dem 1,9-l-TDI mit Pumpe-Düse-Hochdruckeinspritzung und 96 kW (130 PS) und zwei V6-TDI mit 114 und 132 kW (155 und 180 PS) wählen. Besonders attraktiv ist dabei das Angebot, den kleineren dieser beiden Motoren auch mit der stufenlosen Multitronic zu kombinieren. Im übrigen gilt für den neuen A4 Avant alles, was für die Limousine angeboten wird. Und das kostet auch beim Avant rundum gut zweienhalb Tausender mehr als bisher. Die Preise beginnen bei 50 460 DM für den Benziner 2.0 und 53 200 DM für den 1.9 TDI, die beide 96 kW (130 PS) leisten.

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