Zeitung Heute : Auf dem Laufsteg zum ALEXA

Etablierte Label und junge Designer zeigen vom 6. bis zum 18. Oktober ihre Kollektionen

„Mit unseren Mietern werden wir diesen Herbst ein tolles Highlight setzen im Bereich Mode", verspricht Center Manager Oliver Hanna. Kompetenz in Sachen Kleidung, Accessoires und Lifestyle ist im ALEXA in geballter Form vorhanden: 70 Prozent der Läden fallen in dieses Segment.

Wer noch einen warmen Pulli, einen Wintermantel oder wetterfeste Stiefel sucht, kann sich im Oktober inspirieren lassen: Auf dem Laufsteg und Präsentationsflächen zeigen die im ALEXA vertretenen Label ihre Kollektionen für den Herbst und Winter. Zusätzlich hat das Center aufstrebende Designer eingeladen, ihre Mode und Accessoires zu präsentieren. Die jungen Labels zählen teils schon Stars wie den Rocker Marilyn Manson oder die Burlesque-Performerin Dita van Teese zu ihren Fans und Kunden. Exklusiv für das ALEXA inszinieren die Kreativen der Labels Redcat Burlesque Wear, filicita, gr-br-Rr any wear, Lazo creativ und unik-El nun ihre Kreationen unter verschiedenen Mottos.

„Die Idee, meine Arbeiten im ALEXA zu zeigen, gefiel mir sofort. Ich liebe Berlin, es ist eine so multikulturelle Stadt“, schwärmt Oleg Lazo, Gründer und kreative Kraft hinter dem Label „Lazo creativ“. „Und das ALEXA ist ein multikulturelles Center, das gefällt mir: Die Investoren kommen aus Portugal und Frankreich, zur Kette gehören Häuser in der ganzen Welt“, sagt der gebürtige Russe, der lange in San Francisco, New York und Tokio gearbeitet hat. Was Lazo genau präsentieren wird, will er nicht verraten. Nur so viel: edle und ungewöhnliche Materialien wie Bergkristalle und Brokat sollen so eingesetzt werden, dass die Entwürfe dennoch tragbar sind.

„Manche meiner Designs sind schon etwas verrückt. Aber der Manager des ALEXA war sehr aufgeschlossen, er hat mir freie Hand gelassen“, sagt Lazo. „Das ist nicht selbstverständlich. In vielen Einkaufszentren geht es bei den Sachen, die sie zeigen, nur darum: Wird es sich verkaufen? Wir machen Kunst, es geht um Spaß, um Inszenierung. Ich freue mich, dass das ALEXA ein Forum für eine junge Generation von Modemachern zur Verfügung stellt.“

Events wie die Modewochen im ALEXA zeigen: Berlin ist kein Modezwerg mehr. Das ist spätestens seit der Berlin Fashion Week im vergangenen Juli klar. Innerhalb von vier Tagen wurden auf fast 30 Modenschauen mehr als 1000 Kollektionen gezeigt. Mode ist in der Hauptstadt nicht mehr brotlose Kunst – mit ihr lässt sich auch Geld verdienen.

„Jeder Händler, der etwas Neues anbieten will, muss nach Berlin kommen“, sagt Branchenkenner Norbert Tillmann, der auch die Veranstalter der Berlin Fashion Week berät. Die Kundschaft aus Deutschland ist bei Labels aus dem Ausland beliebt: Marken wie H&M, Brax, Gerry Weber oder Betty Barclay präsentieren ihre Kollektionen im ALEXA, wo die Ansprüche der Kunden hoch sind. Die Inspirationen für viele Entwürfe der Herbst- und Wintersaison kommen aus den goldenen Zwanzigern und den glamourösen achtziger Jahren. Auf den Materialien finden sich opulente dekorative Taschen, Metallknöpfe sowie Nieten- und Lackapplikationen.

Außerdem werden voluminöse Oberteile in Kombination mit schmalen, körperbetonten Unterteilen gezeigt. Auch sportliche Mode ist ein Thema im ALEXA: Die Kleidung erinnert an den amerikanischen College-Style der 30er Jahre. Allzu bunt wird es dagegen nicht: Die Palette der neutralen Töne bleibt auch im Winter 2008 wichtig. Die Modewochen im ALEXA geben viele Anregungen.

Dass diese etwas ganz Besonderes sind, betont auch Peter Berger, Koordinator der Events. „Normalerweise präsentiert sich die Kreativszene nicht in Einkaufszentren“, sagt er. „Sie machen aber mit, weil sie sehen: ALEXA ist mehr als ein Einkaufszentrum. Es ist ein Hotspot für Architektur, Mode und Design. Es ist ein Ort, wo man etwas erleben kann.“ Ganz in diesem Sinne erwartet die Besucher weit mehr als eine gewöhnliche Catwalk-Show mit dünnen Models. Profi-Tänzer aus zwölf Nationen werden ausgefeilte Tanz-Choreografien zeigen, sie wollen die Botschaft vermitteln: „Mode macht Spaß!“

Das entspricht ganz der Philosophie von Oleg Lazo: „Meine Entwürfe stehen unter dem Motto: Fight for Glam! – also „Kämpfe für Glamour! Das Schaffen von Images ist für mich etwas Magisches: Licht! Action! Kostüme!“, schwärmt der Designer. „Ich verspreche: Die Zuschauer werden überrascht sein. Ich mache Mode für Menschen, nicht nur für magersüchtige Frauen. Egal, ob jemand groß oder klein, dick oder dünn ist – alles ist perfekt! Mein Ziel ist es, jeden Körperteil perfekt zu dekorieren.“

Seine Kollegen haben sich ebenfalls alle Mühe gegeben, die ALEXA-Kunden zu überraschen, zum Beispiel mit Stoffen, die in Schwarzlicht leuchten. Das Besondere: Gefällt das Gesehene, können sich die Besucher des ALEXA die Kleider in ihrer Größe nach Maß schneidern lassen. Ob die gezeigten Designerstücke zum Trend werden, darüber können sich die ALEXA-Besucher ihre eigene Meinung bilden. Eines werden die Events im ALEXA ohne Zweifel wieder unter Beweis stellen: In Berlin rennt man Modetrends nicht hinterher, Berlin ist der Ort wo kreative Schaffensprozesse beginnen.

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