Zeitung Heute : Auf eigene Rechnung

Was der Patient zahlt – wenn es nach der Union geht

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Zuzahlungen: Nach den Plänen der Union soll künftig jeder gesetzlich Krankenversicherte zehn Prozent seiner Kosten für Arztbesuch, Klinikaufenthalt und Arznei selbst bezahlen. Allerdings gäbe es hierfür eine Ober und Untergrenze: Pro in Anspruch genommener Leistung wären mindestens fünf Euro Eigenanteil zu berappen, insgesamt soll die Zuzahlung zwei Prozent des jeweiligen JahresnettoEinkommens nicht überschreiten. Und für Kinder und Vorsorgeuntersuchungen ist gar keine Selbstbeteiligung vorgesehen. Das Problem dabei: Es gibt bislang keine „echten“ Preise für ärztliche Behandlung, sie müssten erst festgelegt werden.

Zahnersatz: Kronen und Brücken sollen überhaupt nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt werden. Die Bürger würden verpflichtet, diese Leistungen privat zu versichern, nach Unions-Hochrechnungen dürfte dies pro Versicherten mit rund 7,50 Euro pro Monat zu Buche schlagen. Die regulären Kassenbeiträge würden im Gegenzug um 0,36 Prozentpunkte sinken. Der CSU-Experte Horst Seehofer würde die Zusatzversicherung für Zahnersatz aus sozialen Gründen lieber unter dem Dach von AOK, Barmer & Co belassen, wie dies die Regierung mit dem Krankengeld vorhat. Dort richtet sich nämlich dann auch die Höhe der Zusatzkosten nach dem jeweiligen Einkommen, bei privaten Versicherern ist das nicht der Fall.

Krankengeld: Hier plant die Union keine Veränderungen. Das Krankengeld soll weiter unter dem Dach der Krankenkassen bleiben und paritätisch, also zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, finanziert werden.

Krankenkassenbeitrag: Mit ihren Vorschlägen möchte die Union den Beitragssatz in der gleichen Dimension senken wie die Regierung: von derzeit 14,4 auf 13 Prozent. Allerdings will die CDU/CSU den Arbeitgeberanteil zu den Beiträgen festschreiben. Das heißt: Beitragserhöhungen müssten die Versicherten künftig alleine stemmen. raw

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