Zeitung Heute : Auf Färöer war "Barbara" ein Hit

50 000 Zuschauer hatte der dänische Film in den dortigen zwei Kinos.Dabei haben die Schafsinseln nur 48 000 Einwohner.Der Rest werden wohl Touristen gewesen sein, zu denen sich jetzt noch ein paar mehr dazugesellen werden.Denn aus fremdenverkehrspolitischer Sicht ist Nils Malmros Wettbewerbsbeitrag durchaus attraktiv.Trotz Nebels und Regens wirkt die hügelige Landschaft sehr reizvoll mit ihren sattgrünen Heiden und Wiesen, den dramatischen Felsen und dem weiten Blick übers Meer, den Pastor Paul gar nicht genießen kann.Denn die aufreizend sündige Barbara, die nicht ohne die Männer kann und die Männer nicht ohne sie, die schon zwei Pastoren geheiratet und unter die Erde gebracht hat, hat auch den neuen Pfarrer verführt und in die Verzweiflung getrieben (wobei dieser leidend aussieht wie Jesus persönlich).Hätte Nils Malmros eine Stunde rausgeschnitten aus seinem Epos, das sich im Schneckentempo fortbewegt, dann wäre der Kostümfilm vielleicht gar nicht so schlecht geworden.Die Liebesgeschichte hat Potential, die Verlogenheit eines lüsternen Gabriel, der sich zum Hüter der Moral ernennt, wirkt auch heute realistisch, das Melodrama hat sogar ein paar komische Augenblicke und gebrochene Figuren, und in Anneke von der Lippe eine Hauptdarstellerin von erfrischender Schönheit.Aber allzu vorhersehbbar ist die Geschichte, auf der die Musik, die alles verrät, wie eine schwere Sauce liegt. kip (Heute 9.30 Uhr Royal Palast, 18.30 Uhr Urania, 22.30 Uhr International).

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