Zeitung Heute : AUFTAKTSPIEL DER VORRUNDENGRUPPE H: Japan wehrt sich tapfer, aber vergeblich

TOULOUSE (dpa)."Batigol" Gabriel Batistuta ist für Argentinien Gold wert.Mit seinem Siegtor zum 1:0 (1:0) gegen den frech aufspielenden WM-Debütanten Japan bewahrte der 29jährige Angreifer des AC Florenz den zweifachen Champion am Sonntag vor einem peinlichen Fehlstart in die Fußball-Weltmeisterschaft.Bis auf den glücklichen Treffer Batistutas (28.) hatten die biederen Südamerikaner im ersten Vorrundenspiel der Gruppe H vor 33 400 Zuschauern im Le Stadium von Toulouse allerdings kaum etwas zu bieten.Die respektlosen Asiaten gestalteten die Partie durchweg offen, scheiterten aber an ihrer Harmlosigkeit im Angriff.

"Ich bin mit dem 1:0 zufrieden.Es war sehr wichtig, das Auftaktspiel zu gewinnen", verdeutlichte Diego Simeone von UEFA-Cup-Sieger Inter Mailand die immense Bedeutung der ersten drei WM-Punkte für die Argentinier.Die Marschroute der Japaner von 2002 ging dagegen nicht auf."Es hat leider nicht zum angestrebten 0:0 gereicht", sagte der japanische Trainer Takeshi Okada."Jetzt müssen wir im nächsten Spiel gegen Kroatien wieder bei Null anfangen."

Der Geist von Diego Maradona wehte beim ersten WM-Auftritt des selbsternannten Titelfavoriten durch die Arena in Toulouse."Diego, es wird nie mehr einen wie Dich geben" und "Diego, danke für alles" stand auf den Transparenten der siegessicheren argentinischen Fans, die ihren Augen nicht trauen wollten.Denn die sportlichen Nachfahren des genialen Regisseurs der Weltmeister-Elf von 1986, der noch nicht in Frankreich eingetroffen ist, um als Fernseh-Kommentator zu arbeiten, drohten sich bei ihrem ersten Turnier-Spiel der Lächerlichkeit preiszugeben.Akita (83.) und der eingewechselte Lopes (89.) besaßen in der Schlußphase sogar Chancen, mit dem Ausgleich die erste Sensation des Turniers perfekt zu machen.

Schwerfällig und schier unbeholfen stolperte die millionenschwere argentinische Legionärstruppe gegen einen Gegner über den Rasen, der bei seiner WM-Premiere ohne jegliches Lampenfieber aufspielte, mit Kombinationssicherheit und Zweikampfstärke imponierte.Angetrieben von Rotschopf Nakata, der Kultfigur des japanischen Fußballs, diktierten die Asiaten gegen den klaren Favoriten sogar zunächst das Geschehen.Bei Argentiniens Führungstor durch Batistuta (28.) wurde den Japanern auch ihre mangelnde internationale Erfahrung zum Verhängnis.Mit einer verunglückten Abwehraktion legte Nanami dem Starstürmer des AC Florenz den Ball mustergültig auf - "Batigol" ließ sich die Chance zu seinem 44.Länderspiel-Tor nicht entgehen.Zehn Minuten später stand der Pfosten Batistutas zweitem Turnier-Tor im Wege, den folgenden Kopfball des blitzschnell reagierenden Lopez entschärfte Japans Keeper Kawaguchi mit einer Glanzparade.

Die mit großem Vorschußlorbeer zur WM gekommenen Argentinier blieben auch nach dem Seitenwechsel den Nachweis schuldig, ein Titelanwärter zu sein.Die leicht ausrechenbaren Spielzüge der Zanetti, Simeone und Co.stellten die japanische Abwehr mit dem herausragenden Kawaguchi zwischen den Pfosten kaum vor Probleme.

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