Zeitung Heute : Aus dem Giftschrank

Chronologie der Lebensmittelskandale

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1985, Wein: Diäthylenglykol verseucht vor allem österreichische, aber auch deutsche Weine. Millionen Flaschen werden zurückgerufen, weil das gesundheitsschädigende Frostschutzmittel darin gefunden worden war.

1993, Fleisch: In den Tiefkühltruhen deutscher Supermärkte wird bei Tests verdorbenes Fleisch gefunden. Die Häufigkeit der Fälle beunruhigt die Öffentlichkeit. Das Bundesgesundheitsministerium musste eingestehen, dass beanstandete Ware auf kriminellen Wegen die Schlachthöfe verlassen habe.

1997, BSE: Illegale Fleischimporte aus England, wo die Rinderseuche BSE ausgebrochen war, lassen den Rindfleischkonsum der Deutschen rapide zurückgehen. In England treten Fälle der CreutzfeldtJacob-Krankheit auf, die auch durch BSE-verseuchtes Fleisch hervorgerufen wird. Auch in Deutschland werden tausende Tiere vorsichtshalber getötet und dann verbrannt.

1999, Dioxin: Im März wusste das belgische Landwirtschaftsministerium von der Lieferung verseuchten Futters. Für die Hühnerzucht waren die Folgen katastrophal: Tiere erkrankten, legten keine Eier oder starben. Ende April erklärte ein Lebensmittelprüfer, es handele sich um Dioxin. Die Regierung verfügte ein absolutes Schlachtverbot.

2000, BSE II: Trotz Sicherheitsvorkehrungen wird Ende November auch bei einem deutschen Tier Rinderwahnsinn festgestellt. Daraufhin beginnen intensive Untersuchungen. Bis zum vergangenen Jahr gab es 180 Fälle von BSE in der Bundesrepublik, fast die Hälfte davon wurde in Bayern aufgedeckt.

2001, Shrimps: Aus Asien kommen Garnelen über die Niederlande nach Deutschland, die das in der EU verbotene Antibiotikum Chloramphenicol aufweisen. Die EU verbietet den Import von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China. Dem Verbraucherministerium wird vorgeworfen, zu spät gewarnt zu haben.

2002, Kalbfleisch: Durch einen „verwaltungstechnischen Irrtum“ kommt in Deutschland gesundheitsgefährdendes Kalbfleisch hinter die Ladentheken. Wieder aus den Niederlanden, wieder mit Chloramphenicol belastet.

2002, Hühnerfleisch, Eier: Bei niedersächsischen Ökobauern wird Nitrofen im Hühnerfutter gefunden, der Warenverkauf wird gestoppt. Ministerin Renate Künast gibt zu, dass schon Monate zuvor Nitrofen in Fleischproben festgestellt wurde. 230 Tonnen Putenfleisch werden sichergestellt. Weitere Funde in Sachsen-Anhalt, NRW, Mecklenburg-Vorpommern. Deutsche Agrarprodukte werden von einigen EU-Staaten nicht importiert. Tsp

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